N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Cameraria ohridella Deschka & Dimic, 1986

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Kastanienminiermotte

Habitus:

     
Österreich, Salzburg, Thalgau, geschlüpft am 1995.03.10 (Zucht aus der Raupe)      
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
     

Verbreitung:

Die Art wurde ursprünglich in Makedonien entdeckt. Sie dürfte dann aus Zuchtbehältern entwichen sein und wurde in Mitteleuropa im Freiland erstmals etwa 1989 in der Gegend von Linz und Steyr entdeckt. Da sie hier keine Nahrungskonkurrenten und einige Jahre auch keine Parasiten hatte, konnte sie sich sehr rasch vermehren und ausbreiten und kommt in vielen Gegenden oft massenhaft vor. Ob die Art tatsächlich eingeschleppt wurde oder eventuell sogar selbst nach Mitteleuropa einwanderte ist nicht mit Sicherheit festzustellen, ihre Ausbreitung in Mitteleuropa erfolgte aber beinahe explosionsartig.

Lebensweise:

Salzburg, Stadt Salzburg, Salzachufer, 2000.10.15: Lebensraum von Cameraria ohridella: Eine Kastanienallee an der Salzach. Deutlich sieht man die zahllosen Minen in den Blättern. Steiermark, Graz, 2000.06.21 Steiermark, Graz, 2000.06.21 Steiermark, Graz, 2000.06.21
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
   
Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, 2001.04.27 Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2014.09.05    
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
   

Die Art besiedelt seit ihrem ersten Auftreten in Mitteleuropa praktisch alle Lebensräume, an denen die Futterpflanze der Raupen, die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum Linné), wächst. Die Imagines fliegen ab Mai bis September in vermutlich mehreren Generationen.

Die Art kann durch ihr massenhaftes Auftreten Schädigungen an Kastanienbäumen hervorrufen, was allerdings nur geringe wirtschaftliche Bedeutung besitzt. Zu einem Absterben der Bäume durch den Befall kommt es nur selten.

Entwicklungsstadien:

Steiermark, Graz, 2000.06.21 Steiermark, Graz, 2000.06.21 Vorarlberg, Bregenzer Wald, Pfänder, von der Schwedenschanze zur Theresienkapelle, 2004.07.29 Vorarlberg, Bodensee, NSG Rheindelta, 2004.08.09
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Kastanienblatt mit Minen (im unteren Teil !): Salzburg, St. Leonhard, 2000.10.07 Mine im Durchlicht; im dunklen, mit Kot gefüllten Bereich befindet sich auch der Kokon zur Überwinterung: Salzburg, St. Leonhard, 2000.10.07 Die Puppe in der Mine: Steiermark, Graz, 2000.06.21 Detail zu vorigem Bild: Steiermark, Graz, 2000.06.21
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
     
Die Puppe schiebt sich vor dem Schlüpfen des Falters aus der Mine heraus: Steiermark, Graz, 2000.06.21      
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
     

Die Eier werden an Blätter der Rosskastanie ((Aesculus hippocastanum Linné) abgelegt. Die Raupen fressen in großen Platzminen in den Blättern und verpuppen sich auch in einem runden Kokon darin.

Diagnose:

Die Art ähnelt oberflächlich vielen anderen Miniermotten, ist durch das Zeichnungsmuster der Vorderflügel-Oberseite aber recht gut charakterisiert (für die Bestimmung ist unbedingt eine gute Lupe erforderlich !). Die charakteristischen Minen in den Blättern der Rosskastanie sind unverwechselbar.

Wissenswertes:

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2000.07.30
Kurz Michael: 2005.09.02
Kurz Michael: 2017.04.10
nicht begutachtet