N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Cupido minimus minimus (Fuessly, 1775)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio minimus Fuessly, 1775
Typenfundort: Schweiz
Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Papilio alsus [Denis & Schiffermüller], 1775, Ankündigung eines systematischen Verzeichnisses der Schmetterlinge der Wiener Gegend

Little Blue
eigentlicher Zwergbläuling
Deunde Oscuro

Habitus:

Variabilität:
Die blaue Bestäubung auf der Oberseite der variiert sehr in Intensität und Ausdehnung und kann manchmal auch fehlen. Besonders große Falter mit bis zu 14 mm Vfl.-Länge werden als f. alsoides Gerhard bezeichnet.

Verbreitung:

Die Art ist von Nordspanien über einen Großteil Europas und das gemäßigte Asien bis in die Mongolei und zum Amurgebiet verbreitet. Die Vertikalverbreitung reicht von Meeresniveau bis fast 3000 m Höhe.

Lebensweise:

Steiermark, Nördliche Voralpen, Umg.Mariazell, Hubertussee Umgebung, 2000.06.02, ID JG0010-JG,11-1,42 Steiermark, Nördliche Voralpen, Umg.Mariazell, Hubertussee Umgebung, 2000.06.02, ID JG0010-JG,11-1,93 Steiermark, Nördliche Voralpen, Umg.Mariazell, Hubertussee Umgebung, 2000.06.02, ID JG0010-JG,11-1,95 Steiermark, Kleingraben Wiese, 2001.05.09, ID JG0010-JG,15-1,81
Bild von: © Gillmann Johannes
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Steiermark, Kleingraben, 2002.05.11, ID JG0010-JG,18-2,22 Steiermark, Mittelst.B., Umg.Mixnitz, Tyrnau Mautstr., 2004.06.21, ID JG0010-JG,D01,082 Kärnten, Mitten Umg., 2004.07.05, ID JG0010-JG,D01,416 Kärnten, Mitten Umg., 2004.07.05, ID JG0010-JG,D01,418
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Osttirol, Lienzer Dolomiten, Dolomitenhütte Umgebung, 2004.06.11 Osttirol, Lienzer Dolomiten, Dolomitenhütte Umgebung, 2004.06.11    
Bild von: Kurz Michael
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Lebensraum sind vor allem extensiv bewirtschaftete Wiesen (Magerwiesen, alpine Magerwiesen, Magerweiden höherer Lagen) und Wegränder, wobei das Vorkommen angeblich auf basische Böden beschränkt ist (Tolman & Lewington, 1998). Die Tiere kommen auch auf trockenen Felshänge vor. Sie fliegen an geeigneten Stellen in zwei Generationen von April bis Juni und im Juli, August, sonst in einer Generation im Juni und Juli.

Entwicklungsstadien:

Ei:
Das Ei ist flach und hellgrün und wird an die Basis der Blütenkelche abgelegt.

Raupe:
Die Raupe ist weißlich, grünlich oder bräunlich mit schmaler dunkler Rückenlinie und unterbrochener Seitenlinie. Sie ist ähnlich wie der Blütenkelch ihrer Futterpflanze gezeichnet und damit sehr gut getarnt. Futterpflanze ist hauptsächlich Anthyllis vulneraria Linné, daneben werden auch noch andere krautige Fabaceen angegeben. Die Raupe frisst bevorzugt an den jungen Früchten, und zwar durch ein Loch am Grund des Kelchs. Sie lebt darüber hinaus in Symbiose mit verschiedenen Ameisen-Arten, wie z.B. Lasius alienus, Lasius niger, Formica fusca, Formica rufibarbis, Plagiolepis vindobonensis und Myrmica rubra. Die Raupen überwintern erwachsen und verpuppen sich im Frühjahr, sobald die Futterpflanzen neu auszutreiben beginnen.

Puppe:
Die Verpuppung erfolgt im lockeren Boden an der Basis der Futterpflanze. Die Puppe ist grünlichgelb mit drei Längsreihen schwarzer Flecke am Rücken.

Diagnose:

Von den nicht geschwänzten Cupido-Arten kommt in Europa im Verbreitungsgebiet von minimus nur Cupido osiris (Meigen, 1829) vor. Diese ist aber deutlich größer, die sind oberseits ausgedehnt blauviolett bestäubt, mit nur schmalem, schwarzem Rand.

Im -Genitalapparat ist bei minimus die Spitze des Uncus in dorso-ventraler Ansicht nicht sichtbar, die costalen Fortsätze der Valven sind stärker geschwungen als bei osiris.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 24 (Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2005.01.31
Kurz Michael: 2006.02.23
nicht begutachtet