N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Lycaeides idas idas (Linné, 1761)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio idas Linnaeus, 1761, Fauna Suecica, Stockholmiae, p. 284
Typenfundort: Schweden
Idas Blue
L´Azuré de Genêt
eigentlicher Idas-Bläuling
Nina Esmaltada

Habitus:

Variabilität:
Von dieser Unterart sind zahlreiche Formen beschrieben worden (z.T. Berechtigung als Unterarten ?). In den Zentralapen über 1800 m fliegt haefelfingeri Beuret mit kleinen Falter, bei denen die oberseits intensiv blau, unterseits graubraun sind. In den Südtälern der Alpen und in den Pyrenäen unter 1000 m fliegt opulenta Verity, die größte der Formen, mit kontrastreicher Unterseite. Dazwischen kommt die f. alpinus Berce, mit meist blau übergossenen und mit dunklerer Grundfarbe, sowie mittlerer Größe vor. Eine ähnlich kleine Form wie haefelfingeri ist lapponicus Gerhard aus der arktischen Region. Aus der Sierra Nevada über 1800 m wurde nevadensis Oberthür beschrieben, die sehr groß und bei den oberseits dunkelblau, mit breiten schwarzen Rändern (2 - 3 mm) ist. Die sind braun, mit gut entwickelten orangen Submarginalflecken auf der Hfl-Oberseite. Weitere benannte Formen sind beispielsweise lycidasoides Beurer, valesiaca Oberthür, unicolora Favre oder argulus Frey.

Verbreitung:

Die Verbreitung erstreckt sich von Nordspanien über fast ganz Europa mit Ausnahme von Großbritannien, Südgriechenland und den Mittelmeerinseln. Die Vertikalverbreitung reicht von rund 200 bis über 2000 m.

Lebensweise:

Die Art bewohnt grasbewachsene Waldlichtungen, verbuschte Graslandschaften, trockene und feuchte Heiden, sowie geschützte Böschungen und Senken. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich je nach geographischer Breite und Höhenlage in einer Generation von Ende Juni bis August oder in zwei Generationen von Ende Mai bis Juni und Juli bis August.

Entwicklungsstadien:

Ei:
Das Ei überwintert.

Raupe:
Die Raupe ist grün mit dunkelbraunem bis rotem Mittelstreifen, der weiß gesäumt ist. Die Seitenstreifen sind rotbraun, dazwischen befinden sich weiße Schrägstriche. Der Kopf ist schwarz. Die Raupe ist fein samtartig behaart. Sie lebt an verschiedenen Fabaceae, darunter Cytisus scoparius, Genista pilosa, Lotus corniculatus, Melilotus albus und Anthyllis vulneraria, aber angeblich auch an Calluna vulgaris (?). Sie ist zudem sehr myrmekophil (verschiedene Arten) und verpuppt sich im Ameisennest.

Puppe:
Die Puppe ist zunächst grün, dann hellbraun und weist rotbraune Segmenteinschnitte, sowie ebensolche Flecken am Kopf auf.

Diagnose:

Auf Grund der hohen Variabilität ist die Charakterisierung der verschiedenen Formen oft sehr schwierig. Das Taxon magnagraeca Verity, 1936 vom südlichen Balkan (? ssp., ? bona sp.) ist sehr groß und bei den oberseits dunkelblau, mit breiten schwarzen Rändern (2 - 3 mm) ist. Die sind braun, mit gut entwickelten orangen Submarginalflecken auf der Hfl-Oberseite. Das Taxon calliopis Boisduval, 1832 aus den Basses-Alpes und Hautes-Alpes weist bei den unterseits reduzierte Diskal- und Postdiskalflecke auf, die sind oberseits dunkelbraun, oft mit blauer Basalbestäubung. Dieses Taxon (? ssp., ? bona sp.) besitzt mit Hippophae rhamnoides eine ganz andere Raupenfutterpflanze wie die übrigen Taxa dieses Formenkreises. Eine weitere benannte Unterart ist bellieri Oberthür, 1910 aus den Bergen Korsikas und Sardiniens. Auch diesem Taxon mit schmalem schwarzem Flügelrand bei den und meist stark blau übergossenen wird von manchen Autoren Artrang zuerkannt.

Genetik:

Chomosomenzahl (haploid): 24 (Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Stettmer Ch., M. Bräu, P. Gros & O. Wanninger (2006): Die Tagfalter Bayerns und Österreichs; Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2006.08.22
Kurz Michael: 2006.08.24
nicht begutachtet