N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Nemophora degeerella degeerella (Linné, 1758)

Allgemeine Angaben:

Phalaena Tinea degeerella Linnaeus, 1758, Syst, Nat. X, p. 540
Typenfundort: Schweden
Typus: nicht nachgewiesen

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
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Habitus:

   
: Salzburg, Hohe Tauern, Rauriser Tal, Bodenhaus, Astenschmiede, 1985.07.20, ID MK-7.319, coll. Michael Kurz : Oberösterreich, Alpenvorland, Wels Umgebung, Allhaming, Autobahnparkplatz, 1990.07.14, ID MK-7.320, coll. Michael Kurz    
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
Bild von: Michael Kurz
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Beschreibung:
(untersucht: 20 , 12 )

Vfl.-Länge: 8,5 - 9,75 mm, 7,0 - 8,3 mm
Spannweite: 17,8 - 20,6 mm, 15,0 - 18,0 mm
Kopf schwarzbraun, Kopfhaare zwischen den Fühlern schwarz, oben und am Collare gelb; Gesicht anliegend kupferbraun glänzend beschuppt; Augen beim ca. 0,35 mm, beim ca. 0,25 mm im Durchmesser, oval, scwarz; Augenabstand ca. doppelter Augendurchmesser; Basalglied der Fühler stark verdickt, Geißel beim basal mit nach rückwärts gerichteten Zähnen; Fühler beim ca. 2 1/2 bis über 3, dunkelbraun mit kupfrigem Glanz, etwa von der Mitte des Vorderflügels nach außen silbrigweiß beschuppt; Fühler beim ca. 1 1/4, bis 2/3 der Vfl.-Länge dunkelbraun, purpurn glänzend, mit dichtem Schuppenbart, distal glatt anliegend beschuppt, silbrig weiß; Palpne sehr kurz, 0,3 - 0,4 mm lang, divergierend, anliegend gelblich beschuppt, mit einzelnen langen schwarzen Haaren und spitzem Endglied.
Thorax und Tegulae bronzegolden glänzend; Vfl. bei ca. 2/3 mit einer unregelmäßig geschwungenen, dreiteiligen Querbinde über die gesamte Flügelbreite; deren Mittelteil breit gelb, die Seitenteile nur halb so breit, sehr fein schwarz umrahmt und violett bleigrau glänzend; das Basalfeld des Flügels weist an Costa, Cubitalstamm und Analis 1 je eine ebenfalls sehr fein schwarz begrenzte, violett bleigrau glänzende Längsstrieme auf, die aber nur an der Costa die Querbinde knapp erreicht; dazwischen ist das Flügelfeld basal gelb, nach außen lederbraun, mit je einer sehr feinen, zum Teil verzweigten schwarzen Längslinie zwischen Costa und Cubitalstamm, sowie zwischen diesem und der Analis 1; der Innenrand ist ebenfalls verschwommen bleigrau glänzend; der Apikalteil des Flügels ist dunkelbraun mit bronzegoldenem Glanz und gelbbraunen Längsstriemen entlang den Adern, die an der Querbinde oft alle zusammen fließen, den Flügelsaum aber bei weitem nicht erreichen; Fransen dunkelbraun mit purpurnem bis bronzegoldenem Glanz; Hfl. mit breiten Schuppen deckend beschuppt, braungrau mit stark violettem Schimmer, die Flügelränder unscharf begrenzt fein bronzegolden, der Vorderrand breit weißlich; Fransen graubraun, bronzegolden glänzend; Unterseite aller Flügel dunkelbraun, vor allem an den Rändern bronzegolden glänzend; gelbe Zeichnungen der Oberseite nur undeutlich wiederholt; Vorderrand des Hfl. fein gelb; Beine braun, zum Teil golden glänzend; Vordertibie mit einer langen Epiphyse; Mitteltibie mit einem Endspornpaar; Hintertibie verdickt, gelblich, mit einem Endspornpaar und einem Spornpaar bei etwa 0,6 der Tibienlänge, sowie spärlicher, langer Behaarung.
Abdomen dunkelbraun, schwach bronzegolden glänzend, Sternite am Hinterrand gelblich beschuppt.

Verbreitung:

Die typische Unterart ist praktisch aus ganz Europa nachgewiesen worden. Lediglich von Island, Portugal, den großen Mittelmeerinseln, dem südlichen Balkan und dem Süden des europäischen Russland ist sie bisher noch nicht bekannt (Karsholt & Nieukerken, 2004).

Lebensweise:

Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, 2000.05.18 Steiermark, Kleingraben, 2001.06.06 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, 2004.06.21 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, 2004.06.21
Bild von: Johannes Gillmann
Detailansicht
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Bild von: Johannes Gillmann
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Steiermark, Kleingraben, 2004.07.06 Salzburg, Stadt Salzburg, Aigen, Schloss Aigen Umgebung, am Felberbach, 2004.06.19    
Bild von: Johannes Gillmann
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Bild von: Michael Kurz
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Lebensraum der Art sind vor allem hochstauden- und gebüschreiche Schlagfluren, Waldwege oder strukturierte Waldränder, wobei die Tiere zum Teil auch im Wald fliegen, sofern das Gehölz nicht zu dicht ist.

Diagnose:

 
N. degeerella : Oberösterreich, Alpenvorland, Wels Umgebung, Allhaming, Autobahnparkplatz, 1990.07.14 N. congruella : Salzburg, Untersberggebiet, Grödig, Fürstenbrunn, 1966.06.06 Adela croesella : Toscana, Pisa Umgebung, Casciana Alta, 1995.05.07  
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
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Die sehr ähnlich Nemophora congruella Fischer von Rösllerstamm, 1838 ist etwas kleiner, die hellen Zeichnungselemente des Vfl. sind alle gelb, nicht zum Teil lederbraun. Von den drei violett bleigrau glänzenden Längsstriemen des basalen Flügelfeldes erreicht auch die mittlere die Querbinde. Diese Querbinde ist mehr gerade, nicht so unregelmäßig wie bei degeerella. Beim fehlt der Schuppenbart der Fühler (?, nur 1 Tier untersucht).

Ebenfalls sehr ähnlich ist Adela croesella (Scopoli, 1763). Sie ist aber deutlich kleiner und bunter, mehr purpurviolett im äußeren Flügelbereich gezeichnet. Die purpurvioletten Seitenteile der 3-teiligen Querbinde sind bei croesella mindestens so breit wie der gelbe Mittelteil, während bei degeerella der gelbe Mittelteil der Binde deutlich breiter als die violett bleigrauen Seitenteile sind.

Quellen:

Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken (2004): Adelidae. In - Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken (eds.). Lepidoptera, Moths. – Fauna Europaea version 1.1, http://www.faunaeur.org [online 2008.07.21].

Autor: Michael Kurz
Publikationsdatum: 2003.10.05
Naturkundliches Informationssystem
Letzte Änderung: 2006.12.20