N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Nemophora metallica (Poda, 1761)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Phalaena Tinea metallica Poda, 1761, Ins. Mus. Graec., p. 94
Typenfundort: Griechenland
Typus: nicht nachgewiesen

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Phalaena scabiosella Scopoli, 1763
Phalaena viridella Hübner, [1801], Samm. Eur. Schmett., f. 128; locus typicus: Nicht angegeben, Typus nicht nachgewiesen
Adela frischella Curtis, 1834, Brit. Ent. 10, t. 463; locus typicus: Nicht angegeben, Typus nicht nachgewiesen
Nemotois aerosellus Zeller, 1850, Stett. Ent. Z. 11, p. 140; locus typicus: Italien, Apennin, Typus in BMNH
Nemotois rebelellus Turati, 1924, Atti. Soc. Ital. Sci. nat 63, p. 186; locus typicus: Cyrenaika, Merg (El Garib, El Gathar), Typus nicht nachgewiesen

Habitus:

 
: Salzburg, Flachgau, Thalgau, Fundstelle 4/4, 1986.07.04, ID MK-7.323, coll. Kurz : Salzburg, Flachgau, Thalgau, Thalgauegg, Fundstelle 5/1, 1988.06.26, ID MK 7.327, coll. Kurz : Spanien, Gerona, Vidreras, 1993.06.10, leg. Josef Wimmer, coll. Michael Kurz  
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
 

Beschreibung:
(untersucht: 16 , 8 )

Vfl.-Länge: 7,7 - 9,1 mm; 8,6 - 9,1 mm
Spannweite: 16,8 - 19,6 mm; 18,7 - 20,1 mm
Kopf dunkelbraun, Kopfhaare rostgelb, Gesicht anliegend beschuppt, metallisch grünlichsilber bis hellgolden glänzend; Augen beim stark vergrößert, oval, 0,9 mm im Durchmesser, parietal einander stark genähert und fast berührend, hellgrau; beim rund 0,7 mm im Durchmesser, hellbraun bis hellgrau; Augenabstand (frontal) ungefähr gleich dem Augendurchmesser, parietal einander nicht genähert; Palpen rund 1,2 mm lang, nach vorne gerichtet und leicht nach oben gebogen, schütter, aber abstehend lang behaart, innen gelb, außen dunkelbraun, mit dünnem, spitzem Endglied; Rüssel basal an den Seiten dicht gelb beschuppt; Fühler beim ca. 2, Basalglied verdickt, mit basalem, aufgerichtetem Schuppenbart, die basalen 2/5 bronzegolden mit purpurnem Schimmer, die distalen 3/5 silberweiß, anliegend beschuppt; Fühler beim ca. 1 1/4, Basalglied ebenfalls verdickt, das basale Drittel der anliegend beschuppten Geißel braun mit purpurnem Schimmer; der Fühler distal silberweiß, ohne Schuppenbart.
Thorax bronzegolden, vorn mit einzelnen purpurnen Schuppen und beim mit nach hinten gerichteten, langen Haaren; Tegulae bronzegolden; Vfl. spitz, gelbbraun mit stark bronzegoldenem Glanz; die Flügelränder basal schmal, postdiskal verschwommen breit dunkelbraun, an der Costa mit purpurnem, sonst ebenfalls mit bronzegoldenem Glanz; Fransen und ein undeutlicher, länglicher Diskoidalfleck ebenfalls dunkelbraun, bronzegolden glänzend; Hfl. mit breiten Schuppen deckend beschuppt, dunkelbraun, am Vorderrand breit verschwommen silberweiß, am Innenrand stark bronzegolden glänzend; die übrige Flügelfläche mit kupfrigem bis violettem Schimmer; Fransen zweireihig, dunkelbraun, die kürzeren Fransenschuppen mit purpurnem Schimmer, die längeren mit bronzegoldenem Glanz; Unterseite zeichnungslos dunkelbraun, kupfrig bis violett glänzend, basal und apikal auch bronzegolden; Beine braun, bronzegolden bis kupfrig glänzend, an den Seiten oder innen, so wie die Seiten des Thorax zum Teil auch weißlichgolden metallisch glänzend; Vordertibie mit kurzer Epiphyse; Mitteltibie mit Endspornpaar; Hintertibie verdickt, hellbeige, mit spärlichen, feinen langen Haaren und je einem Spornpaar am Ende und bei rund 0,55 der Tibienlänge.
Abdomen dunkelbraun, vor allem beim seitlich zusammengepresst, oberseits kupfrig bis purpurn glänzend, unterseits bronzegolden bis weißlichgolden beschuppt.

Variabilität:
Nach Küppers (1980) kann die Kopfbehaarung auch weitgehend dunkelbraun sein, in Südfrankreich und anderen mediterranen Gebieten zeigt die Art einen tiefen, dunklen Violettschimmer, besonders im Bereich der Vfl.-Costa, des Dorsalwinkels und der Querader, sowie längs des Dorsalrandes. Solche Tiere können aber auch nördlich der Alpen auftreten und bezüglich derartiger Farbvariationen sind alle Übergänge bis zu einer rötlich-violetten Vfl.-Basis zu finden. Dieser Glanz verliert sich beim Trocknen aber weitgehend.

Verbreitung:

Die Art ist in Europa sehr weit verbreitet. Keine Nachweise liegen bis jetzt vor aus: Portugal, Irland, Island, Norwegen, Weißrussland, Moldawien, Norden und Süden des europäischen Russland, sowie von den großen Mittelmeerinseln (Wojtusiak, 1996, Karsholt & Nieukerken, 2004). Die Höhenverbreitung reicht von der planaren Stufe bis über 1600 m Höhe.

Lebensweise:

Steiermark, Mittelst.B., Umg.Rein, Heiggerkogel Umgebung, 2000.06.01 Steiermark, Mittelst.B., Umg.Rein, Heiggerkogel Umgebung, 2000.06.01 Steiermark, Mittelst.B., Umg.Rein, Heiggerkogel Umgebung, 2000.06.01 Burgenland, Lockenhaus Umgebung, 2004.06.30
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, 2004.07.18 Steiermark, Totes Gebirge, Tauplitz, Tauplitz-Alm, Steirersee, 2004.08.16 : Marche, Ascoli Piceno, Monti Sibillini, Forca Canapine, 1500 m, 2005.06.22 Salzburg, Flachgau, Thalgau, Fundstelle 5/2, 2001.06.13
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht

Bevorzugter Lebensraum sind extensiv genutzte Wiesen, auch Streuwiesen oder unverbuschte Bach- und Wegräder, mit Vorkommen von Knautia- oder Scabiosa- Arten. Auf deren Blüten halten sich die erwachsenen Tiere oft gesellig auf oder schwärmen um sie im Sonnenschein. Die Imagines fliegen in einer Generation von Juni bis August.

Entwicklungsstadien:

Die Eier werden in die Blütenköpfe von Knautia arvensis, Scabiosa columbaria, Scabiosa arvensis [?] und angeblich auch Centaurea nigra abgelegt.

Die Raupe ist 14 mm lang, gelblichweiß, mit schwarzbraunem Kopf, Nacken- und Afterschildern. Sie lebt jung in den Blüten, geht dann in einen Samen und fällt mit diesem zu Boden. Nach der Überwinterung lebt sie in einem flachen Sack, der aus Pflanzenteilen zusammengesponnen wird. Sie ernährt sich zuerst von den Samen, dann von den unteren Blättern und verrottenden Pflanzenteilen.

Die Puppe befindet sich im Raupensack.

Diagnose:

Achtet man auf die Größe des Tieres, die fast zeichnungslosen Vorderflügel und deren bronzeglänzende Färbung, die dunklen Flügelränder, die Länge der Fühler und den bevorzugten Aufenthaltsort, nämlich Blüten von Knautien und Skabiosen, so ist die Art fast immer eindeutig zu erkennen.

Wissenswertes:

Quellen:

Heath, J. (1983): The moths and butterflies of Great Britain and Ireland, Vol.I: Micropterigidae - Heliozelidae, Harley Books, Martins, Great Horkesley, Colchester, Essex
Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken (2004): Adelidae. In - Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken (eds.). Lepidoptera, Moths. – Fauna Europaea version 1.1, http://www.faunaeur.org [online 2008.07.21].
Küppers, P.V. (1980): Untersuchungen zur Taxonomie und Phylogenie der Westpaläarktischen Adelinae (Lepidoptera: Adelidae), Dissertation, Wissenschaftliche Beiträge Karlsruhe, Verlag M.Wahl, Karlsruhe
Wojtusiak, J. (1996): Heliozelidae, Adelidae, Prodoxidae, Incurvariidae, Crinopterygidae. In: O. Karsholt & J. Razowski (Eds.), The Lepidoptera of Europe. A distribitional checklist: 27-30, 300-301.

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2001.04.24
Kurz Michael: 2007.09.27
Kurz Michael: 2008.07.23
nicht begutachtet