N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Zeuzera pyrina pyrina (Linné, 1761)

Allgemeine Angaben:

Leopard Moth
la Coquette, Zeuzère du Marronnier
Kastanienbohrer, Blausieb

Habitus:

Beschreibung:
(untersucht: 1 , ergänzt nach Skinner, 1985)

Spannweite: 46 58 mm, 60 - 78 mm
Kopf mit weißen Haarschuppen; Augen sehr groß, bläulichschwarz; Palpen winzig, schwarzbraun; Fühler kurz, schwarz, beim in der basalen Hälfte breit doppelkammzähnig, distal mit kaum erkennbaren Kammzähnen; Fühler beim fadenförmig.
Thorax dicht weiß beschuppt, am Rücken in der Mitte ein großer und etwas davor zwei nebeneinander liegende, kleinere schwarze Flecken; Flügel lang und schmal, die Hfl. um etwa die Hälfte kleiner als die Vfl.; gesamte Flügelfläche oberseits durchsichtig kreideweiß beschuppt, mit einer großen Anzahl kleiner, schwacher, dunkler Flecke, die nur an den leicht bräunlichen Flügelrändern deutlich schwarz hervor treten; Adern gelbbräunlich; Unterseite mit Ausnahme der Flügelränder nahezu unbeschuppt; Beine dunkelgrau bis schwarz.
Abdomen an den Segmenteinschnitten dicht, aber kurz weiß beschuppt, sonst dunkelgrau bis schwarz.

Variabilität:
Die Variabilität ist gering. Das unterscheidet sich vom durch die Ausbildung der Fühler und die etwas geringere Größe.

Verbreitung:

Die Art ist in der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet, da sie auch nach Nordamerika eingeschleppt wurde. Im Gebirge steigt sie kaum über 1000 m Höhe und bleibt somit ein wenig unter der Laubwaldgrenze.

Lebensweise:

     
Salzburg, Flachgau, Eugendorf, Pebering, 2002.06.28      
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
     

Bevorzugter Lebensraum sind laubholzreiche Biotope, die Art kommt als Kulturfolger auch in Gärten und Parks vor. Die Falter fliegen nachts in einer Generation von Juni bis August.

Entwicklungsstadien:

Ei:
Das Ei ist glatt, oval, walzenförmig, matt rötlich und besitzt abgerundete Enden. Die Eier werden einzeln oder in kleinen Gruppen an Ästen oder Stämmen von Laubhölzern abgelegt.

Raupe:
Die Raupe ist walzig, erwachsen 43 - 55 mm lang, gelblichweiß, mit braunem, gelb gezeichnetem Kopf, rotbraunem, gelb gerandetem Nackenschild und schwarzen Punktwarzen. Sie lebt 2 bis 3 Jahre in Ästen oder Stämmen verschiedenster Laubhölzer von weniger als 10 cm Durchmesser. Die Verpuppung erfolgt zwischen Mitte Mai und Mitte Juni im Fraßgang in der Nähe der Wurzeln in einem braungelben Gespinst.

Puppe:
Die Puppe ist gelbbraun und besitzt einen gekrümmten Stirnstachel.

Diagnose:

Zeuzera pyrina biebingeri Speidel & Speidel, 1986 wird derzeit nur als kretische Unterart von Z. pyrina angesehen. Sie ist durchschnittlich kleiner und auch etwas dunkler als die typische Z. pyrina.

Im -Genitalapparat ist der Aedoeagus bei Z. pyrina biebingeri dünner als bei der typischen Unterart.

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1960): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 3, Spinner und Schwämer, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Skinner, B. (1985): Cossidae, in Heath & Emmet (1985): The moths and butterflies of Great Britain and Ireland, Vol.II: Cossidae - Heliodinidae, Harley Books, Martins, Great Horkesley, Colchester, Essex
Speidel, W. & A. Speidel (1986): Beschreibung einer Cossidae-Art und Verzeichnis der kretischen Cossidae und Pyraloidea (Lepidoptera: Cossidae, Pyralidae, Crambidae), Neue Entomologische Nachrichten 19, Heft 1/2, p. 79 - 98

Autor: Michael Kurz
Publikationsdatum: 2001.04.26
Naturkundliches Informationssystem
Letzte Änderung: 2007.09.17