N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Cossus cossus (Linné, 1758)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

goat moth
le cossus gâte-bois
Weidenbohrer

Habitus:

     
: Oberösterreich, Mondsee, 1982.07.16, leg. et coll. Michael Kurz      
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
     

Beschreibung: Untersucht: 1 . Spannweite 68-84 mm, 88-96 mm. Die Grundfarbe der gesamten Oberseite ist ein mittleres Graubraun, mit leicht olivgrünlichem Ton. Mittelteil und Saum des Vorderflügels sind heller, weißlichbraungrau. Der gesamte Flügel ist von sehr feinen, schwarzen, unregelmäßigen undteilweise zusammen hängenden Querlinien überzogen. Die Beschuppung ist, vor allem gegen die Basis zu, sehr dicht und rauh. Die Hinterflügel tragen nur am Außenrand dunklere, feine, teilweise verwaschene Querlinien und sind an der Basis ocker, am Außenrand bis zur Flügelmitte olivgrau behaart. Die sehr kräftigen Adern aller Flügel sind rötlichbraun. Die Unterseite des Vorderflügels ist dunkel olivbraun mit wie auf der Oberseite dunkelbraunem Costalrand. Der dicht beschuppte Bereich der Zelle schimmert samtartig. Die schwarzen Querlinien der Oberseite sind verschommen und nur am Saum deutlicher erkennbar. Die Hinterflügelunterseite ist weißlichgraubraun mit dunkelbraunen Querstrichelchen und deutlich hervortretenden Adern. Der Analrand und die Basis sind dunkel behaart. Der kräftige, robuste Körper ist lang und dicht braun behaart, am Abdomen mit abwechselnd braun-weißlichbraun-schwarzer Ringelung der Oberseite, sowie ockerbraunen Haarbüscheln am Übergang vom Thorax zum Abdomen. Das Collare ist 1 mm breit dunkelorange gesäumt. Die ebenfalls dicht behaarten Beine sind an den Tarsen undeutlich hell-dunkel geringelt. Die kleinen Palpen sind nur schwach behaart, die großen Augen schimmern schwarbraun. Die rund 12 mm langen, schwarzen Fühler sind breit einfach gekämmt mit schaml zulaufender Spitze.

Verbreitung:

Die Art ist im nördlichen Eurasien weit verbreitet.

Lebensweise:

     
: Oberösterreich, Mondsee, e.l. 1988.07.12      
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
     

Die Art bewohnt laubholzreiches Gelände, vor allem Weidengehölz in Gewässernähe. Im Gebirge steigt sie bis 1500 m. Die Falter fliegen nachts. Die Imagines fliegen in einer Generation von Ende Mai bis Anfang September.

Der Weidenbohrer soll gelegentlich als Schädling auftreten, hat im Allgemeinen aber keine wirtschaftliche Bedeutung.

Entwicklungsstadien:

Die Eier sind oval, gelblich mit Längsrippen und deutlichem Netzwerk. Sie werden in Gruppen von 20 - 50 an kranke oder saftende Stämme abgelegt.

Die Raupe ist erwachsen rund 85 mm lang, dunkel fleischrot, an den Seiten gelblich mit schwarzbraunem Kopf und Nackenschild. Sie lebt 2 - 4 Jahre im Holz, vor allem von Pappeln und Weiden, aber auch anderen Laubhölzern und erzeugt einen deutlichen Geruch nach Holzessig.

Die Puppe ist gelb, vorn dunkelbraun mi dunkelbraunen Flügelscheiden und schnabelartigem Stirnfortsatz. Sie ruht im Fraßgang der Raupe und schiebt sich vor dem Schlüpfen des Falters zum Teil aus dem Gang heraus.

Diagnose:

Sehr ähnlich ist der seltene Cossus terebrus ([Denis & Schiffermüller], 1775), der aber meist kleiner ist.

Wissenswertes:

Quellen:

Forster, W. & Th.A. Wohlfahrt (1960)
Heath & Emmet (1985)
Leraut, P. (1992)

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2001.04.26
Kurz Michael: 2003.02.12
Kurz Michael: 2012.02.26
Kurz Michael: 2014.01.04
nicht begutachtet