N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Papilio machaon machaon Linné, 1758

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio machaon Linnaeus, 1758: 462
Typenfundort: Schweden
Typus: Lectotypus : "27. Machaon"; "Machaon 750."; in coll. The Linnean Collections at The Linnean Society of London (Abbildung)

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Papilio sphyrus Hübner, 1823: pl. 155, f. 775-776. Jüngeres subjektives Synonym von Papilio machaon machaon Linnaeus, 1758. Typenfundort: Nicht angegeben (Europa).
? Papilio machaon var. aurantiaca de Selys-Longchamps, 1857: 4. Jüngeres subjektives Synonym von Papilio machaon machaon Linnaeus, 1758.
Papilio machaon var. marginalis Robbe, 1891: 395. Jüngeres subjektives Synonym von Papilio machaon machaon Linnaeus, 1758.
Papilio machaon ab. nigrofasciata Rothke, 1895: 303. Nicht verfügbare infrasubspezifische Form.
Papilio machaon ab. niger Heyne, [1895]: 694. Nicht verfügbare infrasubspezifische Form.
Papilio machaon britannicus Seitz, 1907. Jüngeres subjektives Synonym von Papilio machaon machaon Linnaeus, 1758.
Papilio machaon lapponica Verity, 1911. Jüngeres subjektives Synonym von Papilio machaon machaon Linnaeus, 1758.
Papilio machaon gorganus Fruhstorfer, 1922. Jüngeres subjektives Synonym von Papilio machaon machaon Linnaeus, 1758.
Papilio machaon hispanicus Eller, 1936. Jüngeres subjektives Synonym von Papilio machaon machaon Linnaeus, 1758.
Papilio machaon melitensis Eller, 1936. Jüngeres subjektives Synonym von Papilio machaon machaon Linnaeus, 1758 ?.

Old World Swallowtail
Le Machaon, Le Grand Porte-queue
Schwalbenschwanz
Macaone
Makaon

Habitus:

Rasse gorganus : Krim Rasse hispanicus : Portugal Rasse gorganus : Krim Rasse gorganus : Salzburg, Flachgau, Thalgau, Thalgauegg, Fundort 5/1, 1980.08.21, coll. Michael Kurz
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derselbe Falter von der Unterseite      
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Beschreibung:
untersucht: 1 , 2 . Spannweite: 62 mm, 71 - 79 mm. Kopf und Brust schwarz mit je einer gelbe Linie, die beiderseits bis zur Flügelwurzel reicht; Augen braun, Fühler schwarz; Flügel oben schwefelgelb bis hellgelb, am Vorderflügel mit einem breiten, schwarzen Rand, der von einer gelben Fleckenreihe unterbrochen wird (jeweils zwischen den Aderenden), sowie einer schwarzen Postdiskalbinde; Basaldrittel des Flügels schwarz, gelb bestäubt, die Adern und drei Flecke am Vorderrand ebenfalls schwarz; Hinteflügel geschwänzt, das postdiskale, schwarze Band blau bestäubt; am Analwinkel ein rot-blaues, schwarz umringtes Auge; Adern schwarz, der geschwungene Innenrand schwarz mit gelber Behaarung; Unterseite heller, die schwarzen, postdiskalen Bänder stark gelb bestäubt; submarginaler Bereich gelb; Innenrand der Hfl. gelb; Auf der Unterseite des Subanalfeldes des Hfl. eine tiefe Rinne; Körper schwarz, an den Seiten und unten gelb behaart.

Variabilität:
Die Weibchen sind meist größer und heller als die Männchen, mit breiteren Binden. Generell variiert die gelbe Grundfärbung deutlich im Ton und in der Helligkeit.

Verbreitung:

Die typische Unterart wurde aus Schweden beschrieben. Die übrigen Populationen Nord-, Mittel- und Südeuropas sind davon kaum verschieden (ausgenommen vielleicht ssp. melitensis, die sehr breite postdiskale schwarze Querbänder aufweist) und werden von den meisten Autoren zur typischen Unterart gerechnet. Sehr ähnlich sind auch manche Populationen Sibiriens, Chinas und Nordamerikas, während im Nahen Osten (ssp. syriacus), in Japan und Korea (ssp. hippocrates), auf Kamtschatka (ssp. kamtchadalus) und zum Teil auch in Nordamerika einige gut unterscheidbare Unterarten vorkommen. Die typische Unterart erreicht im Gebirge eine Höhe von 2000 m, verflogene Falter wurden ausnahmsweise auch bis 3000 m Höhe beobachtet (Higgins & Riley 1978, Tolman & Lewington 1998, Kurz & Kurz 2011).

Lebensweise:

Griechenland, Thessalien, Meteora, Kastraki, Doupiani-House, 2003.05.20 : Salzburg, Osterhorngruppe, Krispl Umgebung, Ochsenberg, 2001.08.12 Salzburg, Osterhorngruppe, Schlenken, Gipfel, 2006.06.15 Salzburg, Flachgau, Thalgau, Stilles Tal, 2000.04.22
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Steiermark, Nördliche Voralpen, Mariazell, Hubertussee Umgebung, 2004.06.07 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, 2004.07.18 Portugal, Lissabon, Mercês, Jardim Botânico de Lisboa, 2006.11.18  
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Die Art lebt in offenem, landwirtschaftlich nicht zu intensiv genutztem Gelände. In Nordeuropa sind dies meist Feuchtbiotope, wie Moore und Marschland, weiter südlich auch trockene Biotope, vor allem Magerwiesen und sogar heiße und sonnige Plätze (Tolman & Lewington 1998, Kurz & Kurz 2011). Die Art fliegt in 1 - 3 Generationen pro Jahr ( in Mitteleuropa meist April/Mai und Juli/August). Im Sommer fliegen die Tiere gerne gesellig an der höchsten Stelle von Hügeln und Bergen (hilltopping).

Entwicklungsstadien:

ohne Funddaten, 2007.05.16 Steiermark Portugal, Lissabon, Mercês, Jardim Botânico de Lisboa, 2006.11.18 Eine erwachsene Raupe: Österreich, Burgenland, Neusiedlersee-Gebiet, Lange Lacke, 2000.06.06
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Eine verpuppungsbereite Raupe: Österreich, Salzburg, Thalgau, 1986.09.29 Die Puppe zu vorigem Bild: Österreich, Salzburg, Thalgau, Aufnahme 1987.04.05    
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Beschreibung der ersten Stände nach Forster & Wohlfahrt (1976), sowie eigenen Beobachtungen.

Ei:
Die Eiablage erfolgt auf den Blättern der Futterpflanze. Das Ei ist kugelig mit schwacher Skulptur, anfangs hell grünlich, später dunkler, gelblich.

Raupe:
Die Raupe ist in der Jugend schwarz mit roten Warzen und großem, weißem Rückenfleck. Die erwachsene Raupe ist grün mit schwarzen Querstreifen in denen je 6 orangerote Punkte stehen. Zur Abwehr besitzt sie eine gelb-orange Nackengabel, aus der ein scharfes Sekret abgesondert werden kann. In sehr heißen Gebieten im Mittelmeerraum sind die Raupen nicht grün, sondern schwarz oder weiß, wobei die orangeroten Punkte erhalten bleiben. Futterpflanzen sind verschiedenste Schirmblütler und Rutaceae. Die Raupenzeit beträgt nur wenige Wochen, danach erfolgt die Verpuppung an robusten Stengeln oder abgestorbenen, verholzten Pflanzen.

Puppe:
Die Gürtelpuppe ist grün, gelb oder braun mit zwei Reihen stumpfer Erhöhungen auf den Segmenten der Bauchseite. Die Färbung scheint dabei direkt von der Umgebung beeinflusst zu werden. Die Puppe überwintert.

Anatomie:

     
-Genitalapparat: Schweiz      
Bild von: © Higgins 1975, modified
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-Genitalapparat (nach Higgins, 1975). Uncus gut enwickelt, mit schlanker, gerundeter Spitze; Scaphium verkümmert; Valven breit, Fortsatz des Cucullus gut slerotisiert, mit zahlreichen dorsalen Zähnen; Aedoeagus gekrümmt, kurz und massiv.

Diagnose:

Der Wüsten-Schwalbenschwanz (Papilio saharae Oberthür, 1879) ist äußerlich nicht zu unterscheiden, weist aber nur 30 - 31 Fühlersegmente auf (im Gegensatz zu 33 - 36 bei machaon). Papilio hospiton Guenée, 1839 und Papilio alexanor Esper, 1799 unterscheiden sich in der Flügelzeichnung: Bei P. hospiton ist die schwarze Zeichnung ausgedehnter, besonders entlang der Adern. Das Auge im Analwinkel des Hfl. ist nicht rund, sondern halbmondförmig, die Schwänze sind deutlich kürzer als bei P. machaon. Bei P. alexanor ist das schwarze Basalfeld des Vfl. zu einer Querbinde bei rund 1/4 reduziert, welche sich auch über den Hfl. fortsetzt. Die gelben Submarginalflecke des Vfl. sind meist zu einer durchgehenden Binde vereinigt.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 30 - 32 (!?, Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt 1976. Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. 1975. The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley 1978. Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2011. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 12 April 2011].
Leraut P. 1992. Les papillons dans leur milieu, Bordas
Linnaeus, C. 1758. Systema Naturae, Ed. X. (Systema naturae per regna tria naturae, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Tomus I. Editio decima, reformata.) Holmiae. Systema Nat. ed. 10 i-ii + 1-824
Tolman T. & R. Lewington 1998. Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart.

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2000.09.02
Kurz Michael: 2007.04.17
Kurz Michael: 2008.12.08
Kurz Michael: 2011.04.12
Kurz Michael: 2016.10.03
Kurz Michael: 2016.10.20
nicht begutachtet