N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Gonepteryx rhamni rhamni (Linné, 1758)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio rhamni Linnaeus, 1758: 470
Typenfundort: Europa und Afrika [Schweden]
Typus: Lectotypus : "Rhamni"; "Rhamni 765."; in coll. The Linnean Collections at The Linnean Society of London (Abbildung)

Brimstone
Le Citron
Zitronenfalter
Cedronella
Limonera

Habitus:

   
: Salzburg, Flachgau, Thalgau, 1974.08.01 derselbe Falter von der Unterseite    
Bild von: Kurz Michael
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Beschreibung:
(untersucht: 1 , 1 )

Vfl.-Länge: 26 mm, 31 mm
Spannweite: 50 mm, 61 mm
Der Kopf ist schwarzbraun mit kurzem, nach vorne gerichtetem, graurosa Stirnschopf. Die Augen sind braun, ihr Durchmesser beträgt 1,6 mm. Die Palpen sind rund 1,5 mal so lang wie der Augendurchmesser, nach vorne gerichtet und am Ende leicht nach unten gebogen. Sie sind oben graurosa, unten dicht gelb beschuppt, mit nach unten gerichteten, langen gelben Haaren. Der Hinterrand der Augen ist graurosa und weißlichgrau beschuppt. Die Fühlerlänge beträgt nur rund 1/3. Sie sind graurosa beschuppt mit am Ende graubrauner Fühlerkolbe. Der Thorax ist schwarz, oben mit langen weißen Haaren, unten dicht zitronengelb beschuppt und behaart, wobei sich am Ansatz der Flügel jeweils ein graurosa Haarbüschel befindet. Die Vfl. sind am Apex, die Hfl. an Ader Cu1 in eine Spitze ausgezogen. Die Oberseite der Flügel ist leuchtend zitronengelb, an der Basis ein wenig schwarz bestäubt, am Vorderrand, sowie an den Aderenden fein graurosa. An der Querader befindet sich auf Vfl. und Hfl. je ein oranger Punkt, der am Hfl. etwas größer ist. Die Unterseite ist weißlichgelb, matter im Farbton mit gleicher Zeichnung. Im Submarginalbereich des Außenrandes befindet sich zwischen den Adern je ein winziger, grauer Punkt. Die Punkte an den Queradern von Vfl. und Hfl. sind braungrau mit leicht rosa Ton. Die Beine sind dicht hellgelb beschuppt und bis zu den Femora in gleicher Farbe behaart, die Tarsen sind am Ende etwas dunkler.
Das Abdomen ist oben schwarz, an den Seiten spärlich, unterseits und am Ende aber dicht hellgelb beschuppt.

Das ist gleich gezeichnet wie das , die Grundfarbe der Flügeloberseite ist aber grünlichweiß mit nur leicht gelbem Ton. Auch die Flügelunterseite ist deutlich heller als beim , aber mit Ausnahme der unteren Flügelhälfte des Vfl. etwas dunkler als auf der Oberseite.

Variabilität:
Neben den Geschlechtsunterschieden beschränkt sich die Variabilität hauptsächlich auf die Größe (f. meridionalis Röber 1907 in Nordafrika und Südeuropa oft besonders groß).

Verbreitung:

Die Art ist von Nordwest-Afrika über Europa (bis 67° Nord) und die Türkei bis nach West-Sibirien, Kirgisien und die Mongolei verbreitet. Die Höhenverbreitung erstreckt sich je nach geographischer Breite von Meeresniveau bis 2800 m.

Lebensweise:

: Österreich, Salzburg, Umgebung Leogang, 2000.08.01 : Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf Zaunschirmwiese, ID JG0010-2-2,86 : Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Dillach Graben, ID JG0010-3-2,09 : Österreich, Salzburg, Leopoldskron, 2001.04.24
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: Steiermark, Kleingraben, 2001.07.15, ID JG0010-JG,17-1,63 Ukraine, Kharkov, 2008.04.19 Spanien, Galiza, A Coruña, Aranga, 2008.08.08  
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Der Zitronenfalter ist einer der langlebigsten Schmetterlinge. Er fliegt in einer Generation ab Juli, überwintert als Falter und erscheint danach im Frühjahr bis etwa Mai, sodass er ein Alter von über 10 Monaten erreichen kann. Dabei wird auch im Hochsommer oft eine Diapause eingelegt. Die Paarung erfolgt nach der Überwinterung. Da der Zitronenfalter ungeschützt im Freien überwintert, enthält seine Körperflüssigkeit eine Art Frostschutzmittel (vermutlich Glycerin), um das Einfrieren und die Bildung von Eiskristallen zu verhindern.

Die Art fliegt gerne in Waldnähe und in mit Strauchgehölzen und Felsen durchsetztem Gelände, wobei sie feuchtes wie trockenes Gelände bewohnt.

Parasitoide:
Aus einer Puppe schlüpfte ein einzelnes der Chalcidide Brachymeria femorata Raschka.

Entwicklungsstadien:

     
Die Gürtelpuppe an einem Heidelbeerzweig: Österreich, Oberösterreich, Munderfing, 1977.07.20      
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Ei:
Die Eiablage erfolgt einzeln an Ästchen dicht unterhalb der Blattknospen oder an sich entwickelnden Blättern. Das Ei ist kegelförmig, weißgrau, mit vier deutlichen Streifen.

Raupe:
Die Raupe ist mattgrün, an den Seiten heller und besitzt einen matten, weißen Längsstreifen über den Füßen. Der Kopf und die Stigmen sind dunkelgrün. Futterpflanze der Raupe sind verschiedene Rhamnus-Arten und Frangula alnus (Faulbaum). Sie frisst von Mai bis Anfang Juli an den Blättern, wobei sie sich besonders gerne längs der Mittelrippe aufhält.

Puppe:
Die Gürtelpuppe ist 20 - 25 mm lang und schmutzig bräunlichgelb gefärbt. Sie fällt besonders durch den spitzen Kopfteil und die stark aufgewölbten Flügelscheiden auf.

Diagnose:

 
G. rhamni : Österreich, Salzburg, Thalgau, 1974.08.01 G. farinosa : Griechenland, Peloponnes, Taygetos, Neochori-Pirgos, 1999.05.24 G. cleopatra cleopatra : Kroatien, Rab, Suha Punta, 1978.09.07  
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Die Männchen der südeuropäischen Gonepteryx cleopatra (Linné, 1767) sind auf der Oberseite der Vorderflügel mehr oder weniger ausgedeht orange, die der griechischen Gonepteryx farinosa (Zeller, 1847) sind auf der Oberseite der Hinterflügel deutlich blasser als auf den Vorderflügeln. Die Weibchen aller drei Arten sind einander sehr ähnlich, die beiden letztgenannten Arten sind auf der Unterseite sehr schwach orange getönt. Bei cleopatra- ist auf der Unterseite des Vfl. die obere Hälfte der Zelle leicht gelb, die Flügelspitzen sind weniger deutlich entwickelt.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 31 - 32 (?!, Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt 1976. Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart.
Harborne, J.B. 1995. Ökologische Biochemie, übersetzt von A. Held, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin, Oxford.
Higgins, L. 1975. The Classification of European Butterflies, Collins, London.
Higgins L.G. & N.D. Riley 1978. Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin.
Leraut P. 1992. Les papillons dans leur milieu, Bordas.
Linnaeus, C. 1758. Systema Naturae, Ed. X. (Systema naturae per regna tria naturae, secundum classes, ordines, genera, species, cum characteribus, differentiis, synonymis, locis. Tomus I. Editio decima, reformata.) Holmiae. Systema Nat. ed. 10 i-ii + 1-824.
Tolman T. & R. Lewington 1998. Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart.

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2000.10.03
Kurz Michael: 2006.01.05
Kurz Michael: 2008.09.08
Kurz Michael: 2008.11.10
Kurz Michael: 2011.04.14
nicht begutachtet