N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Thecla betulae (Linné, 1758)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio betulae Linnaeus, 1758, Syst. Nat., X
Typenfundort: Schweden (Verity, 1947)
Brown Hairstreak
Le Thécla du Bouleau
Nierenfleck, Birkenzipfelfalter
Tecla della betulla
Topacio

Verbreitung:

Die Art ist von Europa über das gemäßigte Asien bis zum Amurgebiet und Korea verbreitet. In Europa fehlt sie weitgehend der Iberischen Halbinsel, den südlichen Regionen Italiens und des Balkan, aber auch im Norden Irlands, Großbritanniens und Skandinaviens. Die Vertikalverbreitung ist gering. Sie reicht von wenig über Meeresniveau bis knapp über 1000 m Höhe.

Lebensweise:

Steiermark, Mittelst.B., Umg.Rein, Mühlbachgraben, 2000.08.25, ID JG0010-JG,14-2,10 Steiermark, Mittelst.B., Umg.Rein, Mühlbachgraben, 2000.08.25, ID JG0010-JG,14-2,13 Steiermark, Mittelst.B., Umg.Rein, Mühlbachgraben, 2000.08.25, ID JG0010-JG,14-2,17 Steiermark, Mittelst.B., Umg.Rein, Mühlbachgraben, 2000.08.25, ID JG0010-JG,14-2,20
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Steiermark, Mittelst.B., Umg.Rein, Mühlbachgraben Lechnerhofwiese, 2000.09.09, ID JG0010-JG,14-2,63 Schweden, Getterön, Varberg, 2008.08.06 derselbe Falter: Schweden, Getterön, Varberg, 2008.08.06  
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Die Art bewohnt sonnige Lichtungen und reich strukturierte Waldränder in Laub- und Mischwäldern, sowie hohe Gebüsche, sofern die Futterpflanzen der Raupe (Prunus spinosa Linné) in ausreichender Menge vorkommt. Dabei tritt sie meist einzeln und nicht allzu häufig auf. Die Flugzeit erstreckt sich in einer Generation von Ende Juli bis Anfang September, vereinzelt auch bis Mitte Oktober.

Entwicklungsstadien:

Ei:
Die Eier werden einzeln an die Futterpflanze abgelegt. Sie sind weiß, halbkugelig, mit ausgeprägter Rippenstruktur. Der Micropylpol ist von einem erhabenen Wall umgeben.

Raupe:
Die Raupe ist länglich asselförmig, blaugrün mit gelber Rücken- und Seitenlinie, sowie gelben Schrägstreifen an den Seiten. Der kleine Kopf ist braun und kann in die vorderen Segmente eingezogen werden. Der Körper ist zudem kurz und fein, aber sehr schütter behaart. Die Raupe überwintert fertig entwickelt innerhalb der Eihülle. Sie schlüpft, sobald die Knospen im Frühjahr aufbrechen (April) und ist Ende Mai, Anfang Juni erwachsen. Futterpflanze ist hauptsächlich Prunus spinosa Linné, daneben werden auch noch Prunus domestica Linné, sowie Betula-Arten, Corylus avellana Linné und Prunus cerasus Linné angegeben. Die Raupen fressen bevorzugt am Morgen und Abend und halten sich tagsüber ruhig auf der Mittelrippe der Blätter auf.

Puppe:
Die Puppe hängt nach Sauer (1992) an einem dünnen Gürtelfaden an Blättern der Futterpflanze, nach Forster & Wohlfahrt (1978) erfolgt die Verpuppung an der Erde. Sie ist rund, sehr glatt, hellbraun, sowie fein heller und dunkler gestrichelt. Sie soll von Lasius niger besucht werden (Tolman & Lewington, 1992).

Diagnose:

An Hand der Zeichnung der Hfl.-Unterseite ist die Art in Europa unverwechselbar. Sie ist zudem die größte europäische Lycaeniden-Art, wobei die zusätzlich noch durch große orange Flecken auf der Vfl.-Oberseite gekennzeichnet sind.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 16 (Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Sauer F. (1992): Die schönsten Raupen nach Farbfotos erkannt, Fauna-Verlag, Karlsfeld
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2005.01.31
Kurz Michael: 2006.02.08
Kurz Michael: 2008.12.08
nicht begutachtet