N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Lycaena phlaeas phlaeas (Linné, 1761)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio phlaeas Linnaeus, 1761: 285.
Typenfundort: Westmanniae (Vaestmanland, Schweden)
Typus: nicht festgelegt

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
aestivus Zeller, 1847, Isis von Oken 1847 (1): 39
caeruleopunctata Krulikovskii, 1893, Soc. ent 7: 164
eleus Fabricius, 1798, Ent. Syst. Suppl.: 430
timeus Cramer, 1777, Uitl. Kap 2 (16): 137
turcicus Gerhard, 1853, Vers. monog. europ. Schmett.: 5

Small copper, Small sorrel copper
Le Cuivré commun, Le Bronzé
eigentlicher Kleiner Feuerfalter
Argo bronzato
Manto bicolor

Habitus:

f. albicans f. eleus Unterseite
Bild von: Seitz 1909
Detailansicht
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Variabilität:
Der Geschlechtdichroismus ist vergleichsweise gering. Sommertiere sind oberseits meist stärker verdunkelt, das Schwänzchen am Hfl. ist länger (gen. aest. aestiva Z., auch als f. elea Fabricius bezeichnet). Als f. suffusa Tutt werden extrem dunkle Tiere bezeichnet. Gelegentlich sind auf der Oberseite der Hfl. proximal der roten Binde blaue Fleckchen entwickelt. Solche Tiere werden als f. caeruleopunctata Rühl bezeichnet.

Verbreitung:

Die typische Unterart ist von den kanarischen Inseln und Nordafrika über Europa und die Türkei bis Zentralasien verbreitet, wo sie mit bis über 3700 m auch die größte Vertikalverbreitung erreicht (in Europa bis 2400 m, in Nordafrika bis 2700 m nach Tolman & Lewington 1998).

Lebensweise:

Salzburg, Flachgau, Eugendorf, Sophiensiedlung, 2002.07.03, ID HdN-1108 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, ID JG0010-3-1,58 Steiermark, ID JG0010-4-2,13 Steiermark, ID JG0010-4-2,16
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Bild von: © Gillmann Johannes
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Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Dillach, Kapellen Wiesen, 1998.08.01, ID JG0010-4-2,25 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Dillach Graben, ID JG0010-5-1,20 Steiermark, Kleingraben Wiese, 2000.07.16, ID JG0010-JG,13-1,51 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Gnaning, Enzelsdorferstraße, 2001.07.08, ID JG0010-JG,17-1,47
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Steiermark, Kleingraben Wiese, 2004.05.21, ID JG0010-JG,D00,609 Spanien, Malaga, Nerja, Maro, Barranco Sanguino, 2007.07.27 Österreich, Salzburg, Michaelbeuern, 2001.05.24 Österreich, Salzburg, Michaelbeuern, 2001.05.24
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Die Art ist relativ euryök und kommt in blütenreichem, offenem Gelände vor. Sie ist sowohl auf Flachmooren, als auch auf trockenem Brachland, an Wegrändern und sogar an sandigen Stellen zu finden (Kurz & Kurz 2016). Die Flugzeit erstreckt sich auf den Kanaren über das ganze Jahr in mehreren sich überschneidenden Generationen, in Europa kommen je nach der geographischen Breite 2 - 3 Generationen von (Februar) Mai bis September (Oktober) vor (Tolman & Lewington 1998).

Entwicklungsstadien:

Beschreibung der ersten Stände nach Forster & Wohlfahrt (1976):

Ei: Das Ei ist halbkugelig und graugrün und weist unregelmäßige, wabenartig vertiefte Fünf- und Sechsecke auf, deren Wände weißlich gefärbt sind.

Raupe: Die Raupe ist variabel grün, mit gelber, rötlicher oder bräunlicher Rückenlinie und rotbraunem Kopf. Sie überwintert als kleines Räupchen (gelegentlich auch im Ei) und lebt an verschiedenen Rumex-Arten. An trockenen Stellen sollen auch Polygonum-Arten als Futterpflanzen dienen.

Puppe: Die Puppe ist gelblichbraun mit schwarzen Punkten. Die Adern treten auf den Flügelscheiden schwach dunkler hervor.

Diagnose:

Durch die geringe Größe, die vergleichsweise geringe Zahl schwarzer Punkte auf der Vfl.-Oberseite, die bis auf die rote Randbinde praktisch ungezeichnete Hfl.-Oberseite und das kurze Schwänzchen auf Cu2 des Hfl. ist die Art in Europa sehr gut charakterisiert und kaum zu verwechseln. Als ssp. polaris Courvoisier, 1911 werden die Populationen des arktischen Fennoskandien (66 - 70° N) bezeichnet. Sie unterscheidet sich von der Nominatform durch taubengraue (nicht graubraune) Hfl.-Unterseite und kontrastvolle, große schwarze Flecken auf der Vfl.-Unterseite. Die ssp. phlaeoides (Staudinger, 1901) von Madeira ist unterseits ebenfalls kontrastreicher gezeichnet, die Hfl.-Unterseite ist aber graubraun wie bei der typischen Unterart. Bei der ssp. shima Gabriel, 1954 aus SW Arabien und Yemen ist die Hfl.-Unterseite orange ohne Zeichung, während ssp. chinensis Felder, 1862 größer als die Nominatform ist und eine mehr orange Hfl-Unterseite bei gleicher Zeichnung aufweist. Die afrikanischen Unterarten abottii (Holland, 1892), ethiopica (Poulton, 1922) und pseudophlaeas (Lucas, 1866), die vielleicht mit shima zu einer distinkten Art zu ziehen sind, sind auf der Hfl.-Oberseite z.T. weitgehend orange, die Hfl.-Unterseite ist orangegrau.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 24 (Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt 1976. Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. 1975. The Classification of European Butterflies, Collins, London
Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2016. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 19 September 2016].
Linnaeus, C. 1761. Fauna Suecica (2.Ausgabe), 578 pp. Stockholm
Tolman T. & R. Lewington 1998. Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart.

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2001.07.03
Kurz Michael: 2006.02.13
Kurz Michael: 2010.04.04
Kurz Michael: 2016.09.19
Kurz Michael: 2016.09.20
Kurz Michael: 2016.09.21
nicht begutachtet