N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Lycaena tityrus tityrus (Poda, 1761)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio tityrus Poda, 1761
Typenfundort: Österreich, Graz
Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Papilio dorilis Hufnagel, 1766

Sooty Copper
Le Cuivré Fuligineux
eigentlicher Brauner Feuerfalter, Schwefelvögelchen
Manto oscuro

Habitus:

Variabilität
Im Gegensatz zu allen anderen Feuerfaltern weisen bei dieser Art die mehr Rot auf der Oberseite auf als die , die bis auf eine schmale orange Marginalbinde am Hfl. oberseits fast einfarbig dunkelbraun sind. Diese fehlt im übrigen auch bei der Frühjahrsform, welche auch auf der Unterseite mehr grau ist.

Verbreitung:

Die typische ssp. tityrus kommt von Nordspanien über Mittel- und Südeuropa (mit Ausnahme der Iberischen Halbinseln und der Tyrrhenischen Inseln), die Türkei, Sibirien und den Ural bis Kasachstan und zum Altai vor. Die Höhenverbreitung ist gering, von wenig über Meeresniveau bis knapp über 1000 m, in Südeuropa auch bis gegen 1500 m. Darüber wird sie von der ssp. subalpinus Speyer, 1851 abgelöst.

Lebensweise:

Salzburg, Flachgau, Eugendorf, Sophiensiedlung, 2002.07.29, ID HdN-1133 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Dillach, Kapellen Wiesen, 1999.05.16, ID JG0010-6-1,86 Steiermark, Grazer Bucht West, Sausal, St.Nikolai im S. Umg., 1999.05.19, ID JG0010-6-1,96 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf Zaunschirmwiese, 1999.05.24, ID JG0010-6-2,19
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf Zaunschirmwiese, 1999.07.30, ID JG0010-8-1,66 Steiermark, Kleingraben Wiese, 2001.05.23, ID JG0010-JG,15-2,99 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf Zaunschirmwiese, 1999.07.30, ID JG0010-8-1,68 Steiermark, Kleingraben Wiese, 2002.05.11, ID JG0010-JG,18-2,15
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
   
Steiermark, Kleingraben Wiese, 2004.05.21, ID JG0010-JG,D00,607 : Österreich, Salzburg, Thalgau, 2001.05.26    
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
   

Die Art lebt auf blumenreichen feuchten und trockenen Wiesen, an Wegrändern aber auch am Rand nicht zu intensiv bewirtschafteter Fettwiesen. Sie ist aber auch auf Flachmooren, sowie an Wassergräben zu finden. Darüber hinaus soll sie auch an warmen und sandigen Lokalitäten vorkommen, ist also relativ euryök. Die beiden generationen fliegen von April bis anfang Juni und von Juli bis Anfang September. In Südeuropa tritt eine teilweise eine unvollständige 3. Generation auf.

Entwicklungsstadien:

Ei:
Die Eier werden einzeln auf der Unterseite bodennaher Blätter der Futterpflanze abgelegt. Sie sind halbkugelig, mattgrün und am Scheitel etwas dunkler. Ihre Oberfläche weist eine wabenartige Struktur aus Sechsecken auf.

Raupe:
Die Raupe überwintert klein an der Basis der Futterpflanze. Jung erzeugt sie Schabefraß an den Blättern von Rumex-Arten. Erwachsen ist sie einfarbig hellgrün mit ganz fein weißlicher Punktierung und kurzer feiner Behaarung. Erwachsene Raupen sind im April und wieder im Juni und Juli zu finden.

Puppe:
Die Puppe ist grünlich bis bräunlich, an den Seiten etwas heller und mit dunkler Rückenlinie. Außerdem ist sie fein dunkel punktiert.

Diagnose:

Bei der ssp. subalpinus Speyer, 1851 sind beide Geschlechter oberseits dunkelbraun und fast zeichnungslos (abgesehen vom dunklen Diskoidalfleck), die können gelegentlich noch einige orange Randpunkte auf der Hfl.-Oberseite aufweisen. Die Unterseite ist mehr grau und weniger gelblich als bei der typischen Unterart. Bei der ssp. bleusei (Oberthür, 1884) aus Zentralspanien sind auch die auf der Oberseite ausgedehnter rot gefärbt.

Die sind auf Grund der fast völlig fehlenden roten Zeichnungselemente und der gelbgrauen Unterseite von anderen Lycaena-Arten gut zu unterscheiden, bei den kann die Unterscheidung von Lycaena alciphron (Rottemburg, 1775) und Lycaena hippothoe hippothoe (Linné, 1761) gelegentlich schwierig sein. Allerdings sind bei Lycaena tityrus tityrus Poda, 1761 die dunklen Flecke auf Ober- und Unterseite kräftiger entwickelt, die Hfl.-Unterseite ist mehr gelblich und kontrastreicher.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 24 (Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Sauer F. (1992): Die schönsten Raupen nach Farbfotos erkannt, Fauna-Verlag, Karlsfeld
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2001.07.03
Kurz Michael: 2006.02.14
nicht begutachtet