N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Gazoryctra ganna (Hübner, [1808])

Allgemeine Angaben:

Bombyx ganna Hübner, [1808], Samm. Europ. Schmett.

Habitus:

     
: Salzburg, Hohe Tauern, Fusch, Hirzbachtal, Gleiwitzerhütte, 2174 m, 1958.08.11, leg. Karl Mazzuko, coll. Haus der Natur, Salzburg      
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
     

Beschreibung:
(untersucht: 1 )

Vfl.-Länge: 15 mm
Spannweite: 32 mm
Kopf, Stirn und die sehr kurzen Palpen dicht und lang braun behaart; Augen schwarz, 0,85 mm Durchmesser, Augenabstand (frontal) etwas größer als der Augendurchmesser; Scapus beige behaart; Fühler ca. 1/4, hellbraun, fadenförmig, fein bewimpert.
Thorax dicht und lang behaart, vorne dunkelbraun, nach hinten und an den Seiten zunehmend heller, fast beige; Vfl. oberseits rehbraun, mit weißer, fein dunkelbraun begrenzter, aus Flecken bestehender Zeichnung: Am Innenrand nahe der Basis zwei Fleckchen, drei entlang der Costa, ein hakenförmiger Fleck in der Flügelmitte bei rund 1/3 und eine teils unterbrochene, unregelmäßige Fleckenreihe, die vom Apex schräg nach innen quer über den Flügel zum Innenrand bis etwa 2/3 zieht; am Außenrand gegen den Innenwinkel drei weitere kleine Fleckchen; Fransen am Apex rehbraun, am Außenrand mehr beige, glänzend; Hfl. mit schmal lanzettlichen Schuppen, die im basalen Dritten die Membran nicht vollständig bedecken; Färbung rehbraun, basal beige aufgehellt, Vorderrand etwas dunkler; Fransen am Apex rehbraun, am Außenrand beige, glänzend; Unterseite ähnlich wie die Oberseite, die weiße Zeichnung aber nur schwach durchschimmernd; Beine lang und dicht dunkel rehbraun behaart. Nach Viette (1948) besitzt die Vordertibie eine Epiphyse, die Mittel- und Hintertibien sind unbedornt.
Abdomen dunkelbraun, kürzer, aber ebenfalls dicht behaart, in der Färbung gemischt von dunkelbraun bis beige.

Variabilität:
Das ist etwas größer und heller als das , mehr gelblich.

Verbreitung:

Die Art fliegt in den Alpen oberhalb der Baumgrenze bis 2500 m Höhe und soll lokal auch in Ostpreußen vorkommen. Darüber hinaus kommt sie in Nordeuropa von Finnland bis Ostsibirien und in den französischen Pyrenäen vor. Karsholt & Razowski (1996) melden die Art aus Frankreich, Italien, Deutschland, Schweiz, Österreich, Polen, Finnland und "Osteuropa".

Lebensweise:

Die Falter fliegen kurz nach der Morgendämmerung und sind recht selten. Die Flugzeit ist Juli und August.

Entwicklungsstadien:

Die ersten Stände sind unbekannt.

Anatomie:

(nach Viette, 1948)

:
Genitalapparat:
Das Tegumen besitzt seitlich der mittleren Einbuchtung zwei Paar Fortsätze: Oben ein Paar kürzer und unten ein Paar längerer Fortsätze; diese Fortsätze sind dunkler gefärbt und stärker sklerotisiert, fast schwarz am gezähnten Rand; die Juxta ist klein; die Valven sind vergleichsweise groß, am caudalen Rand ein bisschen geschwungen und besitzen an ihrer Basis einen abgeplatteten Fortsatz in Form einer Zunge; das Vinculum ist wenig entwickelt.

Diagnose:

Durch die deutlich begrenzten, weißen Flecken auf rehbraunem Grund ist die Art gut charakterisiert und kaum zu verwechseln.

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1960): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 3, Spinner und Schwärmer, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken (2004): Hepialidae. In - Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken (eds.). Lepidoptera, Moths. – Fauna Europaea version 1.1, http://www.faunaeur.org [online 2008.05.16].
Karsholt, O & J. Razowski (1996): The Lepidoptera of Europa. A distributional checklist, Apollo-Books, Stenstrup
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Viette P. (1948): Faune de France, 49, Lépidoptères homoneures, Paris

Autor: Michael Kurz
Publikationsdatum: 2006.01.07
Naturkundliches Informationssystem
Letzte Änderung: 2007.12.02