N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Anthocharis belia (Linné, 1767)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio belia Linnaeus, 1767
Typenfundort: Algerien, "Barbaria"
Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Papilio eupheno Linnaeus, 1767

Morocco Orange Tip

Habitus:

: Marokko, Er-Rif, Al Hoceima Umgebung, 2003.04.06, leg. Hausenblas/Zeller, coll. Michael Kurz : Marokko, Er-Rif, Al Hoceima Umgebung, 2003.04.06, leg. Hausenblas/Zeller, coll. Christof Zeller : Marokko A. belia androgyne : Marokko
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: Marokko Unterseite: Marokko, Er-Rif, Al Hoceima Umgebung, 2003.04.06, leg. Hausenblas/Zeller, coll. Michael Kurz Unterseite: Marokko, Er-Rif, Al Hoceima Umgebung, 2003.04.06, leg. Hausenblas/Zeller, coll. Christof Zeller  
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Beschreibung:
(untersucht: 1 )

:
Vfl.-Länge: 17 mm
Spannweite: 33 mm
Der Kopf ist schwarz, der lange, nach vorne gerichtete Stirnbusch oben schwarz, seitlich und unten orange. Die schwarzen, durchscheinend orange belegten Augen haben einen Durchmesser von 1,2 mm. Die Palpen sind gerade nach vorne gerichtet, schwarz, mit dichter, gelber Bestäubung und einzelnen, langen, nach unten gerichteten schwarzen Haaren. Die Beschuppung hinter den Augen ist schwarz, gelb und orange gemischt. Die Fühlerlänge beträgt rund 1/2. Die Fühler sind braun, mit zum Teil dichter, gelblichweißer Beschuppung und weißoranger Fühlerkolbe.
Der Thorax ist oberseits schwarz, mit langer, schütterer, weißgrauer Behaarung, die am Halsansatz auch orange gemischt ist. Unterseits ist der Thorax dicht hell zitronengeln beschuppt, mit gleichfarbiger, langer Behaarung. Die Oberseite der Flügel ist hell zitronengelb mit verschwommen schwarz gesprenkelter Basis. Die distale Hälfte des Vfl. ist bis auf den Apex leuchtend orange. Dieser ist schwarzbraun, orange gesprenkelt, wobei sich die dunkle Färbung in einer Fleckenreihe an den Aderenden am Außenrand nach unten zieht. Zwischen den Adern befinden sich am Apex kleine orange Fleckchen. Entlang des orangen Bereichs zieht sich an der Grenze zur zitronengelben Grundfärbung ein schmaler schwarzbrauner Streifen von der Costa bis zum Innenwinkel, der im Bereich des Diskus verdichtet, in Richtung Innenwinkel aber mehr verschwommen ist. Die Hfl.-Oberseite besitzt keine zusätzlichen Zeichnungen, die Fransen sind am Außenrand aber orange (sonst gleich der Grundfarbe). Die Unterseite des Vfl. ist hell zitronengelb mit ähnlicher Zeichnung wie auf der Oberseite. Von der dunkeln Begrenzung zwischen orangem Außen- und gelbem Innenbereich ist aber nur ein etwas länglicher Diskalfleck übrig, der Apex ist zudem gelb. Die Hfl.-Unterseite ist intensiv zitronengelb, am Vorderrand mit zwei schwarzbraunen Flecken, die sich in gebogenen, verschwommenen und unvollständigen, schwarz und orange gesprenkelten Querbinden nach unten fortsetzen. Am Apex und etwas darunter befindet sich noch je ein kleiner, verwaschener, grauer Fleck. An der Basis des Analrandes sind die Hfl. auf der Unterseite schütter gelb behaart. Die Beine sind schwarzbraun, Tibien und Tarsen hellbraun mit bis zu den Femora dichter, distal schütterer zitronengelber bis oranger Beschuppung. Die bis zu den Femora reichende, lange Behaarung ist ebenfalls zitronengelb und orange gemischt.
Das Abdomen ist oben schwarz mit sehr schütterer, heller Behaarung, unterseits dicht zitronengelb bestäubt. Die Abdomenspitze ist orange.

Verbreitung:

Das Taxon ist in Nordwestafrika von Marokko über Algerien bis Tunesien verbreitet. Die vertikale Verbreitung reicht von Meeresniveau bis 2000 m.

Lebensweise:

Die Art fliegt an trockenen, offenen, blütenreichen Stellen, aber auch im buschigen Gelände und an Waldrändern. Die Flugzeit erstreckt sich in einer Generation je nach der Höhenlage von Ende Februar (Südmarokko) bis Mai, einzelne frische Tiere treten aber auch noch im Juni und Anfang Juli auf.

Entwicklungsstadien:

Eine Beschreibung der ersten Stände liegt nicht vor. Als Futterflanzen der Raupen werden Biscutella-Arten angegeben.

Diagnose:

Anhand der reduzierten Zeichnung der Hfl.-Unterseite ist das Taxon in beiden Geschlechtern deutlich von den verwandten gelben Anthocharis-Arten zu unterscheiden, besonders von Anthocharis euphenoides Staudinger, 1869 (oft auch nur als ssp. von belia betrachtet !) und Anthocharis damone Boisduval, 1836.

Im -Genitalapparat bestehen zwischen den drei genannten Arten kaum Unterschiede (Higgins, 1975).

Wissenswertes:

Quellen:

Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2006.01.04
Kurz Michael: 2007.07.22
Kurz Michael: 2014.09.05
Kurz Michael: 2016.07.12
nicht begutachtet