N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Anthocharis gruneri Herrich-Schäffer, 1851

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Anthocharis gruneri Herrich-Schäffer, 1851
Typenfundort: "Kreta" ?, Griechenland
Gruner´s Orange Tip

Habitus:

: Griechenland, Makedonien, Presper-Seen, 2002.05.06, leg. Hausenblas/Zeller, coll. Michael Kurz : Griechenland, Makedonien, Presper-Seen, 2002.05.06, leg. Hausenblas/Zeller, coll. Christof Zeller A. gruneri armeniaca : Armenien A. gruneri armeniaca : Armenien
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Unterseite: Griechenland, Makedonien, Presper-Seen, 2002.05.06, leg. Hausenblas/Zeller, coll. Michael Kurz underside: Griechenland, Makedonien, Presper-Seen, 2002.05.06, leg. Hausenblas/Zeller, coll. Christof Zeller    
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Beschreibung:
(untersucht: 1 )

:
Vfl.-Länge: 16 mm
Spannweite: 30 mm
Der Kopf ist schwarz, der nach vorne gerichtete Stirnbusch oben schwarz, unten weiß. Die Palpen sind gerade nach vorne gerichtet, etwas länger als der Augendurchmesser, schwarz, und mit Ausnahme des Endgliedes anliegend weiß beschuppt. Nach unten stehen lange weiße, sowie einige schwarze Haare weg. Die Augen sind rund 1,1 mm im Durchmesser, dunkelgrau. Die Beschuppung am Augenhinterrand ist schwarz-geblich gemischt. Die Länge der Fühler ist rund 1/2, sie sind braun mit schütterer, weißer Beschuppung und überwiegend fahlgelber Fühlerkolbe.
Der Thorax ist schwarz, unterseits gelblichweiß gesprenkelt und seitlich am Halsansatz, sowie unterseits lang weißlichgrau bis gelblichweiß behaart. Die Flügeloberseite ist fahl gelblich, die Flügelbasis aller Flügel und der Vorderrand der Vfl. sind schwarz gesprenkelt. Die distale Hälfte des Vfl. ist orange mit Ausnahme des graubraunen Apex, dessen Färbung sich schmal am Außenrand fortsetzt. Zwischen den Adern befinden sich am Apex und außenrand kleine helle Fleckchen. Am Ende der Zelle befindet sich ein kleiner, schwarzbrauner, ovaler Fleck, der sich in einer unscharfen, schmal bindenartigen Sprenkelung im orangen Teil an der Grenze zum fahlgelben Flügelbereich nach oben bis zur Costa, nach unten fast bis zum Innenwinkel fortsetzt. Der Hfl. besitzt keine weitere Zeichnung, jene der Unterseite schimmert aber stark durch. Die Zeichnung und Färbung der Vfl.-Unterseite ist gleich wie jene der Oberseite, allerdings fehlt due dunkle, bindenartige Sprenkelung zwischen dem orangen und dem fahlgelben Flügelbereich, die dunkle Bestäubung an Apex und Außenrand ist stark gelblich durchmischt. Die Grundfarbe der Hfl.-Unterseite ist mehr weißlich, mit zu Flecken und Binden verdichteter, olivgrün wirkender Sprenkelung (aus schwarzen und gelben Schuppen zusammen gesetzt). Diese lässt deutlich begrenzte weiße Flecken und eine weiße, fleckenartige, unterbrochene, breite Submarginalbinde am Außenrand frei. Die Beine sind bis zu den Femora schwarzbraun, Tibien und Tarsen aber hellbraun. Die Beine sind mehr oder weniger gelblichweiß gesprenkelt und bis zu den Femora lang weißlich behaart.
Das Abdomen ist oben schwarzbraun, unten aber dicht gelblichweiß beschuppt, am Ansatz mit langer weißgrauer Behaarung.

Verbreitung:

Die Art ist in Europa lokal in Albanien, Mazedonien, SW-Bulgarien und Griechenland verbreitet. Darüber hinaus kommt sie in der Türkei, Israel, Syrien, dem Nordirak und im Iran vor. Die vertikale Verbreitung reicht von rund 100 bis gegen 1800 m Höhe in Europa (Tolman & Lewington, 1998), in der Türkei erreicht sie aber bereits Höhen bis 3400 m.

Lebensweise:

   
Türkei, Hakkari, 2008.06.24 Türkei, Provinz Hakkari, 3400 m, 2008.06.25    
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Lebensraum sind trockene, heiße, felsige Stellen über Kalkuntergrund, die zum Teil mit Sträuchern oder kleinen Bäumen durchsetzt sind. Je nach der Höhenlage fliegen die Falter in einer Generation von März bis Mai, es liegen aber auch Meldungen von frischen Männchen von Anfang Juli vor.

Entwicklungsstadien:

In der vorliegenden Sekundärliteratur finden sich keine detaillierten Beschreibungen der ersten Stände. Die Raupe frisst an Blättern und jungen Früchten von Aethionema saxatile und Aethionema orbiculatum. Die Verpuppung erfolgt an vetrockneten Stengeln. Die Puppe ist hellgrün bis lederfarben.

Diagnose:

Die Art ist wesentlich kleiner als Anthocharis cardamines, das ist fahlgelb gegenüber weißlich. Bei gruneri sind die fahlgelbbe Basalhälfte und die orange Außenhälfte des Vfl. durch eine verschwommene dunkle Binde getrennt, die bei cardamines fehlt. Bei den von gruneri ist der Diskoidalfleck größer, bis zum Vorderrand reichend und rechteckig. Im -Genitalapparat besitzt gruneri die vergleichsweise kürzesten und breitesten Valven der europäischen Anthocharis-Arten (Higgins, 1975).

Wissenswertes:

Quellen:

Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2006.01.04
Kurz Michael: 2006.01.19
Kurz Michael: 2008.07.16
Kurz Michael: 2008.12.29
Kurz Michael: 2009.01.01
Kurz Michael: 2014.09.05
Kurz Michael: 2016.07.12
nicht begutachtet