N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Micropterix isobasella Staudinger, 1871

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Micropteryx isobasella Staudinger, 1871; Berl.Ent.Zeitschr., p. 289
Typenfundort: Italien, Westalpengebiet, Macugnaga
Typus: in coll. ZMB, Berlin

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
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Habitus:

   
: Valais, Zwischbergental, 1650 m, 2002.07.23, leg. Renate Hausenblas und Christof Zeller, coll. Christof Zeller : Valais, Zwischbergental, 1650 m, 2002.07.23, leg. Renate Hausenblas und Christof Zeller, coll. Christof Zeller    
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
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Schema der Flügelzeichnung:

Beschreibung:
(untersucht: 2 , 5 )
Vfl.-Länge: 3,5 - 3,8 mm; 3,0 - 4,4 mm
Spannweite: 6,9 - 7,8 mm; 6,0 - 9,0 mm

Kopf schwarzbraun; Kopfhaare rostgelb; Fühler dunkelbraun, kupfrig glänzend, beim knapp über 3/4, beim knapp über 1/2;
Thorax bronzegolden; Tegulae bronzegolden, vor allem caudal mit einzelnen purpurnen Schuppen; Vfl. golden mit leicht grünlichem Ton, die Costa bis 3/4 schmal purpurn, dann bis zum Apex so wie der Außenrand bronzegolden; bei 1/3 und 2/3 kaum erkennbare, etwas dunkler goldene Querbinden oder Flecken; Flügelbasis von der Costa bis ca. 1/3 der Flügelbreite ebenfalls geringfügig dunkler golden; Fransen hellgolden, vor allem an ihrer Basis purpurn getönt; Hfl. bronzegolden mit purpurner Tönung; Fransen golden, purpurn angehaucht; Beine und Abdomen braun, goldglänzend.

Variabilität:
Die untersuchten Tiere unterscheiden sich lediglich in der Größe. Ein fällt durch seine geringe Spannweite von nur 6mm auf. Whitebread (1992) erwähnt, dass Weber 1936 einige Tiere mit zwei blass rötlich-goldenen Binden gefunden hat (f. weberi Müller-Rutz).

Verbreitung:

Nach Meeß in Spuler (1910) und Meyrick (1912) dürfte die Art in der südlichen Schweiz und im angrenzenden Norditalien vorkommen. Die Angaben für Sizilien dürften sich auf M. sicanella Z. (f. obsoleta), jene für Nordafrika auf Micropterix constantinella Heath, 1986 oder Micropterix eatoniella Heath, 1986 beziehen (Heath (1986). Auch Karsholt und Razowski (1996) melden die Art aus Italien und der Schweiz. Die untersuchten Tiere stammen aus der Schweiz (Simplon-Gebiet).

Lebensweise:

Zwei der untersuchten Tiere wurden um Lonicera schwärmend gefunden. Weitere Funde wurden im lichten Lärchen-Kiefernmischwald - auf einem trockenen Südhang - am Wegrand in der Hochstaudenflur auf 1650 - 1800 m Höhe gemacht.

Entwicklungsstadien:

Die ersten Stände sind unbekannt.

Anatomie:

, Cuticula, schematisiert -Genitalapparat Präp.-Nr. 805 M.Kurz: Valais, Zwischbergental, 1650 m 2002.07.23, leg. Renatae Hausenblas, Christof Zeller, coll. Michael Kurz, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 343, M.Kurz: "Helvetia; Laquintal; 18.7.1936; leg. P.Weber", Rückseite: "Laquintal; Simplon, 18.VII.36; 12284; ", "M. isobasella; f. weberi M.R.", coll.Klimesch (ZSM, München) -Genitalapparat Präp.-Nr. 806 M.Kurz, Kalilaugenpräparat: Valais, Zwischbergental, 1650 m, 2002.07.23, leg. Renate Hausenblas, Christof, Zeller, coll. Michael Kurz
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-Genitalapparat Präp.-Nr. 806 M.Kurz, Dauerpräparat: Valais, Zwischbergental, 1650 m, 2002.07.23, leg. Renate Hausenblas, Christof, Zeller, coll. Michael Kurz -Genitalapparat, Präp.-Nr. 806, M.Kurz: Valais, Zwischbergental, 1650 m, 2002.07.23, leg. Renate Hausenblas, Christof Zeller, coll. Michael Kurz    
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Beschreibung:
(untersucht: 2 , 1 )

:
Cuticula:
Tergite 3 - 7 mit stark modifizierten cephalen Rändern; 8. Tergit reduziert, wie das 7. Tergit mit chitinisierter Querleiste; Sternite 3 - 6 ohne Sonderbildungen (nur mit stärker chitinisierter Querleiste); 7. Sternit reduziert, in der Mitte verschmälert, mit chitinisierter Querleiste; 8. Sternit zu zwei kleinen, länglichen Chitinplättchen reduziert.
Genitalapparat:
Uncus mäßig lang, etwas gedrungen, mit breiter Spitze; unterhalb des Uncus ein paariges Haarbüschel; akzessorische Klammerorgane mäßig lang, annähernd kielförmig, am geschwungenen Vorderrand mit rund 11-12 längeren, geraden, nicht differenzierten Stacheln; etwas nach innen versetzt eine weitere (unregelmäßige) Reihe von 5-6 kürzeren, schwächeren Stacheln; diese erscheinen in einem Präparat gefaltet, dürften also stärker differenziert sein; am oberen Ansatz der Klammerorgane je ein Borstenfeld mit zahlreichen langen, geraden Stacheln; Valven mäßig lang, gedrungen, distales Drittel stark nach oben gebogen (an der Biegung verschmälert) und verbreitert; Valven postbasal an der Innenseite mit 3 kürzeren Stacheln, im distalen Viertel am Unterrand an der Innenseite mit 2 - 3 unregelmäßigen Reihen kurzer Stacheln und mehreren längeren Borsten; Aedoeagus ohne Sonderbildungen.
:
Cuticula:
1. Tergit und die beider ersten Sternite in gattungstypischer Weise reduziert und stark umgestaltet; Tergite und Sternite 3-7 mit modifizierten cephalen Rändern und fransigen Seitenrändern; Sklerite des 8. Segments mit fransigen Seitenrändern, sonst ohne Sonderbildungen; 9. Tergit fehlend; 9. Sternit reduziert, in der Mitte eingeschnürt, mit stark fransigen Seitenrändern, nicht charakteristisch.
Genitalapparat:
Analpapille mit 2 bandförmigen, nicht charakteristischen Chitinplatten; Ductus seminalis dünn und stark gewunden, am Ansatz des Receptaculum seminis auf einem kurzen Stück gerade; Receptaculum seminis lang und schlank, im oberen Drittel verjüngt, mit gattungstypischer Querstreifung.

Diagnose:

M. isobasella : Valais, Zwischbergental, 1650 m, 2002.07.23, leg. Renate Hausenblas und Christof Zeller, coll. Christof Zeller M. calthella : Toscana, Pisa, Nähe Laura, Lorenzana, 1995.05.07, leg. H/Z/K, coll. Michael Kurz M. aruncella : Austria, Salzburg, Thalgau, 1989.05.18, leg. et coll. Michael Kurz M. paykullella (zeichnungslose Form): Frankreich, Alpes Maritimes, Marguareis, 2000.07.22, leg. Renate Hausenblas and Christof Zeller, coll. Christof Zeller
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M. mansuetella : Bayern, Oberbayern, Wolfratshausen, Königsdorfer Moor, 2002.05.10, leg. Grünewald, coll. Grünewald M. stuebneri PARATYPUS: Spanien, Andalucia, Sierra Nevada, Posada de los Arrieros, 1700 m, 2011.06.21, leg. et coll. A. Werno M. isobasella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 343, M.Kurz: "Helvetia; Laquintal; 18.7.1936; leg. P.Weber", Rückseite: "Laquintal; Simplon, 18.VII.36; 12284; ", "M. isobasella; f. weberi M.R.", coll.Klimesch (ZSM, München) M. calthella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 251, M.Kurz: "n.Kalkvoralpen; Thalgau/Sbg. 8/120; 860 m; an Blüte von Taraxacum officinale (gesellig)", "17.5.1987; 10.30 - 12.30 h; leg. Zeller/Kurz", coll.Kurz
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M. aruncella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 287, M.Kurz: "Schlierbach; m[itte] 5.1892; Hauder", coll.Oberösterreichische Landessammlung, Linz M. paykullella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 526, M.Kurz: "Schneeberg; 1856", coll. NHMW M. stuebneri -Genitalapparat, Präp.-Nr. 973, M. Kurz, PARATYPUS: Spanien, Andalucia, Sierra Nevada, Posada de los Arrieros, 1700 m, 2001.06.21, leg. et coll. F. Theimer
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M. isobasella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 806, M.Kurz: Valais, Zwischbergental, 1650 m, 2002.07.23, leg. Renate Hausenblas, Christof Zeller, coll. Michael Kurz M. calthella -Genitalapparat, Präp.-Nr. 961, M. Kurz: Salzburg, Flachgau, Thalgau, Stilles Tal, 1987.05.29, leg. Zeller/Kurz, coll. Michael Kurz M. aruncella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 270, M.Kurz: "Gaisberg; 1280 m; 12.VIII.1965; Salzburg; Austria; leg. Fr. Mairhuber", coll.Haus der Natur, Salzburg M. paykullella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 341, M.Kurz: "Italia, Bersezio (CN); Valle Stura, 1500 m; 21.7.1973 Klimesch", coll.Klimesch (ZSM, München)
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M. stuebneri -Genitalapparat, Präp.-Nr. 974, M. Kurz, PARATYPUS: Spanien, Andalucia, Sierra Nevada, Posada de los Arrieros, 1700 m, 2011.06.21, leg. et coll. A. Werno    
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Von Micropterix calthella (Linné, 1761) und den von Micropterix aruncella (Scopoli, 1763) unterscheidet sich Micropterix isobasella Staudinger, 1871 durch das fast vollständige Fehlen einer Purpurbestäubung an der Vorderflügelbasis. Bei calthella ist die Basis ausgedehnt purpurn, bei den von aruncella immer noch deutlich an der Costa (die von aruncella haben außerdem silberne Binden). Bei isobasella ist nur entlang der Costa eine leichte Purpurfärbung vorhanden. In Hochgebirgslagen der Südwestalpen fliegt ferner eine zeichnungslose Form von Micropterix paykullella (Fabricius, 1794), die aber nur durch Genitaluntersuchung sicher von isobasella zu unterscheiden ist.

Sehr ähnlich ist ferner Micropterix sicanella Zeller, 1847, deren zeichnungslose Form obsoleta Heath von isobasella habituell nicht mit Sicherheit zu unterscheiden ist. Im - Genitalapparat sind alle genannten Arten leicht zu unterscheiden. Im -Genitalapparat ist lediglich Micropterix aruncella(Scopoli, 1763) durch das am meisten reduzierte 9. Sternit und die etwas abweichende Analpapillen mit einiger Sicherheit zu erkennen. Die übrigen 3 Arten sind auf Grund der intraspezifischen Variabilität nicht mit Sicherheit zu unterscheiden.

Zwei weitere zeichnungslose Arten aus Nordafrika, Micropterix constantinella Heath, 1986 und Micropterix eatoniella Heath, 1986, sowie eine aus Mittelitalien, Micropterix garganoensis Heath, 1960 sind ebenfalls im Genitalapparat zu unterscheiden. Die vier zuletzt genannten Arten kommen im Verbreitungsgebiet von isobasella nicht vor.

Wissenswertes:

Quellen:

Heath, J. (1986): The Micropterigid Fauna of North Africa; Ent.Gaz. 37, p. 17 - 32, 126
Heath, J. in Karsholt, O & J. Razowski (1996): The Lepidoptera of Europa. A distributional checklist, Apollo-Books, Stenstrup
Meeß, Ad. (1910): Micropterygides; in A. Spuler: Die Schmetterlinge Europas, Kleinschmetterlinge; unveränderter Nachdruck der S. 188-523 und der Tafeln 81-91, Verlag E.Bauer, Keltern, 1983
Meyrick, E. (1912): Adelidae, Micropterygidae, Gracilariadae; in H. Wagner (ed.): Lepidopterorum Catalogus, pars 6, Berlin.
Whitebread, S. (1992): The Micropterigidae of Switzerland, with a key of their identification (Lepidoptera); Nota lepid. Supplement 4: 129-143.

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2000.07.11
Zeller Christof: 2006.02.26
Kurz Marion: 2006.02.26
Kurz Michael: 2011.11.21
Kurz Michael: 2012.04.18
Kurz Michael: 2014.02.06
nicht begutachtet