Parnassius (Driopa) mnemosyne mnemosyne (Linné, 1758)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio mnemosyne Linnaeus, 1758, Syst. Nat., X
Typenfundort: Finnland
Clouded Apollo
Le Semi-Apollon
Schwarzer Apollofalter, Schwarzer Apollo
Blanca de Asso

Habitus:

   
: Salzburg, Flachgau, Thalgau, 600 m, 1976.07.01, leg. et coll. Michael Kurz derselbe Falter von der Unterseite    
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
   

Beschreibung:
(untersucht: 1 )

Spannweite: 62 mm
Der kleine Kopf ist schwarz, die Augen sind schwarzbraun, die sehr kleinen Palpen schwarz. Die kaum 10 mm langen Fühler sind ebenfalls schwarz.
Der schwache Körper ist schwarz, oberseits grauweiß, unterseits zum Teil auch schwarz behaart. Die Oberseite ist sehr dünn gelblichweiß bestäubt, der Außenrand der Vfl. ist 7 mm breit schuppenlos, gräulich. Die Adern sind schwarz, in der Mitte und am oberen Rand der Zelle liegen zwei schwarze Flecke. Der Hfl. ist am Analrand 3 mm breit dunkelgrau bestäubt mit einem Ausläufer dieser Bestäubung zur unteren Spitze der Zelle. Entlang des Analrandes befindet sich auch feine, weißliche Behaarung. Die Unterseite ist bis auf die beiden schwarzen Vfl.-Flecke schuppenlos, gelblich glasig.

Variabilität:
Wie bei den anderen Apollofaltern wurden auch von P. mnemosyne zahlreiche Lokalrassen beschrieben, die mit Ausnahme jener des südlichsten Balkan in Europa aber alle in der Gesamtvariationsbreite der Art untergehen. Diese betrifft vor allem die Ausdehnung der schwarzen Färbung auf der Oberseite.

Verbreitung:

Die typische ssp. mnemosyne kommt sehr lokal und selten und nur inselartig in Skandinavien, dem Baltikum und Finnland vor. Ebenfalls inselartig verbreitet ist sie in den Pyrenäen, dem Massif Central. Weiters kommt sie nahezu im gesamten Alpenbogen, Teilen der Mittelgebirge bis zu den Karpathen, sowie in den Bergen des Balkan vor. Die Art fliegt in Höhenlagen von knapp über Meeresniveau bis 2300 m Höhe, meist aber zwischen 1000 und 1700 m Höhe.

Lebensweise:

Steiermark, Mittelst.B., Umg.Rein, Mühlbachgraben, 2001.06.02, ID JG0010-JG,16-1,88 Steiermark, Radkersburg Umgebung, 1999.05.19 ID JG0010-6-2,03 Steiermark, Radkersburg Umgebung, 1999.05.19, ID JG0010-6-1,100 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Dillach Graben, ID JG0010-2-2,49
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
Bild von: © Gillmann Johannes
Detailansicht
     
: Marche, Ascoli Piceno, Monti Sibillini, Forca Canapine, 1500 m, 2005.06.22      
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
     

Lebensraum sind Lichtungen und Ränder in naturnahen Waldbiotopen, Gebüsche, aber auch offene felsige und grasige Hänge und Schluchten. Nur selten kommt die Art auch an heißen, trockenen Stellen nahe Meeresniveau vor.

Entwicklungsstadien:

Ei:
Das Ei ist weißlich und körnig skulptiert. Die Eier werden meist an verwelkten Blättern oder Stielen der Futterpflanze abgelegt, aber auch in der Nähe an kleinen Steinen oder Felsen.

Raupe:
Die Raupe überwintert voll entwickelt in der Eischale, aber auch außerhalb. Erwachsen ist ist nach beiden Enden hin stark verjüngt, kurz und fein behaart, mit gelben Fleckenreihen an den Seiten. Sie lebt an Corydalis solida, Corydalis cava und Corydalis intermedia. An Stellen, wo zwei der genannten Futterpflanzen gemeinsam vorkommen, scheint aber nur eine der beiden genutzt zu werden.

Puppe:
Die Puppe ist lehmgelb, stumpf und gedrungen, weißlich bereift.

Diagnose:

 
P. mnemosyne mnemosyne, : Österreich, Salzburg, Thalgau, 600 m, 1976.07.01 P. apollo brittingeri, : Österreich, Steiermark, Loser, 1400 m, 1977.08.07 P. phoebus sacerdos, : Österreich, Salzburg, Sportgastein, 1600 m, 1978.08.20  
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
 

Die ssp. athene in Südgriechenland und der Türkei weist auf der Vfl.-Oberseite 4 - 6 weiße Postdiskalflecke im Apex auf.

Die übrigen europäischen Apollofalter (Parnassius phoebus und Parnassius apollo) weisen zumindest am Hfl. auch rote Flecken auf. Aporia crataegi ist auf den ersten Blick oft sehr ähnlich, ihr fehlen aber die schwarzen Flecke im Vorderflügel.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 29 - 30 (nach Higgins, 1975, offensichtlich nicht sicher bestimmt)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2004.12.26
Kurz Michael: 2007.03.31
nicht begutachtet