N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Maculinea nausithous nausithous (Bergsträsser, 1779)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio nausithous Bergsträsser, 1779
Typenfundort: Deutschland, Hanau
Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Papilio arcas Rottemburg, 1775 (ungültiges Homonym)

dusky large Blue
L´Azuré des Marais
schwarzblauer (Moor)bläuling

Habitus:

 
: Tschechien : Tschechien . Russland, Südural  
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Variabilität:
Wie bei den meisten Bläulingen sind nur die oberseits blau gefärbt (in diesem Falle sehr düster), während die oberseits einheitlich braun sind.

Verbreitung:

Die Art ist sehr lokal und selten von Nordspanien über Mitteleuropa östlich bis Westsibirien (mittlerer und südlicher Ural, Altai) und südlich bis Anatolien und zum Kaukasus verbreitet. Die Vertikalverbreitung reicht von 700 bis rund 1600 m Höhe.

Lebensweise:

Ein kleines Reliktvorkommen der Art lebt auf diesem Feuchtlandschaftsrest: Salzburg, Flachgau, Eugendorf, Sophiensiedlung, am Schernbach, 2003.07.16, ID MK-bio8705 Österreich, Salzburg, Schleedorf, 1999.07.21: an Sanguisorba officinalis Linné saugend Salzburg, Flachgau, Thalgau, Fundstelle 4/12, 2002.08.02, ID MK-1531 Salzburg, Flachgau, Eugendorf, Pebering, 2002.07.25, ID HdN-1283
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Salzburg, Flachgau, Eugendorf, Pebering, 2002.07.25, ID HdN-1284 Steiermark, Platte Graz, 1999.07.25, ID JG0010-8-1,31 Steiermark, Platte Graz, 1999.07.25, ID JG0010-8-1,33 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Gnaning, Enzelsdorferstraße, 1999.07.25, ID JG0010-8-1,57
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Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Gnaning, Enzelsdorferstraße, 1999.07.30, ID JG0010-8-1,59 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Gnaning, Enzelsdorferstraße, 2001.07.08, ID JG0010-JG,17-1,46 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Gnaning, Enzelsdorferstraße, 2001.08.19, ID JG0010-JG,17-2,40  
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Bevorzugte Biotope sind feuchte und offene Wiesen, auf denen Sanguisorba officinalis Linné wächst, und die nur extensiv genutzt werden. Als suboptimale Lebensräume können aber auch Wegränder, Böschungen oder Hochstudenfluren an Wassergräben genutzt werden, sofern die Raupen-Futterpflanzen in ausreichendem Maße vorkommen und zur Hauptflugzeit bzw. während der ersten Entwicklungszeit der Raupen nicht gemäht werden. Die Hauptflugzeit erstreckt sich von Mitte Juli bis Mitte August.

Entwicklungsstadien:

     
Ei: Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Gnaning, Enzelsdorferstraße, 2001.08.19, ID JG0010-JG,17-2,39      
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Ei:
Die Eier werden in die Blütenköpfe von Sanguisorba officinalis Linné gelegt. Das Ei ist flach gedrückt halbkugelig und besitzt an der Oberfläche ein weißliches polygonales Netzwerk.

Raupe
Die Raupen schlüpfen innerhalb weniger Tage und fressen danach 2-3 Wochen lang (bis zum 4. Raupenstadium) endophytisch in den Blütenköpfen. Dabei können sich 2 - 3 Raupen in einem Blütenkopf entwickeln. Danach lassen sie sich auf den Boden fallen und warten, bis sie von einer Ameise von Myrmica rubra (Linné, 1758) oder myrmica scabrinodis Nyl. gefunden werden. Die Raupe lässt sich zum Ameisennest bringen, wo sie sich von der Brut ernährt. Nach der Überwinterung verpuppt sie sich im Frühjahr. Die Raupen sind frisch geschlüpft weißlich, später purpurbraun und besitzen einen honigbraunen Kopf. Der Körper trägt Punktwareb, auf denen helle Haare stehen.

Diagnose:

Die Art ist durch Färbung und Zeichnung gut charakterisiert und kaum zu verwechseln. Die an oft denselben Flugplätzen vorkommende Maculinea teleius ist größer, auf der Oberseite in beiden Geschlechtern ausgedehnter und heller blau, auf der Unterseite mehr grau statt braun mit einer deutlichen Reihe von schwarzen Saumpunkten. Letzte sind bei nausithous nicht oder nur schwach entwickelt.

Wissenswertes:

Wegen ihres einzigartigen Lebenszyklus ist die Art in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet in höchstem Maße gefährdet und gehört zu den 10 Tagfalterarten, die durch die europäische Gesetzgebung besonders geschützt sind.

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Stettmer Ch., M. Bräu, P. Gros & O. Wanninger (2006): Die Tagfalter Bayerns und Österreichs; Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2000.04.28
Kurz Michael: 2006.08.02
Kurz Michael: 2011.10.07
Kurz Michael: 2016.08.04
nicht begutachtet

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