N A T U R K U N D L I C H E S I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Micropterix tunbergella (Fabricius, 1787)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Tinea tunbergella (Fabricius, 1787): (2): p. 253
Typenfundort: Dänemark, Funen, Fåborg
Typus: Neotypus : Alléskov, Faaborg, 7.5.1926; Coll. C.S.Larsen Genit.no. 842, N.P.Kristensen; Neotype, Tinea tunbergella Fabr., design. N.P.Kristensen, 1978; in coll. Zoologisches Museum, Universität von Kopenhagen

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Tinea thunbergella auct., nec Fabricius, 1794
Tinea helwigella Hübner, [1800-1805], Samml.eur.Schmett. 8: pl.38, fig.263
Tinea rubrifasciella Haworth, 1828, Lepid.Br.: p. 572
Micropteryx depictella Herrich-Schäffer, 1851, Schmett.Eur.Micropt. fig.7

Habitus:

 
: Makedonien, Skopje Umgebung, Anfang der Treska Schlucht, 1969.04.15, leg. F.Kasy, coll. NHMW : Frankreich, Champagne, Poulangy, 2003.05.04, leg. Renate Hausenblas, coll. Christof Zeller : Italien, Triest, 1910.05.01, leg. Wolfschläger, coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München  
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
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Schema der Flügelzeichnung:

Beschreibung:
(untersucht: 9 , 20 )
Vfl.-Länge: 3,7 - 4,1 mm; 3,9 - 4,9 mm
Spannweite: 7,8 - 8,3 mm; 8,3 - 10,2 mm

Kopf schwarzbraun; Kopfhaare gelb, an der Fühlerbasis rostgelb; Fühler hell bräunlich, beim 3/4, beim 1/2;
Thorax golden; Schulterdecken bronzegolden bis purpurn, caudal purpurviolett; Vfl. golden mit kupfrig- bis purpurfarbener Zeichnung: Basis der Costa, damit verbunden ein von der Costa bis fast zur Flügelmitte reichender Basalfleck; bei 1/3 ein von der Costa über 2/3 der Flügelbreite reichender, länglicher Fleck; jenseits der Mitte eine am Costalrand (hier purpurviolett) breit gegabelte, mehr oder weniger breite Binde über die gesamte Flügelbreite, oft in der Mitte unterbrochen und am Innenrand ebenfalls gegabelt; mit dieser (meist) im unteren Drittel verbunden eine Schrägbinde Richtung Apex, diesen nicht immer ganz erreichend; an der Verbindungsstelle schmal, apikal löffelförmig erweitert, gelegentlich gegabelt; Apex und Außenrand mit bronzegoldenen bis purpurnen Schuppen; Fransen bronzegolden, außen golden; Hfl. bronzegolden, apikal oft purpurn überhaucht; Fransen golden, außen weißlich; Beine bräunlich, goldglänzend; Abdomen bräunlichgolden

Variabilität:
Die Art variiert beträchtlich bezüglich der Ausbildung der rötlichen Flügelzeichnung (geringfügig auch im Farbton, siehe Beschreibung).

Verbreitung:

Nach Heath (1983) fehlt die Art in Irland und auf der Iberischen Halbinsel, kommt sonst jedoch in ganz Europa, ostwärts bis Polen und Rumänien, vor. Auf dem Balkan wurde sie bis jetzt sicher aus Makedonien, Bosnien-Herzegowina und Griechenland nachgewiesen. Karsholt & Razowski (1996) melden die Art aus Spanien, Frankreich, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Schweiz, Österreich, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Griechenland und Nordeuropa mit Ausnahme von Finnland und Estland.

Lebensweise:

Nach Heath (1983) bewohnt die Art Wälder [vermutlich Laubwälder]. Die Imagines ernähren sich von den Pollen von Eiche und Ahorn, aber auch anderen Pflanzen. Gelegentlich soll es zu Schwärmflügen in den Baumwipfeln kommen.

Entwicklungsstadien:

Nach Heath (1983) ist das Ei oval, 380 - 390 µm lang und 240 - 250 µm breit, mit stäbchenartigen Strukturen bis zu 100 µm Länge an der Oberfläche. Es ist durchscheinend weiß, verfärbt sich aber kurz vor dem Schlüpfen der Raupe grau.

Raupe und Puppe sind unbekannt.

Anatomie:

, Cuticula, schematisiert -Genitalapparat, Präp.-Nr. 273, M.Kurz: "Herndl; 20.5.1896; Hauder", coll. Oberösterreichische Landessammlung, Linz -Genitalapparat, distales Ende des Aedoeagus, Präp.-Nr. 276, M.Kurz: "F.V.[19]15; Brühl [bei Köln]", coll. Oberösterreichische Landessammlung, Linz -Genitalapparat: Präp.-Nr. 769 M.Kurz, Griechenland, Thessalien, Olymp, Lithochoro Umgebung, Straße nach Prionia, 2002.05.02, leg. Christof Zeller, coll. Christof Zeller
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
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-Genitalapparat, Präp.-Nr. 773 M.Kurz, Bosnien, Vrbas-Tal, südlich Barevo, 2003.05.04, coll. Michael Kurz -Genitalapparat: Präp.-Nr. 774, M.Kurz, Salzburg, Tennengau, Salzachtal, Puch, 1990.03.29, coll. Christof Zeller -Genitalapparat, Präp.-Nr. 786 M.Kurz: Makedonien, Skopje Umgebung, Anfang der Treska Schlucht, 1969.04.15, leg. Kasy, coll. Naturhistorisches Museum, Wien , scheme of cuticula
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-Genitalapparat, Präp.-Nr. 280, M.Kurz: "F. 14/5 1905; Kalkthal; Kyffh[äuser] Geb[irge]", coll. Oberösterreichische Landessammlung, Linz -Genitalapparat, Präp.-Nr. 275, M.Kurz: "LAND SALZBURG 1.6.1956; St.Gilgen; H.AMANSHAUSER LEG", coll. Haus der Natur, Salzburg -Genitalapparat, Präp.-Nr.772 M.Kurz, Kalilaugenpräparat, Griechenland, Thessalien, Olymp, Lithochoro Umgebung, Straße nach Prionia, 2002.05.02, leg. Christof Zeller, coll. Christof Zeller -Genitalapparat, Präp.-Nr.772 M.Kurz, Dauerpräparat, Griechenland, Thessalien, Olymp, Lithochoro Umgebung, Straße nach Prionia, 2002.05.02, leg. Christof Zeller, coll. Christof Zeller
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Beschreibung:
(untersucht: 3 , 3 )

:
Cuticula:
2. Segment gattungstypisch; Tergite der Segmente 3 - 7, sowie 3. Sternit im Mittelteil cephal deutlich verbreitert, die Verbreiterung seitlich durch halbkreisförmige Einbuchtungen begrenzt; Sklerite des 7. Segments seitlich wenig verbreitert, 7. Sternit cephal mit einer stärker chitinisierten Randleiste; 8. Tergit sehr schmal, in der Mitte wenig, an den Seiten lappenförmig verbreitert, wie das 7. Tergit in der Mitte mit einer stärker chitinisierten Querleiste; 8. Sternit zu zwei kleinen, länglichen Chitinplättchen reduziert.
Genitalapparat:
Uncus gedrungen, breit schnabelförmig; akzessorische Klammerorgane gut entwickelt, am unteren Rand mit taschenartigen Lappen, die im vorderen Teil des Unterrandes mit zahlreichen, relativ langen, kaum differenzierten Stacheln besetzt sind; an der vorderen Spitze findet sich eine Gruppe demgegenüber verkürzter und verbreiterter Stacheln (siehe auch Abb.); in ihrem hinteren Teil je 1 langes Haarbüschel; am Vorderrand der akzessorischen Klammerorgane unterhalb des Uncus beiderseits ein lappenförmiger, lang behaarter Fortsatz; Valven lang, sehr schmal und nach oben gebogen, am Ende kaum verbreitert, an der Innenseite mit zwei unregelmäßigen Reihen kürzerer Stacheln im vorderen Drittel, mehreren postbasalen Borsten, sowie langer Behaarung im Mittelteil; Aedoeagus gattungstypisch.

:
Cuticula:
Sklerite bis zum 7. Segment ähnlich wie beim , aber Sternite ebenfalls mit - allerdings geringerer - deutlich abgesetzter Verbreiterung im Mittelteil; Sternite 3 - 6 caudal mit einer stärker chitinisierten Randleiste, die beim 6. Sternit gelegentlich nur schwach ausgeprägt ist; Sklerite des 8. Segments voll entwickelt, ohne Sonderbildungen; 9. Sternit in gattungstypischer Weise reduziert, in der Mitte 1/3 der Breite der anderen Sklerite, seitlich davon lappenförmig verbreitert, an den Seitenrändern nicht scharf begrenzt; 9. Tergit vollständig atrophiert, an seiner Stelle lediglich ein kleines Borstenfeld.
Genitalapparat:
10. Segment (Analpapillen) mit arttypischer Sklerotisierung; Ductus seminalis am Ansatz des Receptaculum seminis erweitert und stark gebogen; Receptaculum seminis lang und schmal, in der unteren Hälfte etwas erweitert, am unteren Ende mit einem längeren, dünnen Fortsatz.

Diagnose:

M. tunbergella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 273, M.Kurz: "Herndl; 20.5.1896; Hauder", coll. Oberösterreichische Landessammlung, Linz M. tunbergella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 280, M.Kurz: "F. 14/5 1905; Kalkthal; Kyffh[äuser] Geb[irge]", coll. Oberösterreichische Landessammlung, Linz M. mansuetella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 281, M.Kurz: "10.V.1934; Nienburg; Oyler-Berg; Brem[en]; Jäckh", coll. Oberösterreichische Landessammlung, Linz M. tunbergella, : Frankreich, Champagne, Poulangy, 2003.05.04, leg. Renate Hausenblas, coll. Christof Zeller
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M. kardamylensis, : Griechenland, Peloponnes, Taygetos, Langada-Schlucht, 1999.05.26, leg. Puchmayr & Kurz, coll. Kurz      
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Micropterix mansuetella Zeller, 1844 hat eine dunkle Kopfbehaarung, die rötliche Zeichnung ist weniger scharf begrenzt bis fehlend. Bei Micropterix kardamylensis Rebel, 1903 fehlt der goldene Costalfleck bei 2/3 (die äußere purpurne Binde ist nicht gegabelt).
In Griechenland fliegt eine bislang unbeschriebene Zwillingsart, die aber in den -Genitalien unterschiedlich zu tunbergella ist.

Wissenswertes:

Die richtige Schreibweise des Namens (tunbergella (Fabricius, 1787)) wurde von Heath et.al. (1979) geklärt, wobei auch der oben zitierte Neotypus festgelegt wurde. Der in der älteren Literatur meist verwendete Name thunbergella (Fabricius, 1794) bezieht sich auf eine nicht zu den Micropterigidae gehörende Art und stellt ein Synonym zu Caloptilia alchimiella (Scopoli, 1763) (Gracillariidae) dar.

Quellen:

Heath, J., N.P. Kristensen & E. Schmidt Nielsen (1979): On the identity of Tinea tunbergella Fabricius, 1787 and Tinea thunbergella Fabricius, 1794 (Lepidoptera: Micropterigidae, Gracillariidae); Ent.scand. 10, p. 9 - 12
Heath, J. (1983): The moths and butterflies of Great Britain and Ireland, Vol.I: Micropterigidae - Heliozelidae, Harley Books, Martins, Great Horkesley, Colchester, Essex
Heath, J. in Karsholt, O & J. Razowski (1996): The Lepidoptera of Europa. A distributional checklist, Apollo-Books, Stenstrup

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2001.02.14
Zeller Christof: 2006.02.26
Kurz Marion: 2006.02.26
nicht begutachtet

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