N A T U R K U N D L I C H E S I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Micropterix erctella Walsingham, 1919

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Micropteryx erctella Walsingham, 1919: Ent.Rec.J.Var. 31, p. 11
Typenfundort: Sizilien, Palermo, Monte Pellegrino
Typus: Lectotypus : Palermo, 13.III.1918; in coll. BMNH

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Micropteryx uxoria Walsingham, 1919; Ent.Rec.J.Var., 31, p.11 syn. nov.

Habitus:

     
: Sicilia, Nordküste, Cefalù, 1982.04.22, leg. Klimesch, coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München      
Bild von: Michael Kurz
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Schema der Flügelzeichnung:

Beschreibung:
(untersucht: 2 [Dias der Lectotypen von erctella und uxoria], 1 [uxoria])
Vfl.-Länge: ?; 4,2 mm
Spannweite: ca. 7 mm; 8,7 mm

Kopf schwarzbraun; Kopfhaare dunkelgelb bis rostgelb; Fühler dunkelbraun, bronzegolden glänzend, beim 3/4, beim 3/5;
Thorax hell- bis rötlich bronzegolden, caudal purpurn bis purpurviolett, zum Teil mit einzelnen bläulichen Schuppen; Tegulae bronzegolden bis purpurn, caudal kupfrig bis bläulich; Vfl.-Basis an der Costa leicht purpurn (beim auch schmal entlang von Costa und Außenrand); Vfl. bronzegolden, mehr oder weniger rötlich mit silberweißer, zum Teil nicht völlig scharf begrenzter Zeichnung: Eine schmale, nach innen gebogene Binde bei fast 1/4, Costa und Innenrand oft nicht erreichend, in der Mitte gelegentlich unterbrochen; bei 1/2 eine schmale, nach außen gebogene Binde über die gesamte Flügelbreite; ein länglicher Fleck bei 3/4, von der Costa schräg nach innen bis zur Flügelmitte ziehend; beim gelegentlich noch zusätzlich ein sehr kleiner Costalfleck bei 2/3; Fransen hell bronzegolden, an der Basis zum Teil purpurn getönt, außen weißlich; Hfl. bronzegolden, leicht purpurn getönt; Fransen bronzegolden, außen heller; Beine und Abdomen braun, goldglänzend.

Variabilität:Die Binde bei 1/4 kann mehr oder weniger reduziert sein. Das untersuchte weist einen kleinen Costalfleck bei ca. 2/3 auf.

Verbreitung:

Soweit bis jetzt bekannt ist die Art auf Sizilien beschränkt.

Lebensweise:

Die Art wurde von Klimesch an Blüten von Cistus salviifolius gefunden.

Entwicklungsstadien:

Die Entwicklungsstadien sind nicht bekannt.

Anatomie:

-Genitalapparat: "Ent. Ret.; TAORMINA; SICILIA; 1.V.1918", LECTOTYPUS von Micropterix uxoria Walsingham, 1919, ID-Nr. MK-2.240, coll. Natural History Museum, London (British Museum of Natural History) , Cuticula, schematisiert -Genitalapparat, AP-Nr. 522, M.Kurz: "Sicilia s. Cefalù; 22.4.1982; J.Klimesch", ID-Nr. MK-2.233, coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München -Genitalapparat, Bursa copulatrix in stärkerer Vergrößerung, AP-Nr. 522, M.Kurz: "Sicilia s. Cefalù; 22.4.1982; J.Klimesch", ID-Nr. MK-2.233, coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München
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Beschreibung:(untersucht: 2 [Dias der Lectotypen von erctella und uxoria], 1 [uxoria])

:
Cuticula:
Nicht untersucht.
Genitalapparat:
Im -Genitalapparat konnte zwischen erctella und uxoria kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Deswegen wird uxoria hier als Synonym aufgefasst. Diese Auffassung wurde auch bereits von Heath vertreten, aber nicht mehr publiziert. Trotzdem ist eine nochmalige, genauere Klärung erforderlich, sobald mehr Material zur Verfügung steht.

Uncus mäßig lang; akzessorische Klammerorgane einfach schaufelförmig mit breiter Basis; an ihrem Vorderrand an der Innenseite eine Reihe aus ca. 11 mäßig langen, geraden bis leicht gebogenen Stacheln (die unteren Stacheln am Ende stärker gebogen), sowie basalwärts davon eine zweite Reihe aus 5 - 6 stark modifizierten, sehr breit beilförmigen Stacheln und zwei längeren, geraden Stacheln; Valven mäßig lang und schlank, in der Mitte verjüngt, das spatelförmige Ende leicht nach oben gebogen; Valven an der Innenseite postbasal mit je 2 - 3 kräftigen und mehreren schwächeren Borsten, an der Innenseite im Enddrittel mit 2 - 3 unregelmäßigen Reihen sehr kurzer bis kurzer Stacheln; Aedoeagus gattungstypisch.

:
Cuticula:
1. und 2. Segment gattungstypisch; Tergite 3 - 8 ohne auffallende Sonderbildungen, zum Teil mit leicht modifizierten cephalen Rändern; 9. Tergit fehlend; Sternite 3 - 6 mit modifizierten caudalen Rändern und einer stärker chitinisierten Querleiste nahe dem caudalen Rand; 7. und 8. Sternit ohne Sonderbildungen; alle Sklerite mit deutlich fransigen Seitenrändern; 9. Sternit reduziert, aber gut sklerotisiert, mit relativ deutlichen Rändern.
Genitalapparat:
Analpapillen mit schmaler, bandförmiger Sklerotisierung; Vestibulum groß, sackförmig; Ductus seminalis relativ kurz, dünn, gewunden, nur am Ansatz des Receptaculum seminis auf einem kurzen Stück gerade; Receptaculum seminis schmal und relativ kurz, die unteren 2/3 etwas erweitert; Receptaculum seminis auf der ganzen Länge deutlich in gattungstypischer Weise quergestreift, am cephalen Ende ein dünner Fortsatz.

Diagnose:

 
M. erctella, -Genitalapparat: "Ent. Ret.; TAORMINA; SICILIA; 1.V.1918", LECTOTYPUS von Micropterix uxoria Walsingham, 1919, ID-Nr. MK-2.240, coll. Natural History Museum, London (British Museum of Natural History) M. renatae, -Genitalapparat, AP-Nr. 628, M.Kurz: "n. Apennin; Alpi Apuane; Castelnuovo/Arni; 600 - 800 m [GPS-Koordinaten: 44°05,39 N 10°23,05 E ± 100 m, Höhe: 300 ± 70 m]; 14.5.1993 pm; leg. H/Z/K", HOLOTYPUS, ID-Nr. MK-2.328, coll. Kurz M. erctella, -Genitalapparat, AP-Nr. 522, M.Kurz: "Sicilia s. Cefalù; 22.4.1982; J.Klimesch", ID-Nr. MK-2.233, coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München  
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Von typischen Micropterix sicanella Zeller, 1847 leicht durch die schmäleren Binden, die meist vorhandene Binde bei 1/4 und das Fehlen eines kleinen Costalflecks bei 2/3 zu unterscheiden. Von Micropterix aruncella (Scopoli, 1763), Micropterix corcyrella Walsingham, 1919, Micropterix italica Heath, 1981 und Micropterix renatae Kurz, Kurz & Zeller, 1997 ist die Art am leichtesten durch die Genitalmorphologie zu unterscheiden, aber auch durch die meist etwas reduzierte Binde bei 1/4.

Im -Genitalapparat unterscheidet sich die Art von den beiden letztgenannten durch folgende Merkmale: Die Form des dorsalen Teils des Uncus-Tegumen-Komplexes und die akzessorischen Klammerorgane sind bei renatae schlanker. Die Stacheln auf den Klammerorganen sind weniger zahlreich (mehr als 30 bei renatae, rund 20 oder weniger bei italica und erctella). Die Valven sind bei renatae deutlich stärker spatelförmig. Die postbasalen Borsten auf der Innenseite der Valven sind zahlreicher: Mehr als 10 bei renatae, 8 bei italica und 3 bei erctella.

Wissenswertes:

Quellen:

Walsingham, Lord (1919): New species of Aristotelia and Micropteryx; Ent. Rec. J. Var. 31, p.10 - 12

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2001.03.14
Kurz Michael: 2006.03.05
Kurz Michael: 2009.12.18
nicht begutachtet

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