N A T U R K U N D L I C H E S I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Micropterix facetella Zeller, 1851

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Micropteryx facetella Zeller, 1851: Linn.Ent., 5, p. 361
Typenfundort: Kroatien, Dalmatien
Typus: Holotypus : Dalmat. lit. IX, 50.10086, (Genitaluntersuchung J.Heath No. 195); in coll. BMNH, London

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Micropteryx pistaciella Krone, 1908; Jber.wien.ent.Ver., 18, p. 119; pl. 1, fig. 9
Micropterix balcanica Heath, nomen nudum

Habitus:

 
: Kroatien, Dalmatien, Dubrovnik Umgebung, Cilipi, Komaji, 2003.05.03, leg. Christof Zeller & Michael Kurz, coll. Michael Kurz : Kroatien, Dalmatien, Split, 1853, leg. Lederer, coll. Michael Kurz : Montenegro, Herceg-Novi, Igalo, 2003.05.02, leg. Christof Zeller & Michael Kurz, coll. Michael Kurz  
Bild von: Michael Kurz
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Schema der Flügelzeichnung:

Beschreibung:
(untersucht: 5 , 5 )
Vfl.-Länge: 3,7 - 4,4 mm; 4,1 - 5,2 mm
Spannweite: 7,3 - 9,2 mm; 8,7 - 10,4 mm

Kopf dunkelbraun; Kopfhaare gelb; Fühler rötlichbraun, bronzegolden glänzend, beim etwa 4/5, beim knapp über 1/2;
Thorax golden bis bronzegolden, caudal gelegentlich purpurn; Tegulae kupfrig bronzegolden bis purpurviolett, zum Teil mit einzelnen bläulichen Schuppen; Vfl. am Innenrand von der Basis bis zur Mittelbinde breit golden bis bronzegolden, sonst rötlich bronzegolden, vor allem basal oft mit variabler purpurner Tönung, mit weißlichgoldener bis goldener Zeichnung und bronzegoldener Flügelspitze (äußerster Rand am Apex gleich der Grundfarbe); gelegentlich ist die Grundfarbe purpurviolett mit goldener Zeichnung (in diesem Fall ist der Außenrand ebenfalls bronzegolden und kann sowohl entlang der Costa als auch entlang des Innenrandes mit dem Fleck bei 3/4 verbunden sein): Eine an der Costa sehr schmale (hier gelegentlich auch fast obsolet), dann breitere Binde bis zum goldenen Innenrand bei fast 1/4; eine etwas unregelmäßige, in der Mitte wenig verschmälerte, leicht nach außen gebogene und etwas schräg nach außen verlaufende Binde bei fast 1/2; ein kleiner Costalfleck bei 3/5; ein von der Costa bis knapp über die Flügelmitte reichender, ovaler Fleck bei 3/4; alle Zeichnungselemente sind etwas verschwommen begrenzt (bei purpurnen Tieren fein bronzegolden gesäumt); Fransen bronzegolden, nach außen hin weißlich; Hfl. bronzegolden, vor allem apikal mehr oder weniger rötlich bis purpurn; Fransen bronzegolden, außen etwas heller; Beine und Abdomen braun, goldglänzend.

Variabilität:
Die rötliche bis purpurne Tönung der Vfl. ist recht variabel in der Intensität. Dabei dürften die durchschnittlich eine intensivere und ausgedehntere Purpurbestäubung, sowie eher purpurviolette Tegulae aufweisen. Zwei der untersuchten weisen aber ebenfalls eine purpurne Grundfarbe auf.

Verbreitung:

Nach Heath (1975) ist die Art auf Dalmatien in Kroatien beschränkt. Die untersuchten Tiere wurden zum Teil von Krone zwischen 20.4. und 20.5. in Gravosa gefangen (Typenfundort von M. pistaciella Krone). Weitere Falter stammen ebenfalls aus Dalmatien, sowie aus Bosnien und Montenegro. Heath gab früher (Heath, 1965b) die Art fälschlicherweise auch aus Italien (Gemona) an. Die in derselben Arbeit gemachte Angabe für Montenegro ist allerdings zutreffend.

Lebensweise:

 
Lebensraum: Kroatien, Dalmatien, Dubrovnik Umgebung, Straße von Trsteno nach Majkovi, 2003.05.03 Montenegro, Herceg-Novi, Igalo, oberhalb des Ortes, 2003.05.02 Montenegro, Herceg-Novi, Igalo, oberhalb des Ortes, 2003.05.02  
Bild von: Michael Kurz
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Typischer Lebensraum von M. facetella Zeller sind Wald- und Gebüschränder von mittelhoher, dichter Macchie bis zu waldartigen Beständen. Die dichte Vegetation, besonders an steilen, nicht zu stark besonnten Böschungen ermöglicht eine gewisse Bodenfeuchtigkeit, die für die Entwicklung der Raupen erforderlich ist.

Entwicklungsstadien:

Die Entwicklungsstadien sind nicht bekannt.

Anatomie:

, Cuticula, schematisiert -Genitalapparat, AP-Nr. 685, M.Kurz: "YU; Dalmatien, St. Sibenik; Straße E27 - leg. R.Sutter; 50 m, 11.4.1990", ID-Nr. MK-2.437, coll. Sutter , Cuticula, schematisiert -Genitalapparat, AP-Nr. 315, M.Kurz: "M.pistaciel[la]; Gravosa; April, Krone", ID-Nr. MK-2.100, coll. Oberösterreichische Landessammlung, Linz
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-Genitalapparat, Bursa copulatrix in stärkerer Vergrößerung, AP-Nr. 362, M.Kurz: "M.pistaciel[la]; Gravosa; 25.4. Krone", ID-Nr. MK-2.99, coll. Oberösterreichische Landessammlung, Linz      
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Beschreibung:
(untersucht: 4 , 2 )

:
Cuticula:
2. Segment gattungstypisch; Tergite 3 - 6 mit deutlich modifizierten kopfwärtigen Rändern; 7. Tergit etwas verkleinert und verschmälert, 8. Tergit in derselben Weise noch stärker reduziert, beide mit einer stärker chitinisierten Querleiste; Sternite 3 - 6 mit nur geringfügigen Modifizierungen der Ränder, 6. Sternit in der Mitte leicht verschmälert; 7. Sternit etwas stärker reduziert, mit gerundeten Seitenrändern, in der Mitte verschmälert, darüber eine stärker chitinisierte Querleiste; 8. Sternit zu zwei länglichen, sehr schmalen Chitinplättchen reduziert; alle Sklerite mit weitgehend glatten Seitenrändern.
Genitalapparat:
Uncus sehr lang und schlank; akzessorische Klammerorgane länglich ausgezogen, apikal mit kleinen taschenartigen Lappen, die außen mit einer langen Reihe längerer, meist gerader, am Ende gebogener Stacheln, innen mit einer Reihe stark modifizierter, kürzerer, Y- bis T-förmiger Stacheln besetzt sind; Valven lang, etwas gedrungen, vor dem löffelförmigen, nach oben gebogenen Apikalteil stark verschmälert; an der Innenseite postbasal mit 3 - 4 sehr langen, geraden Stacheln, sowie mehreren Borsten, im Apikalteil an der Innenseite mit zahlreichen Borsten, sowie einer Gruppe längerer, gerader Stacheln am Unterrand; Aedoeagus relativ lang und schlank, sonst ohne Sonderbildungen.

:
Cuticula:
Tergite deutlich weniger in gattungstypischer Weise modifiziert als beim ; 9. Tergit fehlend; Sternite, wie die Tergite, mit teils fransigen, teils glatten Seitenrändern; 3., 4. und 6. Sternit mit auffallend modifizierten cephalen Rändern bzw. Ecken; 3. - 6. Sternit mit einer caudalen, stärker chitinisierten Querleiste; 7. Sternit am caudalen Rand, 8. Sternit großflächig mit charakteristischer Netzstruktur; 9. Sternit stark reduziert, ähnlich wie bei Micropterix schaefferi Heath, 1975, in der Mitte aber deutlich schmäler.
Genitalapparat:
10. Segment mit bandförmiger Sklerotisierung (wenig charakteristisch); Ductus seminalis ohne gerades Ansatzstück am Receptaculum seminis; Receptaculum seminis relativ kurz, mit gattungstypischer Querstreifung auf der ganzen Länge; am unteren Ende ein dünner Fortsatz.

Diagnose:

M. facetella, -Genitalapparat, AP-Nr. 685, M.Kurz: "YU; Dalmatien, St. Sibenik; Straße E27 - leg. R.Sutter; 50 m, 11.4.1990", ID-Nr. MK-2.437, coll. Sutter M. schaefferi, -Genitalapparat, AP-Nr. 255, M.Kurz: "Kasern, Fasanhügel; 15.5.1972; Salzburg Austria; leg. Fritz Mairhuber", ID-Nr. MK-2.49, coll. Haus der Natur, Salzburg M. aureoviridella, -Genitalapparat, AP-Nr. 305, M.Kurz: "n.Kalkvoralpen; Thalgau / Sbg. 8/155; Schober 1000 m; 17.6.1988; 18.35 MEZ; leg.M.K.", ID-Nr. MK-2.17, coll. Kurz M. facetella, -Genitalapparat, AP-Nr. 315, M.Kurz: "M.pistaciel[la]; Gravosa; April, Krone", ID-Nr. MK-2.100, coll. Oberösterreichische Landessammlung, Linz
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M. schaefferi, -Genitalapparat, AP-Nr. 361, M.Kurz: "Roding; 26.04.1987; NELWEK", ID-Nr. MK-2.95, coll. Kurz M. aureoviridella, -Genitalapparat, AP-Nr. 282, M.Kurz: "Fürstenbrunn [Salzburg, Untersberggebiet, Grödig, Veitlbruch]; 26.6.1971; SALZBURG; MAIRHUBER", ID-Nr. MK-2.18, coll. Haus der Natur, Salzburg    
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Von ähnlich gezeichneten Arten, wie Micropterix schaefferi Heath, 1975 und Micropterix vulturensis Heath, 1981 ist M. facetella Z. durch die meist geringere Purpurbestäubung der Vorderflügel am leichtesten zu unterscheiden. Auch fehlt gegenüber Micropterix osthelderi Heath, 1975 und M. schaefferi Heath oft die bronzegoldene Binde am Außenrand. Purpurviolette Exemplare mit vollständigem goldenem Außenrand sind allerdings von den genannten Arten habituell nicht mit Sicherheit zu unterscheiden. Nach der Originalbeschreibung (Heath, 1963) ist Micropterix zangheriella Heath, 1963 ebenfalls stärker purpurn als facetella und weist außerdem einen deutlich größeren und anders geformten Fleck bei 3/4 auf. Der in der Grundfarbe oft ähnlichen Micropterix aureoviridella (Höfner, 1898) fehlt der Costalfleck bei 3/5. Sie hat außerdem schmälere, noch verschwommener begrenzte Binden und eine geringere Goldbestäubung am Innenrand. Die Verbreitungsgebiete von facetella und den anderen genannten Arten scheinen sich, soweit bis jetzt bekannt, nicht zu überschneiden.

Im -Genitalapparat unterscheidet sich facetella deutlich von den habituell ähnlichen Arten durch den langen Uncus und die Form der akzessorischen Klammerorgane. Beim weiblichen Abdomen ist die Netzstruktur auf dem 7. und 8. Sternit typisch für facetella, gegenüber schaefferi und osthelderi bieten auch das 9. Sternit, die Analpapillen, sowie die Form von Ductus seminalis und Receptaculum seminis brauchbare Unterschiede.

Wissenswertes:

Quellen:

Heath, J. (1963): A new species and a new form of Micropteryx (Lepidoptera Zeugloptera: Micropterygidae); Estratto dalle Memorie del Museo Civico di Storia Naturale Verona, Vol.XI, p. 129 - 132
Heath, J. (1965 b): Ergebnisse der Albanien-Expedition 1961 des Deutschen Entomologischen Institutes, 33. Beitrag, Lepidoptera: Micropterigidae; Beitr. Ent. 15, p. 641 - 647
Heath, J. (1975): The ammanella complex of the genus Micropterix Hübner [1825] (Lepidoptera: Zeugloptera, Micropterigidae); Ent.Gaz. 26, p. 253 - 258
Zeller, P.C. (1851): Drei Schabengattungen: Incurvaria, Micropteryx und Nemophora; Linn.Ent. 5, p. 301 - 362, Taf. 1

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2001.02.23
Kurz Michael: 2006.03.05
Kurz Michael: 2010.01.09
Kurz Michael: 2010.06.18
nicht begutachtet

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