N A T U R K U N D L I C H E S I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Micropterix rothenbachii Frey, 1856

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Micropteryx rothenbachii Frey, 1856: Tin.Schweiz, p.52
Typenfundort: Schweiz
Typus: in coll.BMNH, London

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Micropterix australis Heath, 1981 a, Ent.Gaz. 32, p.99
Micropteryx rothenbachi (falsche Schreibweise)
Micropterix germanica Heath, nomen nudum
Micropterix vallebonnella Réal, 1988, CL.E.R.J., No. 4; p. 3 - 9, syn.nov.

Habitus:

 
: Toscana, Lucca, Castelnuovo di Garfagnana Umgebung, Filippi, 1993.05.14, leg. Hausenblas, Zeller, Kurz, coll. Kurz : Abruzzo, Gran Sasso d´Italia, Campo Imperatore, Vado di Sole, 1993.05.24, leg. Hausenblas, Zeller, Kurz, coll. Kurz : Lombardia, Lago di Como Umgebung, Nähe Cavargna, 1997.05.03, leg. Hausenblas, Zeller, Kurz, coll. Kurz  
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
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Schema der Flügelzeichnung:

Beschreibung:
(untersucht: 27 , 12 )
Vfl.-Länge: 3,6 - 4,6 mm; 4,5 - 5,0 mm
Spannweite: 7,6 - 9,8 mm; 9,7 - 10,5 mm

Kopf dunkelgraubraun; Kopfhaare schmutzigweiß bis rostgelb; Fühler beim 3/4, beim knapp über 1/2, deutlich zweifärbig: Beim nur basal, beim bis fast 1/3 hellgolden, apikal bräunlich mit mehr oder weniger deutlichem purpurnem Schimmer;
Thorax bronzegolden; Tegulae kupfrig bis purpurviolett, caudal gelegentlich mit einzelnen bläulichen Schuppen; Vfl. bräunlichgolden bis purpurviolett mit weißlichgoldener bis goldener, fein bronzegolden gesäumter Zeichnung: Basis und basaler Innenrand bronzegolden; eine Binde bei 1/4, zum Teil in der Mitte etwas verbreitert oder im oberen Drittel verschmälert; eine breite, stark nach außen gebogene Binde bei weniger als 1/2, am Innenrand oft verbreitert; ein kleiner Costalfleck bei 3/5; gegenüber am Innenrand manchmal ein meist undeutlicher, sehr kleiner Fleck; eine breite, dreieckige Binde bei 3/4; diese ist gelegentlich entlang der Costa basalwärts erweitert und erstreckt sich bis zum Costalfleck bei 3/5, sodaß ein sehr großer, annähernd rechteckiger Fleck entsteht; oft erfolgt die Verschmelzung von Costalfleck und Binde nur im Flügelinneren, sodaß an der Costa die Flügelgrundfarbe zwischen den Zeichnungselementen erhalten bleibt; Apex und Außenrand (schmal) bronzegolden; äußerste Flügelspitze meist kupfrig bis purpurn; Fransen weißlichgolden, basal bronze bis purpurn; Hfl. bronzegolden mit variabler purpurner Tönung (vor allem apikal); Fransen bronzegolden, außen weißlich; Beine hell bronzegolden; Abdomen bräunlich, goldglänzend.

Variabilität:
Die Art variiert etwas bezüglich der Grundfarbe der Vfl., sowie beträchtlich in der Ausbildung der Binden. Die untersuchten haben schmälere Binden als die .

Verbreitung:

Nach Heath (1981 a) aus Deutschland (Schwarzwald), der Schweiz, Österreich (Klagenfurt) und Italien (inklusive Sizilien) nachgewiesen. Karsholt & Razowski (1996) geben die Art ebenfalls für Italien, Sizilien, Österreich, Schweiz und Deutschland an. 2001 wurde die Art auch im slowenischen Alpengebiet nachgewiesen.

Lebensweise:

     
Slowenien, Tarvis Umgebung, Passo del Predil, 2001.06.30      
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Die Art bewohnt lichte, trockene, felsdurchsetzte Buchenmischwälder. Sie fliegt hier an sonnigen Stellen, vor allem, wenn diese auch eine Krautschicht aufweisen (z.B. Gräser, Brombeeren). In Mittelitalien wurde ein syntopes Auftreten mit Micropterix vulturensis Heath, 1981 beobachtet, im nördlichen Apennin ein solches mit Micropterix schaefferi Heath, 1975.

Entwicklungsstadien:

Die Entwicklungsstadien sind unbekannt.

Anatomie:

, Cuticula, schematisiert -Genitalapparat, Präp.-Nr. 756, M.Kurz: Marche, Ascoli Piceno, Monti Sibillini, Forca Canapine, 1500 m, 1993.05.19, coll. Michael Kurz -Genitalapparat, Präp.-Nr. 271, M.Kurz: Morcote; Luganersee; 2.4.09, coll. Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz -Genitalapparat, Spitze des Aedoeagus in stärkerer Vergrößerung, Präp.-Nr. 271, M.Kurz: Morcote; Luganersee; 2.4.09, coll. Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz
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-Genitalapparat, Kalilaugenpräparat, Präp.-Nr. 888 M.Kurz: Veneto, Verona, 15 km nördlich Verona, Velo Veronese, 1000 m, 1999.06.19, leg. J. Wimmer, coll. Michael Kurz -Genitalapparat, Präp.-Nr. 888 M.Kurz: Veneto, Verona, 15 km nördlich Verona, Velo Veronese, 1000 m, 1999.06.19, leg. J. Wimmer, coll. Michael Kurz -Genitalapparat, Präp.-Nr. 339, M.Kurz: "Italia, M. Alitissimo; di Nago (Baldo); 1300 m; 8.VI.1949; J.Klimesch", coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München -Genitalapparat, Receptaculum seminis in stärkerer Vergrößerung, Präp.-Nr. 339, M.Kurz: "Italia, M. Alitissimo; di Nago (Baldo); 1300 m; 8.VI.1949; J.Klimesch", coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München
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Beschreibung:
(untersucht: 3 , 1 )

:
Cuticula:
8. Sternit stark reduziert, aus zwei kleinen, gelegentlich durch eine sehr feine Chitinleiste verbundenen Lappen bestehend; 8. Tergit reduziert, in der Mitte sehr schmal, seitlich beilförmig verbreitert, cephaler Rand stärker sklerotisiert; restliche Sternite ohne auffallende Sonderbildungen; Sternite 3 - 5 aber mit nicht immer deutlichen, stärker chitinisierten Querleisten nahe dem caudalen Rand; Tergite 3 - 7 arttypisch gestaltet, mit caudal vorgezogenen, seitlichen Rändern und gattungstypisch modifizierten kopfwärtigen Rändern, Tergite 6 und 7 mit einer stärker chitinisierten Querleiste am kopfwärtigen Rand.
Genitalapparat:
Uncus kurz, gedrungen, Spitze breit gerundet; unterhalb des Uncus nicht charakteristische Haarpinsel; akzessorische Klammerorgane am Ansatz breit, distal zugespitzt, mit 3 annähernd Y-förmigen, kürzeren Stacheln im Spitzenteil (im Dauerpräparat meist gefaltet und daher kaum als Y-förmig zu erkennen) und 9 - 11 steifen, zum Teil leicht gebogenen, längeren Stacheln (6 - 8 im Spitzenteil, 2 weiter innen am Unterrand, 1 etwas darüber); (Anmerkung: Heath führt in der Beschreibung von australis 13 Stacheln an: ...with a marginal series of eight fairly long, stout, more or less curved setae and an inner row of five similar, straight setae.); Valven deutlich gebogen, jenseits der Mitte verschmälert, am Ende spatelförmig, mit zwei unregelmäßigen Reihen kürzerer Stacheln an der Innenseite (am unteren Rand) distal der Verschmälerung; je eine gleiche Borste an der Innenseite in der Mitte und postbasal; Aedoeagus gattungstypisch.

:
Cuticula:
Das einzige zur Verfügung stehende Präparat erlaubte keine nähere Untersuchung der Segmente 1 - 4. Die übrigen Sklerite weisen fransige Seitenränder auf, die Sternite 5 - 7, sowie das 5.Tergit darüber hinaus eine halbkreisförmig begrenzte Verbreiterung des kopfwärtigen Randes im Mittelteil; 9. Tergit fehlend; 9. Sternit reduziert, in der Mitte etwas schmäler als an den Seiten, gut sklerotisiert mit deutlichen Rändern; Seitenränder in arttypischer (?) Weise modifiziert.
Genitalapparat:
Analpapillen mit nicht differenzierter, bandförmiger, deutlich begrenzter Sklerotisierung; Ductus seminalis am Ansatz des Receptaculum seminis auf einer kurzen Strecke sehr schmal, oberhalb davon sackförmig erweitert; Receptaculum seminis mäßig lang, im oberen Drittel schmal, dann länglich sackförmig erweitert; Receptaculum seminis mit gattungstypischer Querstreifung.

Diagnose:

M. rothenbachii, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 271, M.Kurz: "Morcote; Luganersee; 2.4.09", coll. Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz M. allionella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 327, M.Kurz: "Italia, Liguria; Noli (Savona); 23. - 30.IV.1951; J.Klimesch", coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München M. rothenbachii, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 339, M.Kurz: "Italia, M. Alitissimo; di Nago (Baldo); 1300 m; 8.VI.1949; J.Klimesch", coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München M. allionella, -Genitalapparat, Präp.-Nr. 340, M.Kurz: "Italia, Liguria; Noli (Savona); 23. - 30.IV.1951; J.Klimesch", coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München
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Durch das Fehlen einer ausgedehnten goldenen Innenrandsbestäubung gegenüber den meisten ähnlich gezeichneten Arten charakterisiert. Am ähnlichsten ist Micropterix allionella (Fabricius, 1794), von der sich rothenbachii durch die etwas breiteren Binden der Vorderflügel unterscheidet. Eine sichere Trennung ist oft jedoch nur durch eine Genitaluntersuchung möglich.

Diese Art war bisher unter dem Namen Micropterix australis Heath (1981) bekannt, während rothenbachii Frey, 1856 bisher als Synonym zu Micropterix allionella (Fabricius, 1794) betrachtet wurde. 1987 wurde rothenbachii von Heath wieder zur Art erhoben (auf Grund der Typenuntersuchung durch Whitebread, siehe Whitebread, 1992) und seine australis als Synonym hierzu gestellt (Heath (1987). Verwickelter wird die Sache noch dadurch, daß Heath seine australis ursprünglich als Micropterix germanica beschreiben wollte, diesen Namen jedoch während der Drucklegung wieder änderte, da der Holotypus nicht aus Deutschland stammte (Sattler, brief. Mittlg.). Infolge dieser Änderung finden sich gelegentlich noch als Micropterix germanica Heath etikettierte Exemplare in den Sammlungen.

Wissenswertes:

Quellen:

Heath, J. (1981 a): Two new species of Micropterix Huebner (Lepidoptera, Zeugloptera: Micropterigidae); Ent.Gaz. 32, p. 99 - 102
Heath, J. in Karsholt, O & J. Razowski (1996): The Lepidoptera of Europa. A distributional checklist, Apollo-Books, Stenstrup

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2001.06.01
Zeller Christof: 2006.03.05
Kurz Marion: 2006.03.05
Kurz Michael: 2009.11.24
nicht begutachtet

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