N A T U R K U N D L I C H E S I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Acrolophidae sp. (Burmese amber)

(zoologische Nomenklatur: nomen nudum, nicht verfügbar)

Habitus:

   
Bernstein mit dem Einschluss, coll. Michael Kurz : Burma, Kachin, Hukaung Tal, Burmesischer Bernstein, coll. Michael Kurz    
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
   

Beschreibung der Imagines: Untersucht: 1 . Vfl.-Länge: 2,8 mm. Kopf mit langen, abstehenden, haarförmigen Schuppen; Augen klein, halbkugelig; Maxillarpalpen nicht sichtbar; Labialpalpen gestreckt, ca. 0,45 mm lang, 3-gliedrig; Mittelglied distal mit mehreren, schräg abstehenden, langen Borstenschuppen; Endglied grob beschuppt; Proboscis nicht sichtbar; Fühler fast 1/2 der Vfl.-Länge; Scapus verdickt, Flagellum relativ dick, filiform; Vfl. breit gerundet, im Präparat Vorderrand z.T. umgeschlagen; Vordertibie ohne Epiphyse; Sporenformel vermutlich 0-2-4, Mittelsporne der Hintertibien im Präparat aber nicht sichtbar.

Verbreitung:

Bisher ist nur ein einziges Weibchen aus Myanmar (Burma) in burmesischem Bernstein bekannt.

Anatomie:

     
-Genitalien: Burma, Kachin, Hukaung Tal      
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
     

Geäder. Im Präparat kaum sichtbar; 4 R-Adern erreichen im Vfl. die Costa.

Genitalapparat. Ostium gerundet dreieckig, mit breitem Randwulst; Ductus bursae stark sklerotosiert; distale Segmente des Abdomens nicht teleskopförmig verlängert; Ovipositor kurz, in zwei stärker sklerotitisierte Spitzen mündend; hintere Apophysen fast fehlend, vordere Apophysen sehr kurz.

Diagnose:

Das separate und gut erkennbare Ostium bursae verweist die Art eindeutig in die Ditrysia. Obwohl die einzige Autapomorphie der Tineoidea, ein schlankes Paar ventraler Pseudapophysen bei den meisten Weibchen, im Präparat nicht diagnostizierbar ist, legen die abstehenden Borstenschuppen auf den Labialpalpen eine Zugehörigkeit zu dieser Gruppe nahe. Diese Pseudapophysen fehlen auch bei den Acrolophidae, die im übrigen durch eine völlige Reduktion der vorderen Apophysen und das Fehlen eines sonst bei den Tineoidea oft auftretenden, teleskopartig verlängerten Ovipositor gekennzeichnet sind. Die vorderen Apophysen sind im vorliegenden Präparat stark reduziert, ebenso wie die hinteren und der Ovipositor ist nicht verlängert, sondern in zwei kurz, sklerotisierte Spitzen umgeformt. Aus diesem Grund wird eine Zuordnung des Tieres zu frühen Formen der Acrolophidae in Erwägung gezogen.

Wissenswertes:

Nach neuesten Datierungen (Shi et al. 2012) wurde das Alter burmesischen Bernsteins mit 98,79 ± 0,62 Millionen Jahren bestimmt und dieser stammt somit aus dem Cenomanium.

Quellen:

Shi, G., D. A. Grimaldi, G. E. Harlow, Ji. Wang, Ju. Wang, M. Yang, W. Lei, Q. Li & X. Li 2012. Age constraint on Burmese amber based on U-Pb dating of zircons. Cretaceous Research XXX: 1-9.

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2015.11.07
Kurz Michael: 2015.11.10
nicht begutachtet

Werbung:

Ihre Firma, Ihre Adresse, Ihr Text