N A T U R K U N D L I C H E S I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Micropterix sicanella Zeller, 1847

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Micropteryx sicanella Zeller, 1847: Isis, p. [800-859]
Typenfundort: Italien, Sizilien
Typus: vermutlich in coll. BMNH

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Micropteryx isobasella sensu Viette, 1948: Faune de France 49: Lépidoptères homoneures, Paris, p. 43 - 44, fig. 33
Micropteryx sicanella Zeller, 1847 f. obsoleta Heath, 1963: Estratto dalle Memorie del Museo Civico di Storia Naturale Verona, Vol. XI, p. 131 - 132, fig. 3
Micropteryx paykullella sensu auctorum

Habitus:

 
: Sicilia, Taormina, 1971.04.10, leg. Kusdas, coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München f.obsoleta: Sicilia, Nordküste, Cefalù, 1982.04.17, leg. Klimesch, coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München f.obsoleta: Sicilia, Nordküste, Cefalù, 1982.04.17, leg. Klimesch, coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München  
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
Bild von: Michael Kurz
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Schema der Flügelzeichnung:

Beschreibung:
(untersucht: 7 , 2 )
Vfl.-Länge: 3,0 - 3,8 mm; 3,7 - 3,9 mm
Spannweite: 6,3 - 7,9 mm; 8,0 - 8,3 mm

Typische Form (4 ):
Kopf schwarzbraun; Kopfhaare schmutzig weiß bis schmutzig gelb; Fühler dunkelbraun, goldglänzend, beim 4/5
Thorax bronzegolden; Tegulae bronzegolden, caudal kupfrig bis purpurn; Vfl. bis zur Mittelbinde bronzegolden, zwischen Mittel- und Außenbinde rötlich bronzegolden bis kupfrig (vor allem gegen die Costa), apikal rotgolden; Zeichnung verschwommen begrenzt, weißlichgolden: Bei knapp unter 1/2 eine nach außen gebogene Binde über die gesamte Flügelbreite; bei 2/3 oft ein kleiner Costalfleck; bei 3/4 eine mäßig breite, leicht nach innen geneigte Binde von der Costa über mehr als 3/4 der Flügelbreite, den Außenrand oft aber nicht ganz erreichend; Fransen golden, außen weißlich; Hfl. bronzegolden, apikal kupfrig mit bronzegoldenen, außen weißlichgoldenen Fransen; Beine und Abdomen braun, goldglänzend.

f. obsoleta Heath, 1963 (3 , 2 ):
Kopf schwarzbraun, Kopfhaare schmutzigweiß bis dunkelgelb; Fühler braun, rötlich goldglänzend, beim 4/5, beim 4/7. Thorax golden, caudal gelegentlich purpurn; Tegulae bronzegolden bis purpurn; Vfl. golden (an der Basis der Costa bronzegolden, am Apex teilweise rötlich), zeichnungslos oder (trans. ad f. obsoleta Heath) mit silbrigweißer, undeutlich begrenzter Zeichnung: Bei 1/4 und 1/2 je ein kleiner Costalfleck, ein gleicher Fleck bei 3/5 nahe dem Innenrand; bei rund 3/4 ein etwas größerer, länglich ovaler, nach innen geneigter Fleck nahe der Costa; Fransen hellgold glänzend mit schwachem rötlichem Schimmer; Hfl. hell graugolden, apikal mehr bronzegolden; Fransen hell graugolden mit schwach rötlichem Schimmer; Beine und Abdomen braun, goldglänzend.

Variabilität:
Eine sehr variable Art, deren Zeichnung und Purpurbestäubung auch fehlen kann (f. obsoleta Heath). Die Intensität der Färbung könnte von der Sonneneinstrahlung am Lebensraum abhängen.

Verbreitung:

Nach Heath (1963) und Leraut (1980) ist M. sicanella Zeller in Italien (Toskana, Emilia Romagna, Sizilien und Sardinien) und in Korsika verbreitet.

Lebensweise:

Klimesch fand die Art an Cistus salviifolius.

Entwicklungsstadien:

Die Entwicklungsstadien sind nicht bekannt.

Anatomie:

 
-Genitalapparat, AP-Nr. 527, M.Kurz: "Led.; 853", "Glogau [sic!]; Led", ID-Nr. MK-2.255, coll. Naturhistorisches Museum, Wien -Genitalapparat, akzessorisches Klammerorgan mit Bestachelung in stärkerer Vergrößerung, AP-Nr. 527, M.Kurz: "Led.; 853", "Glogau [sic!]; Led", ID-Nr. MK-2.255, coll. Naturhistorisches Museum, Wien -Genitalapparat, AP-Nr. 367, M.Kurz: "Sizilien; Ronoli [?]; 20.1.07 [?]; Z. Füge", ID-Nr. MK-2.102, coll. Oberösterreichische Landessammlung, Linz  
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
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Beschreibung:
(untersucht: 1 , 2 )

:
Cuticula:
Nicht untersucht.
Genitalapparat:
Uncus lang und schlank, am Ende leicht spatelförmig verbreitert; unterhalb des Uncus, innerhalb des gedrungenen Tegumens Haarbüschel; akzessorische Klammerorgane klein, gebogen schulterblattförmig; an der oberen Ecke an der Innenseite eine Gruppe von 5 kurzen, annähernd geraden Stacheln; unterhalb davon, entlang des Vorderrandes eine gebogene Reihe aus rund 8 langen, modifizierten Stacheln (siehe Abbildung); weiter basalwärts, entlang des Unterrandes eine Reihe aus 5 - 6 langen, leicht gebogenen, am Ende eingedrehten Stacheln; zwischen den akzessorischen Klammerorganen und dem Ansatz der Valven je ein schaufelförmiger, chitinisierter Lappen; Valven mäßig lang, in der Mitte verjüngt, das verbreiterte Ende in Form eines Golfschlägers nach oben gebogen; Valven an der Innenseite postbasal mit einer größeren Gruppe kurzer Borsten und am verbreiterten Ende mit einer Reihe längerer Borsten und 1 - 2 unregelmäßigen Reihen kurzer, gerader Stacheln; Aedoeagus ohne Sonderbildungen.

:
Cuticula:
Nicht im Detail untersucht. Cuticula schwach sklerotisiert, ohne auffallende Besonderheiten; 9. Tergit fehlend, 9. Sternit stark reduziert, schwach sklerotisiert, ziemlich variabel.
Genitalapparat:
Analpapillen schwach bandförmig sklerotisiert; Ductus seminalis dünn, am Ansatz des Receptaculum seminis auf einem kurzen Stück gerade; Receptaculum seminis relativ kurz, in der oberen Hälfte schmal, die untere Hälfte sackförmig erweitert; am unteren Ende ein langer, dünner Fortsatz; das Receptaculum seminis ist auf der ganzen Länge in gattungstypischer Weise quergestreift.

Diagnose:

M. sicanella, -Genitalapparat, AP-Nr. 527, M.Kurz: "Led.; 853", "Glogau [sic!]; Led", ID-Nr. MK-2.255, coll. Naturhistorisches Museum, Wien M. paykullella, -Genitalapparat, AP-Nr. 526, M.Kurz: "Schneeberg; 1856", ID-Nr. MK-2.256, coll. Naturhistorisches Museum, Wien M. isobasella, -Genitalapparat, AP-Nr. 343, M.Kurz: "Helvetia; Laquintal; 18.7.1936; leg. P.Weber", Rückseite: "Laquintal; Simplon, 18.VII.36; 12284; ", "M. isobasella; f. weberi M.R.", ID-Nr. MK-2.85, coll.Klimesch (ZSM, München) M. sicanella, -Genitalapparat, AP-Nr. 367, M.Kurz: "Sizilien; Ronoli [?]; 20.1.07 [?]; Z. Füge", ID-Nr. MK-2.102, coll. Oberösterreichische Landessammlung, Linz
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M. paykullella, -Genitalapparat, AP-Nr. 341, M.Kurz: "Italia, Bersezio (CN); Valle Stura, 1500 m; 21.7.1973 Klimesch", ID-Nr. MK-2.72, coll. Zoologische Sammlung des Bayerischen Staates, München      
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Die typische Form ist recht ähnlich Micropterix aureoviridella (Höfner, 1898), mit der sie wegen der verschiedenen Verbreitung aber nicht verwechselt werden kann, sowie Micropterix paykullella (Fabricius, 1794), zu der sicanella lange Zeit als Synonym betrachtet wurde. Die Artverschiedenheit wurde von Heath (1963) nachgewiesen. Gegenüber der typischen sicanella unterscheidet sich paykullella durch die an der Costa nicht bis zur Basis reichende bronzegoldene Färbung, die schmälere Binde bei 1/2 und die meist intensivere purpurne Tönung, aber auch durch das Fehlen des kleinen Costalflecks bei 2/3. Da sicanella aber sehr variabel ist, kann zur sicheren Unterscheidung eine Genitaluntersuchung notwendig sein.

Micropterix calthella (Linné, 1761) und Micropterix aruncella (Scopoli, 1763) unterscheiden sich von den zeichnungslosen Formen von sicanella durch die deutliche Purpurbestäubung an der Vorderflügelbasis, sowie durch meist dunkler grünlich-, bräunlich- oder rötlichgoldene Grundfarbe, doch kann in manchen Fällen, speziell zur Unterscheidung von aruncella- eine Genitaluntersuchung notwendig sein. Micropterix isobasella Staudinger, 1871 ist von der zeichnungslosen Form obsoleta Heath von sicanella habituell nicht mit Sicherheit zu unterscheiden. Im -Genitalapparat sind alle vier Arten gut zu unterscheiden, auch im -Genitalapparat dürften brauchbare Unterschiede zu finden sein, wobei besonders das Receptaculum seminis zur Unterscheidung von aruncella, calthella, und sicanella geeignet ist (isobasella- konnten nicht untersucht werden).

Wissenswertes:

Quellen:

Heath, J. (1963): A new species and a new form of Micropteryx (Lepidoptera Zeugloptera: Micropterygidae); Estratto dalle Memorie del Museo Civico di Storia Naturale Verona, Vol.XI, p. 129 - 132
Leraut, P. (1980): Liste systematique et synonymique des lépidoptères de France, Belgique et Corse; Suppl. Alexanor et Bull.Soc.ent.France
Viette, P. (1948): Lépidoptères homoneures; in: Faune de France 49, Paris

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2001.02.15
Kurz Michael: 2006.03.05
Kurz Michael: 2009.12.18
nicht begutachtet

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