N A T U R K U N D L I C H E S I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Antispila metallella ([Denis & Schiffermüller], 1775)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Tinea metallella [Denis & Schiffermüller], 1775: 144.
Typenfundort: Österreich, Umgebung von Wien
Typus: vernichtet beim Brand der Hofburg 1848 (anonym 2009b)

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Tinea pfeifferella Hübner [1813]: Taf. 59, Fig. 392. Primäres Homonym von Tinea pfeifferella Hübner, [1813]: Taf. 63, Fig. 422. (siehe Nielsen 1985).
Antispila stadtmuellerella Hübner, [1825]. Objektiver Ersatzname für Tinea pfeifferella Hübner, [1813] und jüngeres subjektives Synonym von Tinea metallella [Denis & Schiffermüller], 1775.

Habitus:

   
: Salzburg, Thalgau, 11.7.1994 e.l. 29.4.1994, leg. et coll. Michael Kurz : Salzburg, Flachgau, Kasern, 1994.06.28 e.l. 1995.05.01, leg. et coll. Michael Kurz    
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
Bild von: Kurz Michael
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Beschreibung: Untersucht: 1 , 1 . Vfl.-Länge: 4,0 mm, 3,2 mm. Kopf anliegend beschuppt, braungrau, bronzegolden glänzend; Labialpalpen nach unten gerichtet, 0,3-0,4 mm lang, gleich gefärbt; Augen klein, schwarzbraun; Fühler in beiden Geschlechtern ca. 3/5 der Vfl.-Länge, fadenförmig, graubraun, die distalen Segmentränder mit einem anliegenden, dunkelbraunen Schuppenkranz; Thorax und Tegulae braungrau, bronzegolden glänzend; Vfl. dunkelbraun, mit starkem bronzegoldenem Glanz und silberweißer Zeichnung: Eine etwas unregelmäßige, nach außen ausgebauchte, schmale, an der Costa und am Innenrand verbreiterte Querbinde über die gesamte Flügelbreite; bei 1/2 ein dreieckiger Fleck am Innenrand, dessen Spitze fast über die halbe Flügelbreite reichend; bei 2/3 ein breit dreieckiger Fleck an der Costa, dessen Spitze ebenfalls fast über die halbe Flügelbreite reichend; Fransen bronzegolden, außen weißlich; Hfl. hellgrau mit purpurviolettem Schimmer; Fransen hell braungrau, bronzegolden glänzend; Unterseite graubraun mit intensivem kupfrigem Glanz; Fransen an der Basis hell ocker, besonders im Bereich des oberseitigen Flecks am Innenrand, sonst braungrau, bronzegolden glänzend; Unterseite des Thorax und Beine bronzegolden; Vordertibie mit Epiphyse (?); Mitteltibie mit einem kurzen Endspornpaar; Hintertibie dorsoventral abgeflacht, mit je einem Spornpaar bei ca. 0,4 der Tibienlänge und am Ende; Hintertarsen distal mit hellem Schuppenring; Abdomen braungrau, bronzegolden glänzend.

Verbreitung:

Die Art ist in Mittel- und Nordwesteuropa, in Skandinavien, dem Baltikum, sowie ostwärts bis Rumänien, die Ukraine und das europäische Russland nachgewiesen (Karsholt & Nieukerken 2013). Östlich des Ural sind bisher keine Nachweise bekannt (anonym 2009a, Dubatolov 2015), ebensowenig aus der Türkei (Koçak & Kemal 2009). Die wenigen vorliegenden Funde belegen eine Höhenverbreitung von wenig über Meeresniveau bis gegen 600 m Höhe (Kurz & Kurz 2015).

Lebensweise:

Lebensraum sind feuchtere Gebüsche und laubdominierte Waldränder mit Beständen von Cornus-Arten, den Futterpflanzen der Raupen. Die Imagines fliegen im Mai, die Raupen sind von Juni bis Anfang August in den besetzten Minen zu finden. Bezüglich der Nahrungspflanze der Raupen scheint eine deutliche Präferenz für Cornus sanguinea zu bestehen (Kurz & Kurz 2015). Sind die Raupen erwachsen, schneiden sie aus dem Blatt einen ovalen Sack aus und fallen damit zu Boden um zu überwintern.

Entwicklungsstadien:

   
Beim Verlassen der Mine schneidet die Raupe ein ovales Loch aus: Salzburg, Flachgau, Eugendorf, Pebering, 2003.06.23 Mine an Cornus sanguinea hungarica: Salzburg, Stadt Salzburg, Heuberg, 2015.06.28, leg. et coll. Michael Kurz    
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
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Diagnose:

A. metallella ist die deutlich größte Art des Genus in Mitteleuropa. Charaktersitisch sind die Platzminen an Cornus-Arten: Diese Minen beginnen von der Eihülle weg mit einem kurzem Gang, der sich dann zum Platz erweitert. Im Gegensatz zu Antispila treitschkiella (Fischer von Röslerstamm, 1843) befinden sich vor der Stelle, an der das Ei abgelegt wurde einige winzige, bogenförmige Schlitze, die aussehen, als ob das Weibchen vor der Eiablage zuerst einige "Versuchsbohrungen" angelegt hätte. Auch das ovale Loch, das die Raupe nach Ausschneiden des Kokons aus der Epidermis hinterlässt, ist deutlich größer als bei A. treitschkiella.

Wissenswertes:

Quellen:

anonym 2009a. An Identification Guide of Japanese Moths Compiled by Everyone. URL: http://www.jpmoth.org [online 26 April 2010].
anonym 2009b. Das Naturhistorische Museum Wien. Forschung. 2. Zoologische Abteilung (Entomologie). Geschichte. URL: http://http://www.nhm-wien.ac.at/Content.Node/forschung/2zoo/geschichte.html [online 15 September 2009].
Denis, M. & I. Schiffermüller 1775. Ankündigung eines systematischen Werkes von den Schmetterlingen der Wienergegend, herausgegeben von einigen Lehrern am K.K. Theresianum. Augustin Bernardi, Wien. 322 pp.
Dubatolov, V. V. 2015. Collection of Siberian Zoological Museum. http://szmn.sbras.ru/Lepidop/Incurvar.htm [online 13 April 2015].
Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken 2013. Heliozelidae. In - Karsholt, O. & E. J. van Nieukerken (eds.). Lepidoptera, Moths. – Fauna Europaea version 2.6.2, http://www.faunaeur.org [online 2015.04.13].
Koçak, A. Ö. & M. Kemal 2009. Revised Checklist of the Lepidoptera of Turkey. Priamus, supplement 17: 1-253.
Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2015. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 13 April 2015].
Nielsen, E. S. 1985. A taxonomic review of the adelid genus Nematopogon Zeller (Lepidoptera: Incurvarioidea). Entomologica Scandinavica Supplement 25: 1-66.

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2004.11.10
Kurz Michael: 2004.11.13
Kurz Michael: 2008.02.04
Kurz Michael: 2008.06.09
Kurz Michael: 2012.10.07
Kurz Michael: 2015.03.30
Kurz Michael: 2015.04.14
Kurz Michael: 2015.04.20
Kurz Michael: 2015.10.29
nicht begutachtet

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