N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Pieris bryoniae flavescens F. Wagner, 1903

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Typenfundort: Österreich, Wien Umgebung, Mödling

Habitus:

   
: Niederösterreich, Wienerwald, Helenental, Mayerling, 1982.07.31, leg. et coll. Michael Kurz derselbe Falter von der Unterseite    
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
Bild von: Michael Kurz
Detailansicht
   

Beschreibung:
(untersucht: 1 )

Vfl.-Länge: 22 mm
Spannweite: 42 mm
Der Kopf ist schwar, dicht mit schwarzen und weißen Schuppen und Haaren besetzt. Die Palpen sind gerade, nach vorne oben gerichtet, schwarz, zum großen Teil weiß beschuppt. Nach unten gerichtet tragen sie lange weiße Haare, die zum Teil mit schwarzen Haaren durchmischt sind. Die Augen sind dunkel braungrau. Die Lange der Fühler beträgt rund 1/2. Die Fühler sind schwarzbraun, vereinzelt mit weißlichen Schuppen.
Der Thorax ist schwarzbraun, oben mit hellgrauen bis grauen Haaren, unterseits dicht weißlich beschuppt und weißlichgelb behaart. Die Oberseite der Flügel ist gelblichweiß, wobei die Hfl. deutlicher gelblicher im Ton sind als die Vfl. Die Basis der Vfl. bis 1/3, die Basis der Hfl., der Außenrand der Vfl. und breite Streifen beiderseits der Adern sind dicht graubraun bestäubt, wobei die Bestäubung der Aderenden am Hfl. auffallend breiter wird. In der Farbe gleich befinden sich große, verschwommen begrenzte Flecke im Submarginalbereich des Außenrandes der Vfl. (zwischen M3 und Cu1 sowie zwischen Cu2 und A1) und am Vorderrand der Hfl. nahe dem Apex. Die Unterseite der Vfl. ist mit Ausnahme des Apex weißlich mit sehr schwacher, graubrauner Bestäubung, die nur entlang der Adern wesentlicher dichter wird. Die beiden Flecke im Submarginalbereich des Außenrandes sind deutlich ausgebildet, ebenfalls graubraun. Der Aoex des Vfl., sowie die Hfl. sind matt hellgelb, am Hfl. sind die hell bleibenden Adern beiderseits dunkelgrau bestäubt, besonders entlang des Cubitalstammes. Die Hfl. sind an der Basis des Analrandes auf der Unterseite spärlich gelblichweiß behaart. Die Beine sind schwarzbraun, bis zur Femur dicht, distal nur spärlich weiß beschuppt und kurz behaart.
Das Abdomen ist oben schwarzbraun, unterseits dicht gelblichweiß beschuppt und am Ansatz spärlich hellgrau behaart.

Variabilität:
Das Taxon ist nach Tolman & Lewington (1998) sehr variabel, wobei die in der Färbung sowohl typischen Pieris napi napi (Linné, 1758), als auch typischen Pieris bryoniae (Hübner, [1805]) gleichen können. Dazwischen existieren alle Übergänge. Daneben variieren die Tiere im Gelbton der Hfl.-Unterseite und natürlich bestehen die üblichen Geschlechtsunterschiede.

Verbreitung:

Das Taxon ist sehr lokal am nordöstlichen Alpenrand, sowie am Karpatenrand in der Ostslowakei verbreitet. Die Höhenverbreitung erstreckt sich von 300 - 1200 m Höhe.

Lebensweise:

Das Taxon besiedelt grasige und blütenreiche, teils schattige Standorte an Wald- und Gebüschrändern. Die Flugzeit erstreckt sich in 2 - 3 Generationen von Mai bis September.

Entwicklungsstadien:

In der zugänglichen Sekundärliteratur werden weder Angaben zu den ersten Ständen, noch zu den Futterpflanzen der Raupen gemacht.

Diagnose:

des Taxons flavescens sind weder von Pieris napi napi (Linné, 1758), noch von Pieris bryoniae mit Sicherheit zu unterscheiden. Bei den gelingt die Unterscheidung intermediärer Exemplare recht gut, doch sind die beiden Extreme, die in der Nachkommenschaft eines einzelnen Weibchens auftreten können, ebenfalls von den oben genannten Taxa nicht mit Sicherheit zu unterscheiden.

Auch anatomisch bestehen keine Unterscheide zwischen den drei Formen.

Genetik:

Zur Genetik des napi-bryoniae-Formenkreises siehe unter Pieris bryoniae (Hübner, [1805]).

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2006.01.04
Kurz Michael: 2007.04.26
nicht begutachtet