N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Parnassius (Parnassius) sacerdos Stichel, 1906

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Parnassius phoebus sacerdos Stichel, 1906: 86. (nom. nov. pro delius Esp.).
Typenfundort: Schweiz und Tirol
Typus: Syntypen vermutlich in coll. Zoologische Sammlung des Bayrischen Staates, München.

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Papilio phoebus auctorum nec Fabricius, 1793: 181. Fehlbestimmung.
Papilio phoebus de Prunner, 1798: 69. Typenfundort: Italien, Piemont, Varaita-Tal. Jüngeres primäres Homonym von Papilio phoebus Fabricius, 1793.
Papilio delius Esper, [1804]: 114-115, pl. 115, fig. 5;. Typenfundort: auf den Bergen bei Genf [Schweiz oder Frankreich]. Jüngeres primäres Homonym von Papilio delius Drury, 1782.
Parnassius phoebus palamedes Hemming, 1934: 193-200. Unnötiger Ersatzname für Papilio delius Esper, [1804].

Small Apollo
Le Petit-Apollon
Hochalpen-Apollo

Habitus:

P. sacerdos Rasse gazeli: ohne Daten P. sacerdos styriacus : Austria P. sacerdos form styriacus : Österreich : Salzburg, Hohe Tauern, Sportgastein, 1650 m, 1978.08.20, coll. Michael Kurz
Bild von: Global Butterfly Information System: MNHN, Paris (creative commons)
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P. sacerdos Rasse vorbrodti Unterseite: ohne Daten Unterseite: Salzburg, Hohe Tauern, Sportgastein, 1650 m, 1978.08.20, coll. Michael Kurz    
Bild von: Global Butterfly Information System: Zoologisches Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig, Bonn (creative commons)
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Beschreibung:
(untersucht: 1 , ergänzt nach Higgins & Riley, 1978)

Vfl.-länge: 30 - 33 mm, 33 - 38 mm
Spannweite: 60 - 70 mm, 65 - 75 mm
Die Augen sind schwarzbraun, die Palpen sind gelblichgrau behaart. Die relativ kurzen Fühler sind deutlich schwarz-weiß geringt, der Fühlerkolben ist schwarz.
Der Körper ist dunkel, oben weiß, unten stark gelb behaart. Die Grundfarbe der Oberseite der hyalinen Flügel ist gelblich weiß, der Außenrand ist mehr grau (unbeschuppt). Nahe diesem befindet sich eine graue Querbinde, die auf den Vfl. wesentlich breiter und auch dunkler ist als auf den Hfl. (hier nur eine dünne Linie). Zwei große schwarze Flecke befinden sich in der Mitte der Zelle, sowie am Diskus, mehrere kleinere am Vorderrand, sowie am Innenrand. Einer dieser Flecke am Vorderand ist fast immer rot gekernt. Der Hinterflügel ist ähnlich gezeichnet, die beiden großen Flecken am Vorderrand und in der Mitte des Flügels sind rot mit schwarzer Umrandung und weißem Kern. Der Analrand der Hfl. ist schwarz bestäubt, mit langer weißer Behaarung. Das besitzt ausgedehntere dunkle Zeichnungselemente und mehr rote Flecke. Die Unterseite ist ähnlich gezeichnet, allerdings bis auf die Flecke unbeschuppt, das Rot ist bei beiden Geschlechtern noch ausgedehnter.

Variabilität:
Es wurden eine Reihe von Lokalrassen und Formen beschrieben. Falter, bei denen auf der Oberseite der Hinterflügel die roten Augenflecke durch einen schwarzen Steg verbunden sind, werden als f. cardinalis Oberthür bezeichnet.

Verbreitung:

P. sacerdos bewohnt die Alpen von den Alpes Maritimes bis zu den steirischen Alpen.

Lebensweise:

Ein typischer Lebensraum sind Silikatquellfluren in alpinem Gelände, wo auch eine der Futterpflanzen der Raupen, Saxifraga aizoides Linné, normalerweise häufig vorkommt. Aufnahme: Salzburg, Hohe Tauern, Stubachtal, Tauernmoossee Umgebung, 2125 m, 2003.07.19, ID MK-bio8724 : Zum Nektarsaugen kommen die Tiere auch in tiefere Lagen, hier an Centaurea pseudophrygia C.A.Meyer. Aufnahme: Salzburg, Hohe Tauern, Stubachtal, Enzingerboden, 1480 m, 2003.07.19, ID MK-3256 derselbe Falter derselbe Falter
Bild von: Kurz Michael
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derselbe Falter von der Unterseite derselbe Falter Kärnten, Nockgebiet, Turracher Höhe, 2001.08.23, ID JG0010-JG,17-2,82 Kärnten, Nockgebiet, Turracher Höhe, 2001.08.23, ID JG0010-JG,17-2,88
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Bild von: © Gillmann Johannes
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Die Art fliegt an feuchten Stellen, bevorzugt in der Nähe von Gebirgsbächen, und Quellmooren in einer Höhe von 1500 - 2600 m. Flugzeit ist Juli und August.

Entwicklungsstadien:

Ei:
Das Ei ist weiß, die Mikropyle befindet sich in einer dunklen, eingedrückt wirkenden Rosette. Die Eier werden an verschiedenen Substarten nahe der Futterpflanze abgelegt, wie z.B. an Moos, abgestorbenen Pflanzen, am Boden oder an Steinen, selten aber direkt an der Futterpflanze.

Raupe:
Die Raupe überwintert voll entwickelt in der Eihülle oder auch unmittelbar nach dem Schlüpfen.Sie ist samtschwarz mit zitronengelben Flecken an der Seite. Die Raupe lebt an Saxifraga aizoides Linné, sowie an Sempervivum montanum Linné. Fressende Raupen wurden außerdem auch an Rhodiola rosea Linné beobachtet.

Puppe:
Die Puppe ist stumpf, gedrungen und braun. Sie liegt in einem schwachen Gespinst an der Erde, gern auch unter Steinen.

Anatomie:

     
Genitalapparat:
a) Seitenansicht
b) Vvalve
c) Tegumen und Uncus, Ventralansicht
     
Bild von: © Higgins 1975, modified
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Diagnose:

P. sacerdos gazeli : ohne Daten P. corybas altaicus: : Russland, Altai, Nähe Ust-Kan, 2003.06.20, coll. Michael Kurz P. smintheus dakotaensis : ohne Daten P. apollo brittingeri, : Österreich, Steiermark, Loser, 1400 m, 1977.08.07
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Bild von: Global Butterfly Information System: ZSM, Munich
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P. sacerdos : Österreich, Salzburg, Sportgastein, 1600 m, 1978.08.20 Parnassius corybas altaicus : Altai P. smintheus rotgeri : ohne Daten P. mnemosyne mnemosyne : Österreich, Salzburg, Thalgau, 600 m, 1976.07.01
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Bild von: Global Butterfly Information System: MNB, Berlin
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Parnassius apollo Linné, 1758 weist auf den Vorderflügeln keine rote Flecke auf. Der Fühlerschaft ist weiß und nur undeutlich grau geringt. Der schwarze Apollo, Parnassius mnemosysne Linné, 1758 ist kleiner und besitzt keine roten Flecke.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 30 (Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2002.04.06
Kurz Michael: 2006.01.05
Kurz Michael: 2011.05.13
Kurz Michael: 2011.10.07
Kurz Michael: 2011.10.12
Kurz Michael: 2012.03.08
Kurz Michael: 2013.01.24
Kurz Michael: 2013.01.27
nicht begutachtet