N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Parnassius (Parnassius) apollo brittingeri Rebel & Rogenhofer, 1893

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Typenfundort: Österreich, Steiermark, Schoberstein
Apollo
l´Apollon
Apollo-Falter, Apollo
L´Apollo
Apolo

Habitus:

   
: Steiermark, Altaussee Umgebung, Loser, 1400 m, 1977.08.07, ID MK-7.462, coll. Michael Kurz derselbe Falter von der Unterseite    
Bild von: Kurz Michael
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Beschreibung:
(untersucht: 1 )

Spannweite: : 66 mm
Die Augen sind dunkel, die Palpen weiß mit dunkler Behaarung. Die Fühler sind relativ kurz mit undeutlichen, schwarzen und weißen Ringen und schwarzer Fühlerkolbe.
Der Körper ist oben dunkel, unten hell mit dichter, weißer bis gelblichgrauer Behaarung, die auf den Analrand der Hfl. übergeht. Die Oberseite der Flügel ist spärlich weiß bestäubt, die Flügel sind pergamentartig steif, glasig. Die Vfl. sind gerundet, der Außenrand ist 3 mm breit unbeschuppt. Etwas weiter innen liegt eine schwache, schwarze Querlinie. Am Costalrand, der wie die Basis schwach schwarz bestäubt ist, liegen zwei größere und zwei kleinere schwarze Flecke, am Analrand befindet sich ein runder schwarzer Fleck. Die Hfl. sind am Analrand dicht schwarz bestäubt, wobei diese Bestäubung einen stumpfen Ausläufer bis zum Oberrand der Zelle bildet. Am Analwinkel liegen zwei zusammenfließende schwarze Flecke, zwei weitere, runde Flecke sind rot, weiß gekernt und scharz umringt. Die Unterseite ist mit Ausnahme der Fleckenzeichnung schuppenlos. Auf den Hfl. sind alle Flecke rot (auch der Basalteil), die äußeren mit größeren weißen Kernen und dünner schwarzer Umringung. Die Beine sind hellbraun, mit hell-dunkel geringelten Tarsen.

Am Abdomen sind die Stigmen deutlich als dunkle Punkte zu erkennen.

Verbreitung:

Die ssp. brittingeri fliegt in den Alpen, im Allgemeinen in der montanen Zone bis etwa 1500 m Höhe, ausnahmsweise bis 2200 m Höhe.

Lebensweise:

: Oberösterreich, Weißenbach am Attersee, Schoberstein, unterhalb des Gipfels, 990 m, 2002.06.30, ID MK-1143 Salzburg, Osterhorngruppe, Trattberg, Enzianhütte, 1480 m, 2003.07.06, bei der Nahrungsaufnahme an Carduus defloratus defloratus Linné, ID MK-3188 Salzburg, Osterhorngruppe, Trattberg, Enzianhütte, 2003.07.06, ID MK-3188 Salzburg, Osterhorngruppe, Trattberg, Enzianhütte, 2003.07.06, ID MK-3188
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Steiermark, Mittelst.B., Umg.Weiz, 2004.08.19, ID JG0010-JG,D01,956 Steiermark, Mittelst.B., Umg.Weiz, 2004.08.19, ID JG0010-JG,D01,948 Steiermark, Mittelst.B., Umg.Weiz, 2004.08.19, ID JG0010-JG,D01,975 Österreich, Salzburg, Thalgau, Schober, 1328 m, 1989.07.29
Bild von: © Gillmann Johannes
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Österreich, Salzburg, Thalgau, Schober, 1328 m, 1989.07.29 Frankreich, Rhône-Alpes, Fort l´Écluse, Bellegarde-sur-Valserine, 2008.08.02 Austria, Steiermark, 2007.07  
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Die Art lebt in mittleren Höhenlagen an felsigen, meist trockenen Stellen, an denen die Futterpflanze gedeiht, in deren Nähe aber auch tiefgründigere Stellen das Gedeihen nektarspendender Pflanzen, wie Disteln oder Flockenblumen ermöglicht. Der Apollo-Falter fliegt in einer langgestreckten Generation von Anfang Mai bis September.

Entwicklungsstadien:

Ei:
Das Ei ist fleach, weiß, glänzend und körnig skulptiert. Die Eiablage erfolgt meist an die Stengel der Futterpflanze, und zwar an der weißen Fetthenne (Sedum album), selten auch an Sedum telephium.

Raupe:
Die Raupen überwintern voll entwickelt in der Eihülle. Die Raupe ist ausgewachsen bis 50 mm lang, samtschwarz mit kleinen stahlblauen Warzen und gelben bis leuchtend orangeroten Seitenpunkten. Sie frisst im vollen Sonnenschein an den Blättern.

Puppe
Die Puppe ist stumpf und dick, unbeweglich, rotbraun und leicht blau bereift. Sie ruht in einem lockeren, weitmaschigen Gespinst unter Steinen oder Moos. Die Dauer der Puppenruhe schwankt von 8 - 10 Tagen bis zu mehreren Wochen, wodurch die ungewöhnlich lange Flugzeit der Falter bewirkt wird. Ursache dafür dürften klimatische Einflüsse sein.

Diagnose:

 
P. apollo brittingeri, : Österreich, Steiermark, Loser, 1400 m, 1977.08.07 P. phoebus sacerdos, : Österreich, Salzburg, Sportgastein, 1600 m, 1978.08.20 P. mnemosyne mnemosyne, : Österreich, Salzburg, Thalgau, 600 m, 1976.07.01  
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Die alpine Unterart brittingeri ist von den übrigen nord- und mitteleuropäischen Rassen des Apollofalters kaum verschieden und ebenso variabel. Sie soll etwas kleiner und in der Färbung heller mit kräftiger, schwarzer Zeichnung, sowie mittelgroßen Augenflecken sein. Der Hochalpen-Apollo (Parnassius phoebus (Fabricius, 1793)) hat auch auf den Vorderflügeln rote Flecke, der schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne (Linnè, 1758)) hat überhaupt keine roten Flecke auf den Flügeln.

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2000.10.25
Kurz Michael: 2005.12.28
Kurz Michael: 2008.02.12
Kurz Michael: 2008.12.08
Kurz Michael: 2009.01.01
nicht begutachtet