N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Parnassius (Parnassius) apollo brittingeri Rebel & Rogenhofer, 1892

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Parnassius apollo var. brittingeri Rebel & Rogenhofer, 1892: 59, Taf. 1, fig. 1
Typenfundort: Österreich, Steiermark, Schoberstein
Apollo
l´Apollon
Apollo-Falter, Apollo
L´Apollo
Apolo

Habitus:

: Steiermark, Altaussee Umgebung, Loser, 1400 m, 1977.08.07, coll. Michael Kurz : Steiermark, Leoben Umgebung, 1924.07.22, leg. Hermann Mitis, coll. Michael Kurz : Steiermark, Leoben Umgebung, 1927.07.30, leg. Hermann Mitis, coll. Michael Kurz : Steiermark, Reitinggebiet, 1930.08.20, leg. Hermann Mitis, coll. Michael Kurz
Bild von: Kurz Michael
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: Steiermark, Reitinggebiet, 1930.08.20, leg. Hermann Mitis, coll. Michael Kurz Unterseite: Steiermark, Altaussee Umgebung, Loser, 1400 m, 1977.08.07, coll. Michael Kurz Unterseite: Steiermark, Leoben Umgebung, 1924.07.22, leg. Hermann Mitis, coll. Michael Kurz Unterseite: Steiermark, Leoben Umgebung, 1927.07.30, leg. Hermann Mitis, coll. Michael Kurz
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Unterseite: Steiermark, Reitinggebiet, 1930.8.20, leg. Hermann Mitis, coll. Michael Kurz Unterseite: Steiermark, Reitinggebiet, 1930.08.20, leg. Hermann Mitis, coll. Michael Kurz    
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Beschreibung der Imagines: Untersucht: 2 , 3 von österreichischen Populationen.
: Spannweite: 66-69 mm. Augen dunkel; Labialpalpen weiß mit dunklen haarförmigen Schuppen; Fühler kurz, weniger als 1/3 der Vfl.-Länge, weiß, undeutlich dunkler geringt, Fühlerkolbe schwarz; Thorax und Abdomen dorsal dunkel, ventral weißlich, mit dichter weißer bis gelblichgrauer, haarförmiger Beschuppung, die sich bis auf den Analrand des Hfl. erstreckt; Oberseite der Flügel schütter weiß beschuppt, pergamentartig, hyalin; Vfl. gerundet, Außenrand in einer Breite von 3-4 mm unbeschuppt; submarginal eine schwärzliche, gewellte Querlinie von der Costa über rund 3/4 der Flügelbreite; Costalrand und Flügelbasis schwärzlich überstäubt; subcostal zwei große schwarze Flecken in der Mitte der Zelle und am Diskus, zwei kleinere schwarze Flecken postdiskal, einer an der Costa, der andere subcostal; ein weiterer schwarzer Fleck in der Mitte über dem Innenrand; Hfl. entlang des Innenrandes dicht schwarz überstäubt, diese schwärzliche Bestäubung zum Diskus hin ausgedehnt und dort spitz zulaufend; am Tornus zwei zusammen fließende schwarze Flecken, die gelegentlich rot oder orange gekernt sind; zwei weitere, größere und runde, rot oder orange, sowie weiß gekernte Flecken proximal der Mitte des Costalrandes, sowie postdiskal; in einigen Formen Flügelrand grau, ebenso eine Reihe undeutlicher, submarginaler grauer Flecke; Unterseite der Flügel, abgesehen von den erwähnten Flecken unbeschuppt; auf der Hfl.-Unterseite alle Flecken rot gekernt, inklusive vier Flecken in der Analregion; größere Flecken auch weiß gekernt und fein schwarz umringt; Beine hellbraun, Tarsen hell-dunkel geringt.

: Spannweite: 67-76 mm. Weibchen ähnlich wie die Männchen, aber generell stärker verdunkelt, ausgenommen die Zelle und das Postdiskalfeld des Vfl., mit ausgedehnteren grauen Flecken und breiteren, halbmondförmigen Flecken im Submarginalbereich; Fühler noch kürzer, rund 1/4 der Vfl.-Länge; Körper, ausgenommen die Unterseite, weniger dicht mit haarförmigen Schuppen besetzt.

Verbreitung:

Die ssp. brittingeri und ihr nahestehende Formen fliegen im gesamten Alpenraum (Higgins & Riley 1978), den sie nach dem Ende der letzten Eiszeit, vermutlich ausgehend von der eiszeitlichen Kältesteppe, besiedelt haben. Die Vertikalverbreitung erstreckt sich im Allgemeinen von rund 500 bis 1800 m Höhe, ausnahmsweise bis 2200 m Höhe (Kurz & Kurz 2020).

Lebensweise:

: Oberösterreich, Weißenbach am Attersee, Schoberstein, unterhalb des Gipfels, 990 m, 2002.06.30 : Salzburg, Osterhorngruppe, Trattberg, Enzianhütte, 1480 m, 2003.07.06, bei der Nahrungsaufnahme an Carduus defloratus defloratus Linné : Salzburg, Osterhorngruppe, Trattberg, Enzianhütte, 2003.07.06 : Salzburg, Osterhorngruppe, Trattberg, Enzianhütte, 2003.07.06
Bild von: Kurz Michael
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: Austria, Steiermark, 2007.07 : Frankreich, Rhône-Alpes, Fort l´Écluse, Bellegarde-sur-Valserine, 2008.08.02 : Salzburg, Salzkammergut, Wolfgangsee, Falkenstein, 2015.06.22 : Salzburg, Thalgau, Schober, 1328 m, 1989.07.29
Bild von: www.flickr.com: © Joes Sistah
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Bild von: www.flickr.com: Emerging Birder (Creative Commons)
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: Steiermark, Umgebung Weiz, 2004.08.19 : Steiermark, Umgebung Weiz, 2004.08.19 : Steiermark, Umgebung Weiz, 2004.08.19  
Bild von: © Gillmann Johannes
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Bild von: © Gillmann Johannes
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Die Unterart lebt in mittleren Höhenlagen an felsigen, meist trockenen Stellen, an denen die Nahrungspflanze der Raupen wächst, in deren Nähe aber auch tiefgründigere Stellen das Gedeihen Nektar spendender Pflanzen, wie Disteln oder Flockenblumen ermöglichen. Als Biotope dokumentiert sind alpine Magerwiesen und Magerweiden, Karbonatfelsen und Felsabbrüche. Nur ausnahmsweise verirren sich die Falter auch in angrenzende Hochstaudenfluren, während Waldränder und Wälder vollkommen gemieden werden (Kurz & Kurz 2020). Der Apollo-Falter fliegt in einer langgestreckten Generation von Anfang Mai bis September, vereinzelt sogar Angang Oktober (Kurz & Kurz 2020), die Überwinterung erfolgt meist im Ei als voll entwickelte Eilarve (Forster & Wohlfahrt 1976).

Entwicklungsstadien:

Beschreibung der ersten Stadien nach Forster & Wohlfahrt (1976):

Ei:
Das Ei ist flach, weiß, glänzend und körnig skulptiert. Die Eiablage erfolgt meist an die Stengel der Futterpflanze, und zwar an der weißen Fetthenne (Sedum album), selten auch an Sedum telephium.

Raupe:
Die Raupe ist ausgewachsen bis 50 mm lang, samtschwarz mit kleinen stahlblauen Warzen und gelben bis leuchtend orangeroten Seitenpunkten. Sie frisst im vollen Sonnenschein an den Blättern.

Puppe
Die Puppe ist stumpf und dick, unbeweglich, rotbraun und leicht blau bereift. Sie ruht in einem lockeren, weitmaschigen Gespinst unter Steinen oder Moos. Die Dauer der Puppenruhe schwankt von 8 - 10 Tagen bis zu mehreren Wochen, wodurch die ungewöhnlich lange Flugzeit der Falter bewirkt wird. Ursache dafür dürften klimatische Einflüsse sein.

Diagnose:

 
P. apollo brittingeri, : Steiermark, Loser, 1400 m, 1977.08.07 P. sacerdos, : Salzburg, Sportgastein, 1600 m, 1978.08.20 P. mnemosyne, : Salzburg, Thalgau, 600 m, 1976.07.01  
Bild von: Kurz Michael
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Bild von: Kurz Michael
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Die alpine Unterart brittingeri ist von den übrigen nord- und mitteleuropäischen Rassen des Apollofalters kaum verschieden und ebenso variabel. Sie soll etwas kleiner und in der Färbung heller mit kräftiger, schwarzer Zeichnung, sowie mittelgroßen Augenflecken sein. Der Hochalpen-Apollo (Parnassius phoebus (Fabricius, 1793)) hat auch auf den Vorderflügeln rote Flecke, der schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne (Linnè, 1758)) hat überhaupt keine roten Flecke auf den Flügeln.

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt 1976. Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. 1975. The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley 1978. Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2020. Naturkundliches Informationssystem. URL: https://www.nkis.info [online 2020.01.14].
Tolman T. & R. Lewington 1998. Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart.

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2000.10.25
Kurz Michael: 2005.12.28
Kurz Michael: 2008.02.12
Kurz Michael: 2008.12.08
Kurz Michael: 2009.01.01
Kurz Michael: 2019.11.21
Kurz Michael: 2020.01.14
Kurz Michael: 2020.02.03
nicht begutachtet