N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Zerynthia (Zerynthia) polyxena polyxena ([Denis & Schiffermüller], 1775)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio polyxena [Denis & Schiffermüller], 1775, Ankündigung eines Systematischen Verzeichnisses der Schmetterlinge der Wiener Gegend
Typenfundort: Österreich, Umgebung von Wien
Typus: vernichtet

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:

Papilio hypsipyle Schulze, 1776
Papilio hypermnestra Scopoli, 1763 (ungültiges Homonym)

Southern Festoon
eigentlicher Osterluzeifalter

Habitus:

: ohne Daten : Krim : Krim : Krim
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: Krim      
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Variabilität:
Die Ausdehnung der schwarzen Zeichnungen ist einer gewissen Variabiltät unterworfen, ebenso das Vorhandensein eines kleinen roten Flecks (R2 - R3) am Costalrand der Vfl. Die blauen Flecke in der Randbinde der Hfl. sind oft mehr oder weniger reduziert. Weibchen mit kräftig ockergelber Oberseite sind stellenweise häufig und werden als f. ochracea Staudinger bezeichnet.

Verbreitung:

Die typische ssp. polyxena ist von Niederösterreich und Mähren, die Slowakei und SO-Polen lokal über den Balkan, die NW-Türkei und den Südural bis NW-Kasachstan verbreitet. Wertet man cassandra Geyer nur als Form, kommen noch Südfrankreich und Italien hinzu.

Lebensweise:

Kroatien, Dalmatien, Dubrovnik Umgebung, südlich Slano, 2003.05.03 Ukraine, Kharkov, 2008.05.17 Ukraine, Kharkov, 2008.05.10 Austria, Nordburgenland, 2008.05.04
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Lebensraum sind heiße, felsige und trockene Hänge, sowie ebensolche gras- und gebüschreiche Stellen in der Ebene, wie degradierte Macchie im Karstgebiet. Besiedelt werden aber auch aufgelassene oder extensiv bewirtschaftete Terassen. Hier fliegen die Falter in einer Generation von Ende März bis Anfang Juli, meist von Ende April bis Ende Mai.

Entwicklungsstadien:

Ei:
Das Ei ist gelb, abgeplattet und rund. Vor dem Schlüpfen der Raupe verfärbt es sich schwärzlich. Die Eier werden einzeln oder in kleinen Haufen auf die Unterseite der Blätter der Futterpflanze abgelegt.

Raupe:
Die Raupe ist rötlichgelb oder grau und weist 6 Reihen deutlich behaarter Fleischzapfen auf, die rotbraun und an der Spitze schwarz sind. Wenn sie erwachsen ist, weist sie auch einen dunklen Seitenstreifen auf, der aber auf den letzten Segmenten fehlt. Sie lebt an verschiedenen Aristolochia-Arten, wobei sie nach der ersten Nahrungsaufnahme meist auf diese Art spezialisiert bleibt. Die Raupen ruhen gerne auf Blättern der Futterpflanze, oft in praller Sonne.

Puppe:
Die Verpuppung erfolgt meist an Stengeln, an der Borke von Bäumen oder an der Unterseite von Steinen, wobei die Puppe mittels eines Fadens am Kopf und am Kremaster kopfaufwärts aufgehängt ist. Die Puppe ist lang, schlank, und gelblichgrau gefärbt. Sie weist am Kopf schwarze Flecken auf und ist hier undeutlich und unregelmäßig dunkler schattiert. Die Puppe überwintert.

Anatomie:

     
-Genitalapparat, dorso-ventrale Ansicht, Valve seitlich: Montenegro      
Bild von: © Higgins 1975, modified
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Diagnose:

Die ssp. cassandra (Geyer, 1828) weist ausgedehntere schwarze Fleckung der Oberseite auf. Außerdem fehlt bei ihr der kleine rote Costalfleck zwischen R2 und R3. Die südwesteuropäische Zerynthia rumina (Linné, 1758) dagegen besitzt mehrere rote Flecke auf der Oberseite der Vfl.

Im -Genitalapparat unterscheidet sich cassandra durch einen weniger unregelmäßig gezähnten Vorderrand der Valven, während bei rumina dieser Vorderrand unregelmäßig eingebuchtet ist.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 30 - 31 (?! Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2006.01.22
Kurz Michael: 2006.01.23
Kurz Michael: 2008.08.04
Kurz Michael: 2008.09.26
Kurz Michael: 2009.01.05
Kurz Michael: 2011.04.12
Kurz Michael: 2016.09.15
Kurz Michael: 2016.11.24
nicht begutachtet