N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Iphiclides feisthamelii (Duponchel, 1832)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio feisthamelii Duponchel, 1832: 7-10, pl. 1 fig. 1
Typenfundort: Spanien, Barcelona und Algerien
Typus: Syntypen: vermutlich in coll. MNHN, Paris

Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
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Le Voilier Blanc
Chupa leche

Habitus:

 
: Marokko : Portugal : Portugal  
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Beschreibung der Imagines: Untersucht: 1 , 1 . Spannweite: 59 mm, 64 mm. Kopfhaare lang abstehend, gemischt cremefarben und schwarz, oberhalb der Palpen cremefarben; Haare am Collare cremefarben, in der Mitte schwarz; Augen groß, halbkugelig, dunkel rotbraun; Palpen kurz, nach vorne gerichtet, lang abstehend behaart, hell cremefarben bis rostbraun im vorderen Teil; Fühler rund 2/5 der Vfl.-Länge, schwarzbraun, Fühlerkolben schwarz; Thorax schwarz, schütter, aber lang behaart, Behaarung besonders seitlich cremefarben; Vfl. hell cremefarben, am Vorderrand fein ocker-orange, mit grauschwarzen, schrägen, relativ breiten Querstreifen von der Costa: 1 fast an der Basis; 2 bei rund 1/5; 3 bei 2/5 nur über die Zellbreite reichend; 4 bei 3/5, leicht geschwungen, gegen den Analwinkel zugespitzt; 5 sehr schmal, nur bis etwa M3 reichend; 6 und 7 am Apex breit, nur durch eine feine helle Linie getrennt, submarginal und marginal verlaufend; 6 gegen den Analwinkel spitz auslaufend, 1, 2, 4 und 7 über die gesamte Flügelbreite; Hfl. ebenfalls hell cremefarben, mit gewelltem, ockerfarbenem Außenrand und einem rund 9-12 mm langen Schwänzchen auf der Ader Cu1; Innenrand breit schwarzgrau, nur nahe der Basis eine feine, helle Mittellinie; vor dem Analwinkel ein schwarzes, cobaltblau gekerntes Auge, das oben schmal orange und darüber cremefarben angelegt ist; Außenrand bis auf den gewellten Saum sehr breit schwarzgrau, mit submarginalen, halbmondförmigen, cobaltblauen Flecken zwischen den Adern; die Flecke zwischen RR und M1, sowie M1 und M2 sehr schmal und nur cremefarben; Schwänzchen auf Cu1 ebenfalls schwarzgrau, nur distal cremefarben; in der Flügelmitte ein mäßig breiter, schwarzgrauer Querstreifen, gegen das Auge spitz auslaufend; Unterseite ähnlich gezeichnet wie die Oberseite, Binde 3 und 4 des Vfl. anterior, 6 und 7 über die gesamte Länge breit ocker bis ockergelb bestäubt und nur mit schmalen schwarzen Rändern; am Hfl. die schwarzgrauen Binden innen ebenfalls breit ockergelb bestäubt, die blauen Randmonde innen weiß angelegt; der Mittelstreifen innen proximal mit einer feine ockergelben Linie, distal anschließend mit einer feinen orangeroten Linie; Thorax unterseits dicht cremefarben behaart; Beine bis zu den Femora schwarz, schütter behaart, Tibien und Tarsen cremefarben beschuppt und mit schwarzen Stacheln; Abdomen oberseits schwarzgrau, lateral oben ein cremefarbener Streifen, ventral anschließend eine feine schwarze, eine ocker-orange und wieder eine schwarze Längslinie; Abdomen ventral lang und dicht cremefarben behaart.

Verbreitung:

Das Taxon feisthamelii kommt von Nordwestafrika über die Iberische Halbinsel bis in die französischen Ostpyrenäen vor. Die Höhenverbreitung reicht in Nordafrika von Meeresniveau bis 2700 m Höhe (Tolman & Lewington 1998).

Lebensweise:

Spanien, Madrid, Rivas Vaciamadrid, 2008.03.29 Portugal, Coimbra, Montemor-o-Velho, 2007.09.12 Portugal, Lissabon, Sintra, Peninha, 2005.07.10 Spanien, Malaga, Nerja, Torre de Maro, 2005.04.06
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Lebensraum sind heiße, trockene Stellen in reich strukturiertem Gelände mit Gebüsch- und Waldrändern (Tolman & Lewington 1998). Die Art wird aber oft auch im Kulturland, wie in Gärten und zwischen Mandelbäumen angetroffen. Die Geschlechter treffen sich gerne auf Hügelkuppen oder an anderen markanten Geländeformen, wie Flussufern (Hensle 2019). Die Falter fliegen im Tiefland in mindestens vier Generationen von März bis Anfang Oktober, an der nördlichen Verbreitungsgrenze und im Hügelland in 2 -3 Generationen und in den höchsten Lagen in nur einer Generation (Tolman & Lewington 1998, Hensle 2019).

Entwicklungsstadien:

In der Literatur (Higgins & Riley 1978, Tolman & Lewington 1998) werden keine Unterschiede zu Iphiclides podalirius (Linné, 1758) angegeben. Futterpflanze der Raupe dürfte wie bei dieser besonders Prunus spinosa Linné sein, daneben aber auch Prunus dulcis Linné (Hensle 2019).

Diagnose:

Obwohl von einigen Autoren als eigene Art betrachtet, ist das Taxon feisthamelii Duponchel höchstwahrscheinlich nur eine Unterart von Iphiclides podalirius (Linné, 1758). Die Unterschiede zwischen beiden Taxa beschränken sich auf die Grundfarbe (mehr weiß bei feisthamelii) und die dunklen Zeichnungselemente, die bei feisthamelii ausgedehnter sind. Dagegen wurden weder im -Genitalapparat, noch biochemisch oder in der Biologie überzeugende Unterschiede gefunden. Auch fehlen bisher experimentelle Beweise in Form von Kreuzungsversuchen.

Wissenswertes:

Quellen:

Duponchel, P.-A.-J. 1832-[1835]. Histoire naturelle des Lépidoptères ou papillons de France. Supplément. Tome premier: 1-466, [467], pl. I-L. Paris (Mequignon-Marvis).
Hensle, J. 2019. Iphiclides feisthamelii (Duponchel, 1832), Lebensraum und Lebensweise. Lepiforum. Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten. URL: http://www.lepiforum.de [online 2019.01.21].
Higgins, L. 1975. The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley 1978. Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin.
Tolman T. & R. Lewington 1998. Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart.

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2006.01.23
Kurz Michael: 2008.12.08
Kurz Michael: 2008.12.29
Kurz Michael: 2009.06.27
Kurz Michael: 2015.11.30
Kurz Michael: 2016.09.15
Kurz Michael: 2016.10.03
Kurz Michael: 2017.08.02
Kurz Michael: 2019.01.18
Kurz Michael: 2019.01.22
nicht begutachtet