N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Iphiclides podalirius podalirius (Linné, 1758)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio podalirius, Linnaeus, 1758: 463
Typenfundort: Italien, Toskana, Livorno (festgelegt durch Verity, 1947)
Scarce Swallowtail
Le Flambé
Segelfalter
Podalirio

Habitus:

   
: Steiermark, südoststeirisches Hügelland, Feldbach Umgebung, Gossendorf, 1977.07.24, leg. M.Pfeiler, coll. Michael Kurz derselbe Falter von der Unterseite    
Bild von: Kurz Michael
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Beschreibung der Imagines: Untersucht: 1 der gen. aest. Spannweite: 65 mm. Kopf schwarz, haarförmige Beschuppung des Kopfes abstehend; ein schwarzer Streifen vom Gesicht über die Stirn bis zum 1. Thoraxsegment; Behaarung seitlich davon bis zu den Augen cremefarben, hinter den Augen bis zur Flügelwurzel schwarz, darunter cremefarben; oberhalb des Rüssels beiderseits ein rostfarbenes Büschel; Augen groß, halbkugelig, dunkelbraun; Palpen kurz, nach vorne gerichtet, innen rostbraun, außen proximal cremefarben, apikal rostbraun; Fühler ca. 2/5 der Vfl.-Länge, schwarzbraun, Fühlerkolben schwarz; Thorax schwarz, vor allem seitlich schütter, aber lang cremefarben behaart; Vfl. oberseits cremefarben, mit 7 schwarzgrauen, schräg nach außen verlaufenden Querstreifen: 1 nahe der Basis, 2 bei 1/4, 4 bei 3/5, 6 und 7 submarginal, bzw. marginal, nur durch eine schmale cremefarbene Linie geteilt; alle über die gesamte Flügelbreite, vorne mäßig breit, 4., 6. und 7. Querstreifen nach hinten spitz zulaufend; 3. Querstreifen nur über die Zellbreite; 5. geringfügig länger, beide nach hinten spitz zulaufend; Hfl. ebenfalls cremefarben, mit einem rund 15 mm langen Schwänzchen auf Ader Cu1; mit einem doppelten schwarzgrauen Querstreifen entlang des Innenrandes und einem feinen Querstreifen von etwa 2/5 gegen den Analwinkel ziehend; am Analwinkel ein schwarzer, cobaltblau gekernter Fleck, der oben breit orange angelegt ist; Außenrand oben schmal, nach unten sehr breit schwarzgrau, innen unscharf begrenzt; submarginal mit je einem halbmondförmigen Fleck zwischen den Adern, deren oberster zwischen M1 und M2 cremefarben ist, während die folgenden vier cobaltblau sind; äußerster Flügelrand gewellt und zwischen den Adern fein cremefarben; Schwänzchen am Ansatz beiderseits, sowie apikal ebenfalls cremefarben; Unterseite ähnlich der Oberseite; am Vfl. die äußeren Querstreifen innen zum Teil cremefarben überstäubt; am Hfl. der äußere dunkle Streifen am Innenrand fehlend; der Querstreifen bei 2/5 doppelt und ein feiner weißer Querstreifen bei 4/5 bis fast M3; dunkle Bestäubung im äußeren Flügelbereich weniger ausgedehnt; Thorax unterseits cremefarben behaart; Beine cremefarben, Tibien der Vorder- und Mittelbeine mit breiten schwarzbraunen Längsstreifen; Abdomen unterseits schwarzgrau, seitlich und unterseits cremefarben mit je einem lateralen und sublateralen, feinen schwarzen Streifen auf jeder Seite.

Verbreitung:

Das Gesamtverbreitungsgebiet erstreckt sich von Mittel- und Südeuropa über Kleinasien bis zum Transkaukasus und über das gemäßigte Asien bis Westchina. Die Art ist in Mitteleuropa nordwärts bis zu den deutschen Mittelgebirgen verbreitet. Die Nordgrenze ihres ständigen Verbreitungsgebietes verläuft durch Sachsen und Mittelpolen. Im norddeutschen Flachland ist sie nicht bodenständig, obwohl hier, wie auch bis England und Mittelschweden vereinzelt vermutlich verflogenen Tiere beobachtet wurden. In den Alpen geht die Art nicht über 1600 m Höhe.

Lebensweise:

Griechenland, Epirus, Straße nach Ioannina, zwischen Pente Eklesies und Plakoti, 2003.05.19 derselbe Falter derselbe Falter Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, 2004.08.08
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Bild von: © Gillmann Johannes
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Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, 2002.04.07 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf    
Bild von: © Gillmann Johannes
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Als Lebensraum wird reich strukturiertes Gelände mit Gebüschgruppen, Waldrändern und angrenzenden Blumenwiesen bevorzugt. Der Falter liebt sonnige und trockene Hänge, die er in elegantem Segelflug, der nur manchmal von wenigen Flügelschlägen unterbrochen wird, durchstreift. Er tritt meist nur einzeln auf, nördlich der Alpen in einer Generation von Mai bis Juli. Nur in den wärmsten Gegenden, wie im Elsaß, im Maintal, in Mähren und Niederösterreich tritt, so wie südlich der Alpen, eine zweite Generation auf.

Entwicklungsstadien:

   
Raupe: Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, 2003.09.21 Raupe mit ausgestülptem Osmaterium: ohne daten    
Bild von: © Gillmann Johannes
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Bild von: wikimedia commons: Abrahami (GNU Free Documentation Licence)
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Ei:
Das Ei wird einzeln an der Blattunterseite von Schlehe (Prunus spinosa) abgelegt. Als weitere Futterpflanzen werden noch Prunus padus, Prunus cerasus, sowie andere Prunus-, Crataegus, Pyrus- und Malus-Arten, aber auch Sorbus aucuparia angegeben.

Raupe:
Die Raupe ist jung schwärzlich, beborstet, mit zwei weißlichen Rückenflecken und schwarzem Kopf. Bereits nach der ersten Häutung ist sie grün bis gelb mit gelben Rücken- und Seitenlinien, gelben Schrägstrichen und braunen Punkten. Sie ist eigentümlich geformt, gebuckelt, glatt, nach hinten stark verjüngt. Sie ist damit gut an die Blätter der wichtigsten Futterpflanze, Prunus spinosa, angepasst. Beim Kriechen wiegt sich die Raupe sanft vor und zurück. Sie ist nördlich der Alpen im Juni und Juli, südlich der Alpen im Juni und auch im August zu finden.

Puppe:
Die Puppe überwintert. Sie ist je nach Verpuppungsort und Jahreszeit grün (im Sommer zwischen Laub) oder gelb bis lederbraun (an kahlen Ästen während der Überwinterung).

Anatomie:

     
-Genitalapparat, seitlich: Rumänien      
Bild von: © Higgins 1975, modified
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Diagnose:

Das Taxon feisthameli(i) Duponchel, 1832 von der Iberischen Halbinsel und Nordafrika ist in der ersten Generation bei den oberseits grauweiß, bei den bleich gelb. Die schwarze Zeichnung ist kräftiger als bei podalirius, die schwarze Marginalregion der Hfl.-Oberseite ist breiter. Bei der zweiten Generation sind die oberseits weiß, die oft blaßgelb. Die dunklen inneren Marginal- und Submarginalbinden sind reduziert und von einer blassen Linie oder schmalen Binde unterbrochen (Tolman & Lewington, 1998). Die Bewertung von feisthamelii als Unterart von podalirius oder als eigene Art bleibt umstritten.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 30 (Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2004.12.25
Kurz Michael: 2006.01.13
Kurz Michael: 2011.04.12
Kurz Michael: 2011.04.13
Kurz Michael: 2017.08.02
nicht begutachtet