N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Colias crocea (Geoffrey in Fourcroy, 1785)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio crocea Geoffrey in Fourcroy, 1785
Typenfundort: Frankreich, Paris
Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Papilio edusa Fabricius, 1787

Clouded Yellow
Le Souci
Posthörnchen, Postillon, Wandergelbling
Edusa

Habitus:

: Österreich, Salzburg, Thalgau, 1977.08.26 : Türkei : Krim : Krim
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f. helice : Krim      
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Variabilität:
Die besitzen keine durchgehende dunkle Randbinde, sondern weisen gelbe Flecken darin auf. Bei ihnen tritt regelmäßig auch eine blaß weißliche Form mit dunkelbrauner Marginalregion und grau übergossener Hfl.-Oberseite auf (f. helice Hübner). Als Form helicina Oberthür werden Übergangsformen bezeichnet.

Verbreitung:

Das Verbreitungsgebiet dieses bekannten Wanderfalters reicht von den Atlantischen Inseln über Nordafrika, Süd- und Mitteleuropa, die Türkei, den mittleren Osten und den Iran bis ins zentrale Westasien und in den Südural. Das Vorkommen nördlich der Pyrenäen und der Alpen ist vermutlich ausschließlich von Wanderungen abhängig. Dabei dürfte die Art hier auch vorübergehend wohl kaum irgendwo bodenständig sein. Die Höhenverbreitung reicht von Meeresniveau bis 1600 m, wandernde Falter wurde bis 3200 m Höhe beobachtet.

Lebensweise:

an einer Blüte von Trifolium pratense saugend: Salzburg, Flachgau, Thalgau, Fundstelle 22/5, 2002.08.02, ID MK-1422 und 1423 : Steiermark, ID JG0010-1-2,98 : Steiermark, ID JG0010-2-1,11 : Steiermark, Grazer Bucht Ost, Umg.Leibnitz, Gralla, Kraftwerk, 2000.09.24, ID JG0010-JG,14-2,87
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: Salzburg, Osterhorngruppe, Hintersee, Bergalm, 2003.10.18 : Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf Hochfeld, ID JG0010-4-1,67 , f.helice: Steiermark, ID JG0010-2-1,59 Portugal, Coimbra, Alpedrinha, Castelo Branco, Monte dos Carvalhos, 2007.06.25
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Portugal, Faro, Bensafrim, 2007.04.06      
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Angestammter Lebensraum der Art sind wahrscheinlich warme, trockene und offene Flächen mit reichem Blütenangebot. Auf den Wanderungen findet man sie aber praktisch auf allen offenen Flächen, besonders aber auf Luzerne- und Kleefeldern, auf denen sie ihren Nektarbedarf decken. Die Flugzeit erstreckt sich von März bis November in mehreren Generationen, die Einwanderung nach Mitteleuropa beginnt meist im Mai.

Entwicklungsstadien:

Ei:
Das Ei ist schlank, spindelförmig, an der Basis etwas verbreitert, mit deutlichen Längs- und Querrippen. Es ist grünlichgelb und wird einzeln auf die Oberseite der Blätter der Futterpflanzen abgelegt. Dabei sollen einzeln stehende, kümmerliche Exemplare bevorzugt werden.

Raupe:
Die Eiraupe ist schmutzig gelb und wird nach der 1. Häutung olivgrün. Nach der 3. Häutung tritt eine weiße Seitenlinie auf. Erwachsen ist die Raupe dunkelgrün, mit weißem bis rötlichem, gelb geflecktem Seitenstreifen. Die Stigmen sind rotgelb umrandet. Als Futterpflanzen werden verschiedenste Fabaceae angegeben, darunter vor allem Medicago-Arten. Die Raupen legen keine Diapause ein. In den frostfreien Regionen Südeuropas entwickeln sie sich auch im Winter langsam weiter, weiter nördlich gehen sie im Winter zugrunde, wenn sie es nicht vorher schaffen, sich zu Faltern zu entwickeln.

Puppe:
Die Puppe ist grün und besitzt einen gelben Seitenstreifen. Die Flügelscheiden sind gelb eingefasst und schwarz gestrichelt.

Diagnose:

 
C. crocea : Österreich, Salzburg, Thalgau, 1977.08.26 C. myrmidone : ohne Funddaten C. erate : Österreich, Burgenland, Lange Lacke, 2000.06.06  
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Durch die gelben Adern, die die dunkle Randbinde durchschneiden, sind die am besten von der auch dunkleren Colias myrmidone (Esper, 1781) und Colias caucasica balcanica Rebel, 1903 zu unterscheiden. Letztere ist meist ebenfalls dunkler orange. Colias aurorina heldreichii Staudinger, 1862 ist ebenfalls dunkler orange und besitzt einen violetten Schimmer auf der Oberseite der Flügel. Die beiden letztgenannten Arten kommen in Europa nur im südlichen Balkan vor. Die in der Zeichnung ebenfalls sehr ähnlich Colias erate (Esper, 1805) besitzt eine rein gelbe Grundfarbe.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 31 (Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, Tagfalter, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2004.12.31
Kurz Michael: 2007.08.16
Kurz Michael: 2008.12.08
Kurz Michael: 2011.09.06
Kurz Michael: 2016.12.22
nicht begutachtet