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Colias erate erate (Esper, 1805)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio erate Esper, 1805
Typenfundort: Südrussland, Sarepta

Habitus:

   
: Österreich, Burgenland, Lange Lacke, 2000.06.06, leg. et coll. Michael Kurz Unterseite: Österreich, Burgenland, Lange Lacke, 2000.06.06, leg. et coll. Michael Kurz    
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Variabilität:
Im Gegensatz zu den besitzen die im dunklen Außensaum eine Reihe gelber Flecke. Bei der f. hyaloides Groum-Grshimailo tragen auch die in der Vfl.-Spitze helle Flecken wie die . Diese in Ostasien häufige Form tritt in Europa nur recht selten auf.

Verbreitung:

Die früher nur aus Südosteuropa (Südrussland, Schwarmeerküsten von Rumänien und Bulgarien) bekannte Art hat in den letzten Jahrzehnten ihr Verbreitungsgebiet beträchtlich erweitert und kommt heute bis in den Osten Österreichs, die Slowakei und Südost-Polen vor. Sie ist ein starker Wanderfalter, doch dürften viele der heutigen Populationen im Osten Mitteleuropas bodenständig geworden sein. Am Balkan ist die heuitge Situation unklar, besonders in Nord-Griechenland. Zudem sehen einige Autoren das Taxon poliographus Motschulsky als eigene Art an (Vorkommen und anderem in Rumänien). Die Höhenverbreitung reicht von Meeresniveau bis 1700 m.

Lebensweise:

: Burgenland, Seewinkel, Lange Lacke, Apetlon Umgebung, Lackenrundweg, 2003.08.12 Ein frisch geschlüpftes : Burgenland, Seewinkel, Lange Lacke, Apetlon Umgebung, Lackenrundweg, 2003.08.12 Burgenland, Seewinkel, Lange Lacke, Lackenrundweg, 2007.08.14 Kirgisien, 2011.06.17
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Bevorzugter Lebensraum im östlichen Mitteleuropa sind die trockenen, warmen Steppengebiete der pannonischen Tiefebene, doch soll die Art auch in Kulturen der Raupenfutterpflanzen verbreitet sein. In jedem Fall benötigt sie offenes, trockenes Gelände. Die Flugzeit reicht von März bis Oktober in mehreren Generationen.

Entwicklungsstadien:

Über die ersten Stände finden sich in der Literatur keine näheren Angaben. Futterpflanze der Raupe in Europa soll Medicago sativa sein, vermutlich aber auch andere Medicago-Arten und -Hybride, angeblich auch weitere Fabaceae.

Diagnose:

 
C. erate : Österreich, Burgenland, Lange Lacke, 2000.06.06, leg. et coll. Michael Kurz C. crocea : Österreich, Salzburg, Thalgau, 1977.08.26, leg. et coll. Michael Kurz C. palaeno europome : Österreich, Salzburg, Sportgastein, 1600 m, 1977.07.24, leg. et coll. Michael Kurz  
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Das Taxon poliographus Mutschulsky wird von einigen Autoren nur als Form, von anderen als eigene Art angesehen. Eine Differentialdiagnose liegt aber nicht vor. Sehr ähnlich in der Zeichnung ist Colias crocea (Geoffrey in Fourcroy, 1785), die aber im Gegensatz zur zitronengelben erate eine schön dunkelgelbe Grundfarbe aufweist. Außerdem fehlt bei erate- der Duftschuppenfleck am Vorderrand der Hfl.-Oberseite. Die gleichen den von Colias hyale (Linné, 1758) und Colias alfacariensis Ribbe, 1905, sind aber intensiver zitronengelb.

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 31 (Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2003.11.26
Kurz Michael: 2006.01.30
Kurz Michael: 2011.11.29
Kurz Michael: 2011.12.06
Kurz Michael: 2014.08.29
Kurz Michael: 2019.07.16
nicht begutachtet