N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Anthocharis cardamines cardamines (Linné, 1758)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio cardamines Linnaeus, 1758, Syst. Nat., X
Typenfundort: Schweden (festgelegt durch Verity, 1947)
Orange Tip
l´Aurore
Aurorafalter
Aurora

Habitus:

: Salzburg, Flachgau, Thalgau, 1977.05.04, leg. K.Lindner, coll. Michael Kurz derselbe Falter von der Unterseite : Salzburg, Flachgau, Thalgau, 1977.05.04, leg. K.Lindner, coll. Michael Kurz derselbe Falter von der Unterseite
Bild von: Kurz Michael
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Beschreibung:
(untersucht: 1 , 1 )

:
Vfl.-Länge: 20 mm
Spannweite: 40 mm
Der Kopf ist schwarzbraun. Auf dem Kopf sitzt ein dichtes schwarz-weiß gemischtes, nach vorne gerichtetes Haarbüschel, die Palpen sind schwarz, weiß gesprenkelt und tragen lange schwarze, nach unten gerichtete Haare, die teils weiß durchsetzt sind. Die Augen sind schwarzbraun. Die Länge der Fühler beträgt knapp 1/2, die Fühler sind schwarzbraun, dicht weiß gesprenkelt, mit dunkler, an der Spitze weißlicher Fühlerkolbe.
Der Thorax ist schwarz, unterseits hellgrau behaart. Die Basalhälfte des Vfl. ist weiß mit schwach gelblichem Ton. Die Flügelbasis ist wie am Hfl. schwarz gesprenkelt. Die Apikalhälfte des Vfl. ist satt orange, nur ein kleiner Fleck am Oberrand der Zelle, sowie der Apex sind dunkel graubraun. Diese braune Färbung zieht sich auch ganz schmal entlang des Außenrandes entlang. Die Hfl. sind ebenfalls weiß mit ganz leicht gelblichem Ton, die Zeichnung der Unterseite schimmert aber sehr stark durch. Die Fransen sind an den Aderenden schwarzbraun, sonst ebenfalls weiß. Die Unterseite des Vfl. ist in der Grundfarbe gleich der Oberseite basal weiß, distal orange. Der Apikalfleck ist aber etwas ausgedehnter und weiß-olivegrün gescheckt. Die Hfl.-Unterseite ist weiß mit ebensolcher Scheckung, wobei wie am Vfl. die olivgrüne Farbe durch eine feine Mischung schwarzer und gelber Schuppen vorgetäuscht wird. Ein breites Submarginalband verläuft mit nur geringer Sprenkelung entlang des Außenrandes des Hfl. Die Beine sind braun, mehr oder weniger weiß beschuppt und bis zu den Femora lang weißgrau behaart.
Das Abdomen ist schwarzbraun, das Abdomenende und die Unterseite sind dicht gelblichweiß beschuppt.

:
Vfl.-Länge: 23 mm
Spannweite: 45 mm
Kopf, Fühler und Thorax sind gleich wie beim , doch ist die Fühlerkolbe außen fast ganz gelblichweiß. Die Flügel sind etwas breiter, wodurch das Tier etwas plumper wirkt. Färbung un Zeichnung der Oberseite entsprechen der des , allerdings fehlt die orange Bestäubung der distalen Flügelhälfte des Vfl., der Apikalfleck und der Diskoidalfleck sind mehr grau. Ersterer ist breiter entlang des Außenrandes herunter gezogen und am Außenrand zwischen den Adern mit je einem weißen dreieckigen Fleckchen durchsetzt. Die Hfl. besitzen oberseits einen sehr schwachen orangen Schimmer. Die Unterseite ist gleich wie beim gezeichnet. Auch Beine und Abdomen sind gleich wie beim .

Verbreitung:

Die Art ist in fast ganz Europa bis 69° Nord, im mittleren Osten und durch das gemäßigte Asien bis Japan verbreitet. Die Höhenverbreitung reicht von Meeresniveau bis über 2000 m.

Lebensweise:

UK, Wiltshire, Lower Moor Farm, 2008.05.06 : Österreich, Salzburg, Leopoldskron-Moos, 2001.04.24 , Unterseite: Salzburg, Hohe Tauern, Gasteiner Tal, 2007.04.29 : Salzburg, Hohe Tauern, Gasteiner Tal, 2007.04.29
Bild von: www.flickr.com: © od0man
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: Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf Zaunschirmwiese, 1999.03.14, ID JG0010-6-1,07 : 1992.03.30, ID JG0010-Fk,07 : Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2007.04.09 : Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2007.04.09
Bild von: © Gillmann Johannes
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Bei der Balz: Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, ID JG0010-2-2,40 Ein Päarchen in Kopula: Salzburg, Leopoldskron-Moos, 2002.04.01, ID MK-635    
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Lebensraum sind meist mehr oder weniger feuchte, nicht zu intensiv gedüngte Wiesen (besonders wenn reiche Bestände an a href=extaustaxonshow.cgi?uid=wiki0049&tax=11704&lang=g>Cardamine pratensis vorhanden sind), aber auch trockenes, strauchbestandenes Tiefland, Waldlichtungen und alpine Matten. Die Tiere fliegen in einer Generation, je nach Höhenlage von März bis Anfang August.

Entwicklungsstadien:

   
Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, 2004.05.29, ID JG0010-JG,D00,668 Steiermark, Grazer Bucht Ost, Grazer Feld, Enzelsdorf, 2004.05.31, ID JG0010-JG,D00,698    
Bild von: © Gillmann Johannes
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Ei:
Das Ei wird einzeln an Stengel und Blüten der Futterpflanzen abgelegt. Es ist niedrig, tonnenförmig und besitzt 13 Längsrippen. Nach der Ablage ist es weißgrün, nach einigen Tagen rötlich und kurz vor dem Schlüpfen der Raupe grau. Das Eistadium dauert bis zu 13 Tagen.

Raupe:
Die Raupe ist blaugrün, mit kleinen schwarzen Warzen besetzt und mit weißen Seitenstreifen und weißlicher Rückenlinie auf dem 1. bis 5. Segment. Futterpflanzen sind Cardamine pratensis, Alliaria petiolata, Arabis turrita, Lunaria annua, Biscutella mollis und Hesperis lactinata. Die Raupe tritt von Mai bis Juli, in höheren Lagen auch im August auf, ihre Entwicklung beträgt rund 5 Wochen.

Puppe:
Die Gürtelpuppe ist mit dem Kopf nach oben befestigt. Sie besitzt einen schlanken, zugespitzten, stark zurück gebogenen Kopfteil mit dunkler Spitze. Die Puppe ist zunächst grün mit weißem Seitenstreifen und feinen rötlichen Strichen, später wird sie meist bräunlich. Die Puppe überwintert, die Puppenruhe beträgt rund 10 Monate.

Diagnose:

Am ähnlichsten ist Anthocharis gruneri Herrich-Schäffer, 1851 aus Griechenland. Diese Art ist allerdings deutlich kleiner, die sind stärker gelblich, oranger und weißer Bereich des Vfl. sind durch eine dunkle Linie getrennt, die sich am Vorderrand bis zur Basis zieht. Bei den ist der Diskoidalfleck größer und reicht bis zum Vorderrand. Bei beiden Geschlechtern ist die olivgrüne Sprenkelung der Hfl. Unterseite mehr fleckenartig verdichtet. Ebenfalls nicht unähnlich ist das von Colotis evagore nouna Lucas, 1849. Beim ihm fehlt der Diskoidalfleck auf der Vfl.-Oberseite, die Hfl.-Oberseite ist leuchtender weiß, die Unterseite des Hfl. ist matt orange. Die von evagore nouna sind durch zusätzliche braune und schwarze Zeichnungselemente und ebenfalls mattorange Hfl.-Unterseite sehr verschieden von cardamines. Die der übrigen europäischen Anthocharis-Arten besitzen eine leuchtend gelbe Grundfarbe, die zumindest auf der Hfl.-Unterseite eine mehr oder weniger intensive gelbe Grundfarbe. Die den auf den ersten Blick ebenfalls ähnlichen Pontia- und Euchloe-Arten besitzen weißen Flecken im dunklen Vfl.-Apex und eine andere Zeichnung der Hfl.-Unterseite.

Im -Genitalapparat bestehen nur geringe Unterschiede zwischen den Anthocharis-Arten im Bau der Valven. Diese sind bei cardamines etwas breiter als bei Anthocharis belia (Linné, 1767) und Anthocharis damone Boisduval, 1836, aber etwas schlanker als bei Anthocharis gruneri Herrich-Schäffer, 1851 (Higgins, 1975).

Genetik:

Chromosomenzahl (haploid): 31 (Higgins, 1975)

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2001.06.27
Kurz Michael: 2007.04.26
Kurz Michael: 2009.06.27
Kurz Michael: 2009.12.30
nicht begutachtet