N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Satyrium acaciae (Fabricius, 1787)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio acaciae Fabricius, 1787
Typenfundort: Südrussland
Sloe Hairstreak
Akazienzipfelfalter
Sin Perfume

Habitus:

   
: Krim : Krim    
Bild von: www.ebay.at: © galijotas
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Verbreitung:

Die Verbreitung erstreckt sich von Nordspanien über Mittel- und Südeuropa (mit Ausnahme weiter Gebiete der Nordalpen, Süditaliens und des Tyrrhenischen Archipels) und die Türkei bis Südrussland. Die Art tritt meist nur lokal und selten auf. Die Vertikalverbreitung reicht von Meeresniveau bis über 1500 m, verirrte Tiere wurden bis 2000 m Höhe gefunden.

Lebensweise:

     
Bayern, Oberfranken, Kronach, Bamberg      
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Lebensraum sind heiße, trockene, teils verbuschte Biotope, gelegentlich aber auch feuchte Waldlichtungen und offenes Gelände oberhalb der Waldgrenze, sofern kümmerliche Exemplare der Raupenfutterpflanzen vorhanden sind. Kühle Gegenden werden aber gemieden. Die Tiere fliegen in einer Generation im Juni und Juli. Als Nektarpflanzen wurden Achillea- und Thymus-Arten festgestellt (Tolman & Lewington, 1992).

Entwicklungsstadien:

Ei:
Eine Beschreibung liegt nicht vor. Die Eiablage erfolgt meist in einer Zweiggabelung, danach werden die Eier von den Weibchen mit ihrer dunklen Afterwolle bedeckt.

Raupe:
Die Raupe, die in der Eischale überwintert, ist hell gelbgrün und besitzt zwei hellgelbe Längslinien seitlich des Rückens, sowie zwei ebensolche Seitenlinien. Dazwischen weist sie weißlichgelbe Schräglinien auf. Sie ist damit der Raupe von Thecla betulae (Linné, 1758) nicht unähnlich. Futterpflanze ist Prunus spinosa Linné, wobei kümmerliche, exponierte Exemplare bevorzugt werden.

Puppe:
Über die Puppe liegen keine näheren Angaben vor.

Diagnose:

Die Art ist sehr ähnlich Satyrium ilicis (Esper, 1779), ist aber kleiner als diese und auf der Unterseite deutlich heller. Die orangen Marginalflecken auf der Hfl. Unterseite sind heller, die weiße Saumlinie ist weniger deutlich entwickelt. Auf der Oberseite der Hfl. tragen beide Geschlechter meist orange Saumflecke, die bei ilicis fehlen, während umgekehrt die von ilicis auf der Vfl.-Oberseite eine orange Aufhellung tragen, die bei acaciae fehlt. Dieselben Merkmale können auch zur Unterscheidung von der im westlichen Mittelmeerraum verbreiteten Satyrium esculi (Hübner, [1804]) herangezogen werden, wobei bei esculi die weiße Außenrandlinie aber ebenfalls schwächer entwickelt ist.

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Sauer F. (1992): Die schönsten Raupen nach Farbfotos erkannt, Fauna-Verlag, Karlsfeld
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2006.02.08
Kurz Michael: 2009.06.08
Kurz Michael: 2016.09.15
nicht begutachtet