N A T U R K U N D L I C H E S   I N F O R M A T I O N S S Y S T E M

Satyrium spini ([Denis & Schiff.], 1775)

(zoologische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Papilio spini [Denis & Schiffermüller], 1775, Ankündigung eines systematischen Verzeichnisses der Schmetterlinge der Wiener Gegend
Typenfundort: Österreich, Umgebung von Wien
Blue-spot Hairstreak
Le Thécla du Prunellier
Schlehenzipfelfalter
Mancha Azul

Habitus:

Variabilität:
Besonders bei den treten auch Formen mit oranger Bestäubung der Oberseite auf. Es sind dies f. vandalusica Lederer (= f. lynceus Hübner) mit kleinem diffusem Fleck in der Vfl.-Zelle und am Analwinkel der Hfl., die besonders auf der Iberischen Halbinsel vorkommt. Bei f. leonensis Manley sind die Flügelflächen außer den Rändern orange bestäubt. Die besitzen auf der Vfl.-Oberseite am Vorderrand der Zelle nahe dem Diskus einen schmalen, helleren Duftschuppenfleck.

Verbreitung:

Die Art ist in Mittel- und Südeuropa über die Türkei und den Libanon bis in den Irak und Iran verbreitet. Sie fehlt im Nordwesten und Norden Europas, großen Teilen Italiens (mit Ausnahme des zentralen Apennin) und auf den großen Mittelmeerinseln. Die Höhenverbreitung erstreckt sich von Meeresniveau bis 2000 m.

Lebensweise:

 
Oberösterreich, Weißenbach am Attersee, Schoberstein, Gipfel, 2002.06.30 Burgenland, Donnerskirchen, 2000.06.04 Türkei, Provinz Van, 2008.06.30  
Bild von: Kurz Michael
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Lebensraum sind trockene, warme Stellen an Wald- und Gebüschrändern, auch an felsigen Stellen, besonders wenn sie blütenreich sind und die Futterpflanzen der Raupen vorkommen. Die einzige Generation fliegt je nach der Höhenlage von Ende Mai bis Ende Juli.

Entwicklungsstadien:

Ei
Die Eier werden einzeln oder in kleinen Gruppen auf den Futterpflanzen abgelegt. Sie sind abgeplattet, grauweiß und mit feinen Stacheln besetzt. Auf dem eingezogenen Scheitel befindet sich eine feine Rosette dunkler Zellen. Das Ei überwintert.

Raupe:
Die Raupe wird bis 24 mm lang. Sie ist meist grün (nach Forster & Wohlfahrt, 1976 auch hellgrau) mit drei gelblichen Rückenlinien und dazwischen zwei Reihen gelblicher bis rötlicher Warzen. Der Kopf ist schwarz. Futterpflanzen sind Rhamnus-Arten, möglicherweise auch Prunus spinosa Linné. Die Raupen sind im Mai erwachsen und werden gerne von Ameisen besucht.

Puppe:
Die Puppe ist braun, marmoriert und fein dunkel gezeichnet. Sie wird an den Zweigen befestigt.

Diagnose:

Durch den blauen Fleck im Analwinkel der Hfl.-Unterseite ist die Art leicht von allen anderen europäischen Zipfelfalterarten zu unterscheiden.

Wissenswertes:

Quellen:

Forster W. & Th.A. Wohlfahrt (1976): Die Schmetterlinge Mitteleuropas, 2, 2. Auflage, Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart
Higgins, L. (1975): The Classification of European Butterflies, Collins, London
Higgins L.G. & N.D. Riley (1978): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von W. Forster, 2. Auflage, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin
Leraut P. (1992): Les papillons dans leur milieu, Bordas
Sauer F. (1992): Die schönsten Raupen nach Farbfotos erkannt, Fauna-Verlag, Karlsfeld
Tolman T. & R. Lewington (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas, übersetzt von M. Nuß, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2000.09.20
Kurz Michael: 2006.02.10
Kurz Michael: 2009.01.01
Kurz Michael: 2009.12.14
nicht begutachtet