Neueste Publikationen:

Faunistik:
von Kurz Michael, am 2020.07.11
Das Geisterfischchen Ctenolepisma calva (Ritter, 1910), ein neues Neozoon in Salzburg

Michael Kurz

Zusammenfassung:
Ctenolepisma calva (Ritter, 1910) wurde ursprünglich aus Sri Lanka beschrieben und wurde anschließend nach Kuba und Guyana verschleppt (wikipedia 2020). In Europa wurde die Art erstmals 2017 aus Chemnitz und Frankfurt am Main gemeldet (Pressestelle Stadt Chemnitz 2017, Prpic 2017). Eine erste zweifelhafte Beobachtung wurde in Salzburg 2019 gemacht, nun gelang erstmals auch der Fotonachweis des Tieres.

Ergebnisse:
Das aus Sri Lanka stammende und später nach Mittel- und Südamerika verschleppte Geisterfischchen Ctenolepisma calva (Ritter, 1910) wurde in Europa erstmals 2017 nachgewiesen, und zwar kurz hintereinander in den deutschen Städten Chemnitz (Pressestelle Stadt Chemnitz 2017) und Frankfurt am Main (Prpic 2017). Danach scheint kein weiterer Fund aus Europa gemeldet worden zu sein. Bereits 2019 beobachtet der Autor in seiner Wohnung in Salzburg-Gnigl ein sehr helles Fischchen, das möglicherweise dieser Art zuzuordnen ist, allerdings konnte das Tier weder gefangen werden, noch gelang ein photographischer Nachweis (Kurz 2019). Am 2.6.2020 konnte dann erstmals ein Tier photographiert werden, zwei weitere folgten am 6.6.2020 und 9.6.2020. Wie die bereits 2002 und 2019 festgestellten Arten Ctenolepisma lineata (Fabricius, 1775) und Ctenolepisma longicaudata Escherich, 1905, wurde auch C. calva zunächst in einem Sanitärraum nachgewiesen. Es wird interessant sein festzustellen, ob das Geisterfischchen, wie die beiden anderen Arten, im Sommer auch im Freien vorkommt. Eine damit verbundene aktive Ausbreitung ist anzunehmen, da zwischen den Funden in Deutschland und jenem in Österreich keinerlei Zusammenhang besteht.

Das Geisterfischchen in Salzburg-Gnigl, 6.6.2020

Literatur:

  • Seite „Geisterfischchen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 1. Mai 2020, 08:27 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Geisterfischchen&oldid=199481743 (Abgerufen: 8. Juni 2020, 11:56 UTC)
  • Kurz, M. A. 2019. Erster Nachweis des Papierfischchens (Ctenolepisma longicaudata Escherich, 1905) im Bundesland Salzburg (Zygentoma, Lepismatidae). Mitteilungen der Naturkundlichen Gesellschaft.
  • Pressestelle Stadt Chemnitz 2017: Aliens unter uns – eine Begegnung mit der sechsten Art. Pressemitteilung der Stadt Chemnitz vom 7. April 2017. URL: http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/aktuelles/presse/pressemitteilungen/2017/203.html
  • Prpic N. M. 2017. Das Geisterfischchen Ctenolepisma calva in Frankfurt am Main (Zygentoma: Lepismatidae). Nachrichtenblatt der bayerischen Entomologen 66 (3/4): 101.
Michael Kurz
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Naturkundliche Gesellschaft

 

Faunistik:
von Hufler Guntram, am 2020.03.09
Wiederentdeckungen, Zonen-Erstfunde und Neufunde für das Bundesland Salzburg 2019 (Lepidoptera)

Guntram Hufler, Ernst Mosshammer

Zusammenfasssung:
Seit mehreren Jahren werden von den Autoren intensive Beobachtungen zur Lepidopterenfauna des Bundeslandes Salzburg im Umkreis der Stadt Saalfelden durchgeführt. Die Ergebnisse des Jahres 2019 sind im Anhang zusammen gefasst.

Einleitung: Die Gebirgsregionen des Bundeslandes Salzburg, Österreich sind entomofaunistisch noch unzureichend erforscht (siehe z.B. Embacher et al. 2011). Seit mehreren Jahren haben es sich nun die Autoren zur Aufgabe gemacht, die Umgebung ihrer Heimatstadt Saalfelden bezüglich der Schmetterlingsfauna systematisch zu untersuchen, wobei besonders der Biolandwirt Ernst Mosshammer auf seinem Hof auch sehr darauf bedacht ist, wertvolle Lebensräume zu erhalten und auch neu zu schaffen. In der im Anhang abrufbaren Liste werden die besonderen Funde des Jahres 2019 aufgeführt. Darunter befinden sich mit Elachista utonella (Frey, 1856) und Prochoreutis sehestediana (Fabricius, [1777] auch zwei Neufunde für das gesamte Bundesland.

Material und Methoden:
Die Suche nach den Faltern erfolgte sowohl durch Tag- als auch Lichtfang und durch die Suche nach Raupen. Alle Funde wurden photographisch dokumentiert, bei zweifelhaften Arten wurden auch Präparate der Falter angefertigt. Besonders kritische Arten wurden von Spezialisten durch Genitaluntersuchung bestätigt.

Ergebnisse:

Liste der besonderen Funde 2019

Prochoreutis sehestediana (Fabricius, [1777]), eine der beiden neu für das Bundesland Salzburg nachgewiesen Lepidoptera (Funddaten siehe obige Liste)

Literatur:
Embacher G., Gros P., Kurz M.A., Kurz M.E. & H.C. Zeller-Lukashort 2011: Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). – Mitteilungen aus dem Haus der Natur, Salzburg 19: 5–89.

 

Faunistik:
von Kurz Michael, am 2019.05.12
Etainia sericopeza (Zeller, 1839), a new country record for Salzburg found during National Moth Week 2018 (Lepidoptera: Nepticulidae)

Abstract:
The Nepticulid Etainia sericopeza (Zeller, 1839) has been searched for several times in the vicinity of the city of Salzburg, but without success. During National Moth Week 2018, which has been held between July 21st and 29th, two of the characteristic mines in the keys of Acer platanoides have been found finally on the Mönchsberg.

Results:
The larvae of E. sericopeza mine exclusively on Acer platanoides. Like in the related species of Etainia, the larvae of the first generation mine the unripe keys, whereas those of the second generation mine in the buds and overwinter. In Salzburg, only mines in the keys of Acer campestre have been found so far, which have been attributed to Etainia louisella (Sircom, 1849). Despite several investigations on the other two nativeAcer sp. In Salzburg, Acer pseudoplatanus and A. platanoides, no such mines could be found up to now. During National Moth Week from July 21st to 29th, 2018, another attempt has been made, this time on the Mönchsberg in the centre of the city of Salzburg. On two different trees of Acer platanoides with unripe keys, one mine each of Etainia sericopeza could finally be found on July 25th and 26th, raising the number of recognized species for Salzburg to 73 (see also Kurz & Embacher 2018).


Mine of Etaina sericopeza in key of Acer platanoides: Salzburg, city of Salzburg, Mönchsberg, 2018.07.25

Literature:

  • Kurz, M. A. & G. Embacher 2018. Die Nepticulidae (Lepidoptera) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik 19: 21-34.

Michael Kurz
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Faunistik:
von Kurz Michael, am 2019.05.16
Erster Nachweis des Papierfischchens (Ctenolepisma longicaudata Escherich, 1905) im Bundesland Salzburg (Zygentoma, Lepismatidae)

Michael Kurz

Zusammenfassung:
Ctenolepisma longicaudata Escherich, 1905 war aus Österreich bisher nur durch einen Einzelfund aus einem Wiener Museum aus dem Jahr 2002 bekannt (wikipedia 2019). Nun wurden weitere Funde aus dem Bundesland Salzburg bekannt, die darauf hindeuten, dass das Tier bereits weiter verbreitet ist und bisher nur übersehen wurde.

Ergebnisse:
C. longicaudata, das Papierfischchen, ist mittlerweile fast weltweit verschleppt und auch in Europa, besonders in Westeuropa, bereits weit verbreitet (GBIF 2019). Der Ursprung dieses Neozoons ist allerdings unbekannt. Aus Österreich wurde bisher nur ein einziger Fund aus dem Depot eines Wiener Museums gemeldet (wikipedia 2019). Am Abend des 28.3.2019 wurde dann erstmals ein erwachsenes Tier in der Stadt Salzburg im Stadtteil Gnigl im Bad fotografiert. Ein weiterer Fund an derselben Stelle folgte am 12.5.2019, diesmal ein noch nicht völlig ausgewachsenes Tier. Und schließlich konnte die Art am 13.5.2019 auch in Hallein und am 15.5.2019 in Grödig nachgewiesen werden. Dies legt nahe, dass die Art in Salzburg in Wohnungen bereits weiter verbreitet ist und bisher nur übersehen wurde. Da in der Wohnung in Salzburg-Gnigl auch das Silberfischchen Lepisma saccharina Linné, 1758 und das Kammfischchen Ctenolepisma lineata (Fabricius, 1775) (erstmals 2002 für Salzburg nachgewiesen) vorkommen, wird es interessant sein zu beobachten, ob sich alle drei Fischchen-Arten nebeneinander behaupten werden, oder ob es zur Verdrängung der einen oder anderen Art kommen wird. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der mögliche Fund von Ctenolepsima calva (Ritter, 1910), des Geisterfischchens in derselben Wohnung, der allerdings noch der Bestätigung bedarf, da kein fotografischer Beleg vorliegt.


Erster Nachweis des Papierfischchens in Salzburg: Stadt Salzburg, Gnigl, 28.3.2019.

Danksagung:
Mein besonderer Dank gilt Frau Katharina Schlager, die im Rahmen eines kurzfristig angesetzten „citizen science“-Monitorings zu den Funden aus Hallen und Grödig beitragen konnte.

Literatur:

  • Seite „Papierfischchen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. Oktober 2018, 15:03 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Papierfischchen&oldid=181607403 (Abgerufen: 15. Mai 2019, 13:44 UTC)
  • GBIF Secretariat: GBIF Backbone Taxonomy. https://doi.org/10.15468/39omei Accessed via https://www.gbif.org/species/1421100 am 16.5.2019.

Michael Kurz
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Faunistik:
von Kurz Michael, am 2018.12.24
Eine „Invasion“ der Gemeinen Sichelschrecke (Phaneroptera falcata (Poda, 1761)) in einem Garten der Vorstadt von Salzburg (Orthoptera: Tettigoniidae)

Michael Kurz

Zusammenfassung:
Phaneroptera falcata (Poda, 1761), die Gemeine Sichelschrecke, ist eine besonders im Mittelmeerraum verbreitete Langfühlerschrecke, die in den letzten Jahren ihr Verbreitungsgebiet kontinuierlich erweitert hat und im Jahre 2010 erstmals auch in Salzburg festgestellt wurde (Stöhr & Illich 2011). Seither wurde sie mehrfach besonders in der Stadt Salzburg nachgewiesen. Im Jahr 2018 konnte nun festgestellt werden, dass die Art hier auch überwintern und ihre Larvenentwicklung durchmachen kann und, auf Grund einer beobachteten Kopula, auch versucht sich dauerhaft hier zu etablieren.

Ergebnisse:
P. falcata ist eine wärmeliebende Langfühlerschrecke, die in weiten Teilen des Alpenvorlandes und der Nordalpen bisher nicht dauerhaft vorkam. Auf Grund ihrer guten Flugfähigkeit ist sie aber in der Lage, rasch neue Lebensräume zu besiedeln (orthoptera.ch). Ein erster Fund der Gemeinen Sichelschrecke wurde im Jahr 2010 dann auch aus Salzburg aus dem Weidmoos bei Lamprechtshausen bekannt (Stöhr & Illich 2011). Seit 2015 konnte die Art dann jedes Jahr auch zumindest einmal in der Stadt Salzburg nachgewiesen werden, seit 2016 auch im Stadtteil Gnigl in einem kleinen Garten im Siedlungsgebiet. Im Mai 2018 fand der Autor dann in diesem Garten erstmals auch kleine Larven auf den Blüten einer Gartenrose. In der Folge konnten die Larven an dieser Rose regelmäßig beobachtet werden und zwar bis zu 10 Individuen auf einmal. Die Tiere fraßen an den Rosenblättern, später dann auch an den Blättern einer Goji-Beere (Lycium barbarum) und eine zur Absicherung der Bestimmung in Zucht genommene Larve gerne auch an den Blättern des Pfeifenstrauches (Philadelphus coronarius). Zwei Larven wurden überdies auch an blühendem Mädesüß (Filipendula vulmaria) aufgefunden, allerdings ohne Nachweis eines Fraßes an dieser Pflanze. Nach fast zwei Monaten war die in Zucht genommene Larve erwachsen und zu diesem Zeitpunkt wurden an den Abenden im Garten auch weitere erwachsene Tiere nachgewiesen. Am Abend des 31.7.2018, um 19.48 Uhr MEZ, konnte dann auch eine Kopula festgestellt werden, die allerdings nur 1-2 Minuten dauerte (Kurz & Kurz 2018)

Larve von P. falcata auf einer Rosen-Blüte: Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2018.06.30

Nachdem bei P. falcata die Eier überwintern und die Larven erst im Mai schlüpfen (orthoptera.ch), kann davon ausgegangen werden, dass auch die Salzburger Larven aus im Vorjahr abgelegten Eiern hervorgegangen und erst im Mai ausgeschlüpft sind. Der Winter 2017/2018 gehörte zwar zu den wärmsten der letzten Jahrzehnte, doch brachte die letzte Februar-Woche noch einige Eistage mit Rekordkälte, sodass der Mittelwert der Lufttemperatur für Februar in Salzburg (Flughafen) nur bei -2,3 °C lag (zamg.ac.at). Die Eier können kurze Kälteeinbrüche also offenbar gut verkraften und P. falcata kann somit als Bestandteil der Salzburger Fauna betrachtet werden, zumal auch die Funde seit 2015 darauf hinweisen, dass sich die Art hier fortgepflanzt hat und nicht jedes Mal neu zugeflogen ist.

Weibchen von P. falcata unmittelbar nach der Kopula: Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2018.07.31

Literatur:

  • Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2018. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 01 August 2018].
  • Stöhr, O. & I. Illich. 2011. Gemeine Sichelschrecke Phaneroptera falcata (Poda, 1761) – neu für das Bundesland Salzburg. Mitteilungen aus dem Haus der Natur 19: 90-94.
  • Seite Phaneroptera falcata auf Orthoptera.ch. URL: http://www.orthoptera.ch [online 01 August 2018]
  • Klima Monitoring Station Salzburg-Flughafen. URL: https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klima-aktuell/klimamonitoring/?station=6300&param=t&period=period-ymd-2018-02-28&ref=3 [online 01 August 2018).

Michael Kurz
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