Allium ursinum Linné, 1753

(botanische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Allium ursinum Linné, 1753.
Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Allium ursinum ucrainicum Kleopow & Oxner. Subspecies.

Bear´s garlic
Ail des ours
Bärlauch, Bärenlauch, Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Rinsenknoblauch, Hundsknoblauch, Judenzwiebel, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, Ramsen, Waldherre, Bärenknuflak, Germsel, Hollauch, Hollouch, großer Knoblauch, Kremser, Paules, Rämsche, Rämsen, Rämtern, Rame, Rames-adra, Rames-öre, Rampen, Rampsen, Ramsche, Ramsen, Rambs, Ramisch, Ramsel, Ramser, Ramseren, Ransericht, Räpschala, Ränze, Räzschala, Remese, Remsa, Remschala, Remsen, Zigeunerknoblauch, Wurmlauch

Habitus:

Beschreibung: (wikipedia 2018). Zwiebel länglich, schlank, 2-4 (6) cm lang; Nebenzwiebeln meist fehlend; meist 2, selten 1 oder 3 grundständige Laubblätter mit 5-20 cm langem Stiel; Blattspreite elliptisch-lanzettlich, 2-5 cm breit, bis 20 cm lang, oberseits glänzend und dunkler grün als die matte Unterseite; Geruch typisch lauchartig; Stängel aufrecht, dreikantig bis rund; Blütenstand von einer zwei- oder dreiklappigen, zugespitzen, eiförmig-länglichen Hülle umschlossen, die bald abfällt; bis 20 Blüten in einer Scheindolde, Blütenstiele bis 2 cm lang; Blüten mit sechs linealisch-lanzettlichen, 8-10 mm langen Blütenhüllblättern, diese am Ende spitz oder abgestumpft; Blüten duftend; Staubblätter pfriemlich, etwa halb so lang wie die Blütenhüllblätter und am Ansatz verwachsen; Griffel mit einfacher Narbe; Fruchtstiele direkt unter dem Perigon leicht geschwollen; Fruchtknoten tief dreifach gefurcht.

Verbreitung:

Der Bärlauch ist in fast ganz Europa verbreitet und kommt bis nach Kleinasien und zum Kaukasus vor, fehlt aber im mediterranen Küstenbereich. Vertikal befinden sich die meisten Vorkommen in der collinen und untermontanen Stufe (Kurz & Kurz 2018), Einzelnachweise sind aber bis 1900 m bekannt (wikipedia 2018).

Lebensweise:

   
Niederösterreich, Kleine Karpaten, Hundsheimer Berg, 2009.05.02 Niederösterreich, Kleine Karpaten, Hundsheimer Berg, 2009.05.02    
Bild von: Kurz Michael
Detailansicht
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Die Art wächst in lichten Misch-, Buchen- und Buchen-Fichten-Tannen-Wäldern, in Flussauen und Galeriewäldern, an Waldrändern, sowie angrenzenden Waldwiesen (Kurz & Kurz 2018). Oft findet sie sich in größeren Beständen, vor allem an schattigen, feuchten, humusreichen und tiefgründigen Standorten. In geophytenreichen Waldgesellschaften mit Buschwindröschen, Gelbstern, Frühlings-Knotenblume und Lerchensporn bedecken die Blätter des Bärlauches im zeitigen Frühjahr oft den gesamten Waldboden (wikipedia 2018).

Die Blütezeit reicht von April bis Mai (gelegentlich auch Anfang Juni nach Kurz & Kurz 2018). Zwei bis drei Monate nach dem Austrieb vergilben die Blätter bereits wieder. Innerhalb dieser Zeit müssen die Samen ausgebildet bzw. in den Zwiebeln wieder genügend Nährstoffe für den Austrieb im nächsten Frühjahr gespeichert sein (wikipedia 2018).

Nur wenige Tiere nutzen den Bärlauch als Nahrungsquelle. Unter diesen befindet sich auch die Schwebfliege Cheilosia fasciata, deren Larven in den Blättern minieren. Bärlauch wird auch von den Rostpilzen Melampsora allii-fragilis, Melampsora allii-populina, Melampsora salicis-albae und Puccinia sessilis var. sessilis mit Spermogonien und Aecidien und Puccinia allii mit Uredien und Telien befallen (wikipedia 2018).

Entwicklungsstadien:

Die Kapselfrucht enthält wenige Samen. "Die Samen des Bärlauchs tragen zwar Elaiosomen, werden aber dennoch nicht von Ameisen verbreitet. Bärlauch breitet sich durch Anhaftungen von Lehmboden an Tierfüßen (Epizoochorie) aus. Das erklärt auch das häufig sehr fleckenweise Auftreten des Bärlauchs. In Ahorn-Eschenwäldern und Hartholz-Auwäldern kommt auch fließendes Wasser als Ausbreitungsmedium in Frage. Bärlauch ist ein Kaltkeimer, die Samen müssen also eine Frostperiode durchlebt haben, bevor sie keimen. Trotz seiner langen Keimdauer von zwei Jahren vermehrt sich Bärlauch schnell über seine Zwiebeln und bildet so innerhalb weniger Jahre große Horste" (wikipedia 2018).

Diagnose:

Allium ursinum: Niederösterreich, Kleine Karpaten, Hundsheimer Berg, 2009.05.02 Convallaria majalis: Nordtirol, Loferer Steinberge, Waidring, Pillertal, Weißbachschlucht, 2006.05.25 Colchicum autumnale: Salzburg, Flachgau, Henndorf, Dichtlalm, 2003.05.11 Arum maculatum: Salzburg, Stadt Salzburg, Aigen, Felberbach, 2003.04.21
Bild von: Kurz Michael
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A. ursinum kann sehr leicht am typischen Knoblauchgeruch erkannt werden und so von giftigen Doppelgängern unterschieden werden, die immer wieder zu tödlichen Vergiftungen führen. Als solche wären besonders Maiglöckchen (Convallaria majalis), Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), aber auch Aronstab (Arum maculatum) zu nennen. Bei A. ursinum stehen die Laubblätter zudem einzeln auf langen Blattstielen, während sie bei C. majalis und C. autumnale zu mehreren fast ungestielt aus einer gemeinsamen Blattrosette entspringen. Die Blätter von Arum maculatum wiederum, die ebenfalls lang gestielt sind, sind im Allgemeinen viel breiter und anders geformt als bei A. ursinum.

Genetik:

Chromosomenzahl 2n = 14 (wikipedia 2018)

Biochemische Leistungen:

"Frische Blätter enthalten rund 0,005 % Allicin, getrocknete rund 0,07 %. Frischmaterial enthält rund 0,5 % Alliin und 0,07 % Methyl-L-cysteinsulfoxid. Neben diesen schwefelhaltigen Verbindungen kommen noch Flavonoide, in Spuren Prostaglandine A, B und F, sowie blattspezifische Lectine vor" (wikipedia 2018).

Bedeutung für den Menschen:

Bärlauch ist in allen Teilen essbar. Genutzt werden besonders die Blätter, die frisch als Brotaufstrich, fein gehackt, mit etwas Salz auf einem Butterbrot, als Gewürz in Dipsaucen, aber auch zum Würzen von Salaten und Gemüse verwendet werden können. Haltbar gemacht werden können die Blätter als Pesto oder auch als Bärlauch-Kimchi, welches durch Milchsäuregärung monatelang haltbar bleibt. Verwendbar sind auch die Blütenknospen zur Herstellung von Bärlauchkapern. Der charakteristische Geschmack geht bei Hitzeeinwirkung allerdings weitgehend verloren, da dadurch die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe verändert werden (wikipedia 2018).

In der Medizin, besonders der Volksmedizin, wurde Bärlauch im Mittelalter, aber auch noch heute als Arzneipflanze bei Magen-Darm-Störungen eingesetzt, da sich die schwefelhaltigen ätherischen Öle positiv auf Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Darm und Magen auswirken. Bärlauch besitzt angeblich aber auch eine Heilwirkung bei Arteriosklerose, Bluthochdruck und Darmerkrankungen, wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus und soll auch bei Wurmbefall helfen (wikipedia 2018).

In der Magie des Mittelalters wurden Bärlauch zudem unheilabwehrende Eigenschaften zugeschrieben.

Wissenswertes:

Quellen:

Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2018. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2018.04.23].
Linné, C.v. 1753. Species plantarum, exhibentes plantas rite cognitas, ad genera relatas, cum differentiis specificis, nominibus trivialibus, synonymis selectis, locis natalibus, secundum systema sexuale digestas. Verlag L. Salvius, Stockholm.
Seite "Bärlauch". In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. April 2018, 10:47 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=B%C3%A4rlauch&oldid=176600753 [online 2018.04.23].

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2015.03.19
Kurz Michael: 2018.04.23
Kurz Michael: 2018.04.25
Kurz Michael: 2018.04.26
nicht begutachtet

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