Dryopteris filix-mas (Linné)

(botanische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Echter Wurmfarn, Männerfarn, Männlicher Wurmfarn, Gewöhnlicher Wurmfarn

Habitus:

     
Salzburg, Flachgau, Thalgau, Ölgraben, 1983.09.08, leg. Marion Kurz, coll. Michael Kurz      
Bild von: Kurz Michael
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Beschreibung:
(nach Adler et al., 1994 und Kremer & Muhle, 1997)

Höhe: 0,3 - 1,2 (1,5) m
Blätter in Rosetten am Wurzelstock angeordnet; Blattstiel kräftig und viel kürzer als die Blattspreite, gelblich, schwach rinnig und spärlich mit Spreuschuppen besetzt; Blattspreite länglich, breit lanzettlich, zur Spitze stark, zur Basis wenig verschmälert, einfach gefiedert, grasgrün und nicht lederig; Spindeln der Hauptfiedern, auch im frischen Zustand, stets ungefärbt; Hauptfiedern höchstens 1x fiederteilig bis fiederschnittig; Fiederabschnitte gegen die Spitze zunehmend wechselständig und mit breiter Basis aufsitzend, rundherum kerbsägig; Kerbzähne vorn zusammenneigend; Spreuschuppen an Blattstiel und Blattspindel breit lanzettlich, einfärbig, bleich; Sporangiensori rundlich, in zwei Reihen; Schleier nierenförmig, dünn, später schrumpfend und abfallend; Sporen 33 - 46 µm lang, alle gut ausgebildet.

Verbreitung:

Die Art ist in Europa weit verbreitet und häufig. Sie kommt von submontanen bis subalpinen Höhenlagen vor (bis rund 1700 m Höhe in den Alpen).

Lebensweise:

     
Salzburg, Osterhorngruppe, Fuschlsee, Hinterberg Umgebung, 2005.10.26      
Bild von: Kurz Michael
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Der Männerfarn besiedelt frische Wälder, Gebüsche und hochstaudenreiche Schlagfluren. Die Pflanze ist sommergrün, nur der kräftige Wurzelstock überwintert und ist mehrjährig. Die Sporenreife erfolgt von Juli bis September.

Diagnose:

Die Dryopteris-Arten sind nur schwer zu bestimmen und nur durch die Untersuchung der reifen Sporen sind die reinen Arten von Hybriden zu unterscheiden. Dryopteris filix-mas besitzt höchstens 1x fiederteilig bis fiederschnittige Hauptfiedern, stets ungefärbte Spindeln der Hauptfiedern (Unterschied zu Dryopteris affinis). Im Gegensatz zu Dryopteris cristata sind zudem vegetative und fertile Blätter gleich gestaltet.

Genetik:

Der Männerfarn wird heute als allotetraploide, erbfeste Hybride angesehen, die aus Dryopteris oreades und Dryopteris caucasica entstanden ist.

Biochemische Leistungen:

Die Hauptwirkstoffe des Farns sind die Phloroglucinderivate Filicin und Filmaron, die hauptsächlich im Rhizom und in den Blattbasen zu finden sind. Der Gehalt der Giftstoffe ist im Sommer am höchsten.

Bedeutung für den Menschen:

Der Männer- oder Wurmfarn galt als Volksarzneipflanze (Wurmmittel), und zwar sowohl in der Human-, wie in der Veterinärmedizin. Der etherische Rhizom-Extrakt schädigt die Haut des Bandwurmes und lähmt dessen Muskeln. Der Wurm lässt dadurch von der Darmwand los und wird mit einem gleichzeitig gegebenen Abführmittel aus dem Körper getrieben. Dabei ist die genaue Einhaltung der vom Arzt verschriebenen Dosis wichtig. Eine Überdosierung führt zu Vergiftungssysmptomen wie Erbrechen, gelbe Farbsicht und Lähmung des Zentralnervensystems, sowie vorübergehende Erblindung. In schweren Fällen kam es auch zu dauernder Erblindung, sowie zu Gehörschäden kommen. Der Tod kann bei sehr hohen Dosen durch Starrkrampf oder Lähmung der Atmung eintreten.

Wissenswertes:

Quellen:

Adler, W., K. Oswald & R. Fischer (1994): Exkursionsflora von Österreich, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart und Wien
Kremer, B.P & H. Muhle (1997): Flechten, Moose, Farne; Herausgegeben von Gunter Steinbach, neue, bearbeitete Sonderausgabe, Mosaik Verlag, München
Starý F. (1983): Giftpflanzen; ins Deutsche übertragen von Anna Urbanová, Artia-Verlag, Praha und Verlag Werner Dausien, Hanau/Main

Artikel Phloroglucin. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 5. Oktober 2006, 13:25 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Phloroglucin&oldid=22246673 (Abgerufen: 14. Dezember 2006, 19:32 UTC)

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2006.01.31
Kurz Michael: 2006.12.25
Kurz Michael: 2019.03.16
nicht begutachtet

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