Hedera helix Linné

(botanische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Hedera helix Linné, 1753: 202.
Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Die Wertung der folgenden Taxa als eigenständige Arten, Unterarten oder Synonyme wird kontrovers diskutiert:

Hedera caucasigena Pokark.
Hedera chrysocarpa Walsh
Hedera helix f. arborescens (Lodd.ex Loudon) C. K. Schneid.
Hedera helix var. conglomerata (Haage & Schmidt) G. Nicholson
Hedera helix var. crenata Hibberd
Hedera helix var. minima Hibberd
Hedera taurica Hibberd

Ivy
Efeu, gewöhnlicher Efeu, gemeiner Efeu

Habitus:

   
Salzburg, Thalgau, 550 m, 1983.04.17, leg. Marion Kurz, coll. Michael Kurz Tessin, Locarnese, Locarno, 2013.04.07, coll. Neuchâtel Herbarium    
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Beschreibung (nach wikipedia 2020): Höhe: 0,1-30 m; kriechender bis niederliegender, später kletternder Halbstrauch; junge Sprosse dicht mit sternförmigen Trichomen bedeckt; Sprossachsen entwickeln Adventivwurzeln, mit deren Hilfe sie sich an Unebenheiten der Unterlage festklammern; Sprosse später verholzend; Laubblätter wechselständig, ledrig, kahl, perennierend; Blattspreiten 4-10 (25) cm lang, handförmig gelappt, mit 3-5 dreieckigen, ganzrandigen Blattlappen; bei Altersformen Blattspreiten auch 6-10 cm lang, eiförmig bis rhombisch und ungelappt; Blattoberseite dunkelgrün mit helleren Blattadern, Unterseite heller; junge Blätter hellgrün, weich; Blütenstände zu 3-6 in rispigen Gesamtblütenständen; diese halbkugelig bis kugelig mit bis zu 20 gestielten, unscheinbaren Blüten; Blütenstiele und Blütenstandsschäfte ebenfalls mit Sternhaaren bedeckt.

Verbreitung:

Der Efeu ist durch ganz Europa bis Südskandinavien und im Osten bis zur Türkei und zum Kaukasus verbreitet. Die Höhenverbreitung erstreckt sich von nahe Meeresniveau bis rund 850, vereinzelt bis 1100 m Höhe (Kurz & Kurz 2020).

"Im Rahmen der europäischen Kolonisation wurde der Gemeine Efeu über große Teile der Welt verbreitet. In vielen gemäßigten Klimaten (Nordamerika, Australien, Neuseeland) tritt er daher als Neophyt auf und wird zum Teil als invasive Pflanze bekämpft. Beispielsweise ist im Bundesstaat Oregon der Verkauf und Import von Efeu verboten. Im kanadischen Vancouver wird er als invasive Art bekämpft. In Australien wird er als invasive Pflanze angesehen, die beseitigt werden sollte. Auch in Neuseeland gilt Efeu als invasive Pflanze, deren Ausbreitung gehemmt werden sollte" (wikipedia 2020).

Lebensweise:

   
H. helix auf einem Baum: Salzburg, Osterhorngruppe, Elsbethen, Nähe Vorderfager, 2002.03.31 Salzburg, Stadt Salzburg, Aigen, Schloss Aigen Umgebung, 2003.04.21    
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Die Art ist ausgesprochen euryök (Shannon-Wiener-Index: 3,22). Sie bewohnt laubdominierte Gehölze, Waldränder, lichte Nadelwälder, Macchie, Schlagfluren, Schluchtwald, Galeriewald, Auwald, Einzelbäume und Baumgruppen, Felsen, Gemäuer, Parks, Hecken und wird auch gerne als "lebender Zaun" in Gärten angepflanzt (Kurz & Kurz 2020).

Der Gemeine Efeu entstammt den Tropenwäldern des Tertiärs. Daran erinnern die Träufelspitzen seiner Blätter, die das Wasser rasch ableiten (wikipedia 2020).

"Der Gemeine Efeu ist ein Chamaephyt, Phanerophyt oder Liane. Im Schatten oder bei reichlich Lichteinfall sehen die Laubblätter (Schatten- und Sonnenblätter) unterschiedlich aus. Laubblätter werden während der ganzen Vegetationszeit von März bis Oktober gebildet, aber zwischen April und Mai entwickeln sich besonders viele. Ein einzelnes, immergrünes Laubblatt überdauert etwa drei bis vier Jahre, die Hauptzeit des Laubfalles liegt im späten Frühling" (wikipedia 2020). Die Blütezeit fällt in die Monate September und Oktober, die Früchte reifen im Spätwinter und Frühjahr (Kurz & Kurz 2020).

Zahlreichen Insekten besuchen den Gemeinen Efeu, um Nektar aufzunehmen. "Beim Gemeinen Efeu liegt Protandrie vor. Er ist selbstinkompatibel (Selbstbefruchtung und Samenansatz ist genetisch verhindert), es ist Fremdbestäubung erforderlich, die durch eine Vielzahl von Insektenarten sichergestellt wird" (wikipedia 2020). Neben zahlreichen Honigbienen (Apis mellifera), Wespenarten und verschiedensten Schwebfliegen sind dies vor allem auch einige Tagfalterarten, wie z.B. Admiral (Vanessa atalanta), Distelfalter (Vanessa cardui), Ochsenauge (Maniola jurtina), aber gelegentlich auch der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) (Kurz & Kurz 2020). Besonders spezialisiert auf Efeublüten ist die Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae), die ausschließlich die Blüten des Efeu aufsucht (Monolektie) und ihre Generationsfolge daran angepasst hat.
Die Früchte des Efeu werden von verschiedenen Vögeln, wie z.B. Amsel (Turdus merula), Star (Sturnus vulgaris), Gartenrotschwanz (Phoenicurus ochruros), Rotkehlchen (Erithacus rubecula) oder Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) gefressen, die die unverdauten Samen wieder ausscheiden und damit zur Verbreitung beitragen (wikipedia 2020). Seit wenigen Jahren hat sich in Mitteleuropa Clepsis dumicolana etabliert, ein Wickler, der aus Südeuropa stammt und dessen Raupen ausschließlich von Efeu-Blättern leben. Ansonsten hat die Pflanze kaum nenneswerte Fressfeinde (Kurz & Kurz 2020).

"Dem Efeu werden im Volksglauben, bisweilen auch im Waldbau, zahlreiche schädigende Wirkungen auf Bäume nachgesagt. So soll er Bäume mit seinen Wurzeln "aussaugen", die Baumkrone überwuchern und dem Baum das Licht nehmen, die Baumrinde vom Zugang zu Luft und Licht abschneiden, den Stamm "erdrosseln", den Baum durch sein Gewicht schwächen und die Gefahr von Wind- oder Schneebruch steigern, und mit dem Baum um Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Zu der Möglichkeit, dass der Efeu seine Trägerbäume schädigen könnte, liegen in der Fachliteratur unterschiedliche Angaben vor. Mehrheitlich wird die Auffassung vertreten, dass der Efeu für große Baumarten unschädlich ist, aber kleinere Bäume wie z. B. Apfelbäume oder Großsträucher wie z. B. Weißdorn durch Überwachsen zum Absterben bringen kann.
Die Haftwurzeln des Efeu können keine Nährstoffe aufnehmen, ein Schmarotzen an Bäumen mit Hilfe der Luftwurzeln findet nicht statt. Junge Haftwurzeln können sich aber in einem geeigneten feuchten Milieu zu Nährwurzeln umbilden. In einem Fall ist berichtet worden, dass eine solche Nährwurzel sich mehrere Zentimeter unter die Borke einer Tanne geschoben hat. Der Eindruck, ein Efeu wachse aus einem Baum heraus, kann in sehr seltenen Fällen dadurch entstehen, dass ein heranwachsender Baum mit seinem Stamm einen Efeu umschließt.
Efeu wächst vorrangig am Stamm und an den starken Ästen der Bäume. Die für die Photosynthese wichtigen Blätter der Bäume befinden sich im Wald im oberen Teil der Baumkrone, bei freistehenden Bäumen in den Randbereichen. Eine schädliche Lichtkonkurrenz ist daher nur bei einem sehr starken Bewuchs möglich. Bei Weißdorn und Obstbäumen konnte ein derart starker Bewuchs mit Efeu beobachtet werden. Es wird angenommen, dass Bäume mit einer maximalen Wuchshöhe von deutlich weniger als 20 Metern durch die Lichtkonkurrenz des Efeu gefährdet werden können, insbesondere Birken und andere Bäume mit schmalen Kronen. Für die großen einheimischen Baumarten wie Eiche und Esche wird eine Gefährdung nicht erwartet.
Ein "Erdrosseln" des Stützgehölzes, indem die wachsenden Efeutriebe den umschlungenen Baum am Dickenwachstum hindern, wurde in der Vergangenheit von mehreren Autoren als Tatsache dargestellt. Sie machten jedoch keine Angaben dazu, wie dieser Vorgang nachgewiesen worden ist. Untersuchungen der Jahresringe von Bäumen mit Efeubewuchs haben die Behauptung nicht bestätigt.
Die Behauptung, Efeu könne dadurch Schäden verursachen, dass er die Baumrinde von Licht und Luft abschneidet, ist nicht belegt. Es besteht jedoch bei mehreren einheimischen Harthölzern die Gefahr, dass im Schatten gebildete Rinde durch Sonnenbrand geschädigt wird, wenn der Schatten entfällt. Dies kann durch das Fällen von Bäumen in der Umgebung bedingt sein, oder durch das Entfernen von Efeu. Die Frage, inwieweit ein Efeubewuchs Schutz vor Frostrissen bieten kann, ist noch nicht untersucht worden. Auch die Hypothese, eine Stützpflanze könne durch das Gewicht des Efeu Schaden nehmen, ist nicht belegt worden. Die Gefahr des Bruchs durch Wind und Schnee, bedingt durch die vergrößerte Angriffsfläche, konnte nur für Sträucher und junge Bäume in der Strauchschicht bestätigt werden, alte gesunde Bäume sind dadurch nicht gefährdet.
Die Schädigung eines Baums durch Nahrungskonkurrenz im Wurzelbereich ist nicht belegt. Durch seinen Laubabwurf im Frühjahr verbessert der Efeu das Bodenleben so deutlich, dass seine Anwesenheit für die Stützbäume weniger eine Konkurrenz als eine Förderung darstellt.
Dem Efeu im konkreten Einzelfall zugeschriebene Schadwirkungen sind fast immer eine Schädigung des Stützbaums durch andere Ursachen, die im Vergleich zu dem Bewuchs mit Efeu nicht so offensichtlich sind. Der Efeu geht fast immer mit seinem Stützbaum unter, ein erneutes Aufsteigen an einem zweiten Baum findet sehr selten statt. Somit wäre die unterstellte schädigende Wirkung regelmäßig auch eine Selbstschädigung" (wikipedia 2020).

Entwicklungsstadien:

Keimlinge Keimling mit erstem Laubblatt Blüten: Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2018.10.06 Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2018.10.06
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Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2018.10.06 Fruchtstand: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Nittel an der Obermosel, 2006.03.20    
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Blüte. Blüten zwittrig, klein, gelbgrün, radiärsymmetrisch, fünfzählig; Kelchblätter klein, dreieckig; Kronblätter 5 (6), frei, 3-4 mm lang, dreieckig-eiförmig, am oberen Ende etwas kapuzenförmig; Staubblätter 5; Fruchtknoten unterständig, fünfkammerig; Griffel 5, zusammen stehend; Nektarsekretion an einem gewölbten Diskus, der den Fruchtknoten umgibt (wikipedia 2020).

Frucht. Früchte im Fruchtstand dicht zusammen stehend; Beerenfrüchte zunächst grün, bei Reife bläulich oder grünlich-schwarz, selten gelb oder weiß, kugelig, 5-9 mm lang, Durchmesser 6-9 mm; Fruchtfleisch purpurfarbig; Samen 1-5, rund 5,7 mm lang, 3,7 mm im Durchmesser; Samenschale weißlich, runzelig; Endosperm ruminat (wikipedia 2020).

Diagnose:

     
Verschiedene Blattformen: Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2020.04.22      
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In Mitteleuropa ist die Pflanze auf Grund ihrer charakteristischen Laubblätter unverwechselbar.

Genetik:

Chromosomenzahl (2n = 48); ausgehend von der Chromosomengrundzahl der Gattung Hedera von n = 12 liegt Tetraploidie vor (wikipedia 2020).

Biochemische Leistungen:

   
Falcarinol alpha-Hederin    
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Efeu ist in allen Teilen giftig. Als giftige Inhaltsstoffe nachgewiesen sind Falcarinol ((3R,9Z)-Heptadeca-1,9-dien-4,6-diin-3-ol ), sowie alpha-Hederin, ein Triterpensaponin, das durch Abbaurekationen aus Hederasaponin C gebildet wird (Wikipedia 2020).

Falcarinol ist fungizid und ist neben dem Efeu auch in anderen Pflanzen enthalten, wie beispielsweise Karotten (Daucus carota) oder rotem Ginseng (Panax ginseng). Der Stoff schützt die Wurzeln der Pflanzen vor verschiedenen Pilzerkrankungen wie beispielsweise die durch Mycocentrospora acerina ausgelösten Mycocentrospora-Blattflecken.

"Im Fütterungsversuch an Ratten zeigte Falcarinol in niedriger Dosierung eine krebsvorbeugende Wirkung; daneben wurden antibakterielle, fungizide und schmerzhemmende Eigenschaften sowie Hemmung der Thrombozytenaggregation nachgewiesen. In größeren Mengen ist es giftig. Falcarinol kann allergische Reaktionen und entzündliche Hautreizungen hervorrufen" (wikipedia 2020).

Bedeutung für den Menschen:

Vergiftungserscheinungen, die schon nach der Einnahme von zwei bis drei Beeren auftreten, sind Brennen im Rachen, Durchfall und/oder Erbrechen, Kopfschmerzen, erhöhter Puls und Krämpfe. Bei größeren Mengen können Schock und Atemstillstand auftreten, allerdngs sind die Beeren sehr bitter. Eine Kontaktdermatitis kann ferner durch Berührung auf der Haut durch das enthaltene Falcarinol ausgelöst werden (wikipedia 2020).

Pharmazeutische Bedeutung:
Extrakte aus Efeublättern besitzen expektorierende und spasmolytische Eigenschaften. Sie werden daher bei Bronchialerkrankungen, sowie Krampf- und Reizhusten angewendet, meist in Form von Hustentropfen oder Hustensaft. In höheren Dosen wirkt der Extrakt allerdings reizend auf Haut und Schleimhäute. "Ungeachtet dessen konnten mit einem Efeublätter Trockenextrakt bei einer peroralen Dosis von 3 g/kg oder einer subkutanen Dosis von 0,5 g/kg keine toxischen Symptome im Tierversuch beobachtet werden. Die gleichen Versuche zeigten auch eine gute Verträglichkeit bei chronischer Verabreichung. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass maßgeblich für die Toxizität verantwortliche Stoffe wie Falcarinol unter den üblichen Extraktionsbedingungen nicht in Lösung gehen" (wikipedia 2020).
Wohl auf die toxische Wirkung zurückzuführen sind historische Berichte über eine empfängnisverhütende oder sogar abtreibende Wirkung der Pflanze. So warnt bereits Brunfels (1532): "Alle frommen Frauen sollen sich hüten, von diesem Safte gekochte oder gebrannte Wasser zu sich zu nehmen." In der Volksheilkunde wird ein Efeu-Umschlag bei Nervenschmerzen empfohlen und auch das Efeuharz (gummi hederae) wurde früher als Arzneimittel verwendet (wikipedia 2020).

Verwendung als Zierpflanze:
Efeu wird gerne für die Begrünung von Zäunen, Mauern und Fassaden verwendet, wobei häufig auch Sorten mit panaschierten Blättern herangezogen werden. Ein Bewuchs mit Efeu schützt Mauerwerk vor direkten Witterungseinflüssen und vor Spannungsrissen durch starke Temperaturschwankungen und wirkt auch als Wärmedämmung, verhindert aber auch ein rasches Austrocknen einmal feuchter Mauern. Eine Fassade oder ein Zaun müssen zudem das Gewicht der nicht verholzten Teile tragen können und Fassaden mit beschädigtem Mauerwerk können durch das Dickenwachstum eingedrungener Wurzeln dauerhaft geschädigt werden. Im Allgemeinen verankert sich Efeu auf nicht zu glatten Untergründen aber mit Hilfe von Haftwurzeln und benötigt daher auch keine Rankhilfe. Eine derartige Fassadenbegrünung besitzt zudem ökologische Bedeutung als Lebensraum für Insekten und andere Kleinlebewesen, sowie als Nistplatz für Singvögel. Außerdem reinigt das Blattwerk die Luft von Staub und Schadstoffen (wikipedia 2020).

"Für Deutschland lässt sich seine gärtnerische Verwendung erstmals für die Mitte des 16. Jahrhunderts belegen. Der schweizerische Arzt und Naturforscher Conrad Gessner, der ein Verzeichnis der Gartenpflanzen Deutschlands anlegte, zählte den Efeu 1561 zu den Gartenpflanzen. Gartenbücher, die gegen Ende des 17. Jahrhunderts veröffentlicht wurden, nannten auch erstmals seit der Antike wieder Sorten mit panaschierten Blättern. Die Gärten des Barock und der Renaissance boten für den wuchernden Efeu jedoch wenig Raum. Populärer wurde der Efeu als Gartenpflanze erst, als in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die weiträumigen Landschaftsparks in Mode kamen. Mit der zunehmenden Popularität des Efeus nahm auch die Anzahl der Sorten zu. Eine 1872 in Großbritannien von Shirley Hibberd veröffentlichte Efeu-Monografie listete bereits mehr als 200 Sorten auf" (wikipedia 2020).
"Vom Efeu existieren heute etwa 400 Sorten mit einer großen Bandbreite an Blattformen und -farben. Sie werden üblicherweise vegetativ mit Stecklingen vermehrt. Manche Formen sind in weiten Teilen Europas winterhart, andere Formen nur in den wärmeren Lagen; einige werden als Zimmerpflanzen verwendet. Im Gartenbau wird Efeu als Kletterpflanze und auch als Bodendecker geschätzt. Als niedrige Sträucher eignen sich aus Kopfstecklingen der Altersformen vermehrte Pflanzen, die nicht mehr klettern oder in die Breite wachsen, sondern ihre Wirkung durch aufrechten bis kugeligen Wuchs und jährliche Blüte entfalten" (wikipedia 2020).

Symbolik, Aberglauben und Brauchtum:
"Im klassischen Altertum war der Efeu den Göttern des Weines geweiht. Sowohl der altägyptische Osiris als auch der griechische Dionysos und der römische Bacchus wurden mit Wein- und Efeulaub bekränzt dargestellt. Die Griechen trugen bei festlichen Gelagen Efeukränze, weil die Blätter teils als bacchische Begeisterung weckend, teils als gehirnkühlend galten. Auch die Trinkbecher auf Festen zu Ehren des Gottes Bacchus wurden mit Efeu berankt. Dionysosverehrer glaubten, reichliches Efeuvorkommen an einem Ort sei ein sicheres Zeichen für die Anwesenheit des Gottes. Dichter bekränzte man mit Efeu, weil der Efeu auch eine heilige Pflanze des Gottes Apoll und der Musen war. In der Antike ist er deshalb bereits in den Gärten angebaut worden, obwohl Plinius der Ältere in seinen Schriften behauptete, dass diese Pflanze Mauerwerk und Bäumen schadete und sich unter ihren Blättern Schlangen heimisch fühlten. Bereits in der Antike kannte man Sorten, deren Blätter weiß oder gelb panaschiert waren." (wikipedia 2020). "Da Efeu den Göttern des Weines sowohl im alten Ägypten (Osiris) als auch in Griechenland (Dionysos) und in Rom (Bacchus) zugeordnet war, galt er auch als Symbol der Heiterkeit, der Geselligkeit und der Freundschaft" (wikipedia 2020). "Da der Efeu nicht bestehen kann, ohne sich anzuschmiegen, ist er seit alters her auch Sinnbild für Freundschaft und Treue. Schon im Altertum war diese immergrüne Pflanze Sinnbild der Treue und des ewigen Lebens, im alten Griechenland erhielt ein Brautpaar einen Efeuzweig als Symbol immerwährender Treue" (wikipedia 2020). Es wird berichtet, "dass die ersten Christen gläubige Verstorbene auf Efeu, die Nichtbekehrten auf Zypressen legten. Wer in Christo getauft sei, der sei unsterblich, die Ungetauften aber seien ohne Hoffnung auf Auferstehung, gleich den Zypressen, die einmal gefällt, nie mehr nachwachsen. Wenn heute Grabstätten häufig mit Efeu bepflanzt werden, so ist das eine meist unbewusste Nutzung des Symbols vom ewigen Leben. „Wie im Leben so im Tod“ steht als Inschrift auf manchem alten efeuumschlungenen Grabstein" (wikipedia 2020). "Als Hinweis auf treue Verbundenheit und ewiges Leben ist die besonders häufige Darstellung von Efeublättern auf frühchristlichen Sarkophagen und Katakomben-Fresken zu verstehen. Der Efeu bedeutet, dass die Seele lebt, wenn auch der Körper tot ist" (wikipedia 2020).
"In Westfalen brachten am dritten Fasten-Sonntag Mädchen den Nachbarn Efeukränze, die über dem Herd aufgehängt wurden, um so den Frühling ins Haus zu bringen. Als Orakelpflanze soll Efeu am 24. Februar (Namenstag Matthias) verwendet worden sein. Nachts tanzten die Mädchen bei Fackelschein und warfen die Efeu- und Strohkränze ins Wasser. Hinter ihrem Rücken mussten sie versuchen, einen Kranz zu fassen. Der Efeukranz bedeutete Glück in der Liebe, es sollte noch in demselben Jahr Hochzeit sein. Der Strohkranz zeigte dagegen Unglück an. Ebenso wurde mit Efeublättern in der Andreasnacht orakelt. Man warf zwei Efeublätter in eine Schale mit Wasser, so dass sie auf der Oberfläche schwammen. Waren die Blätter am nächsten Morgen zusammengetrieben, dann sollte es noch in diesem Jahr Hochzeit geben. Trieben sie getrennt voneinander, dann musste man noch länger warten" (wikipedia 2020).
"Acht Universitäten an der Ostküste der Vereinigten Staaten bilden die sogenannte Ivy League (wörtlich: „Efeu-Liga“), die einige der weltbesten Universitäten umfasst (u. a. Harvard und Yale). Der Name rührt möglicherweise daher, dass viele dieser Hochschulen schon lange bestehen und efeubewachsene alte Gebäude haben. Außerdem war es an einigen dieser Universitäten Sitte, dass im Rahmen von akademischen Zeremonien Efeu gepflanzt wurde" (wikipedia 2020).

Wissenswertes:

Quellen:

Brunfels, O. 1532. Contrafayt Kreuterbuch.
Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2020. Naturkundliches Informationssystem. URL: https://www.nkis.info [online 2020.01.16].
Linné, C.v. 1753. Species plantarum, exhibentes plantas rite cognitas, ad genera relatas, cum differentiis specificis, nominibus trivialibus, synonymis selectis, locis natalibus, secundum systema sexuale digestas. Verlag L. Salvius, Stockholm.
Seite „Gemeiner Efeu“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. Februar 2020, 14:43 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gemeiner_Efeu&oldid=196811136 [online 2020.02.18]
Seite „Falcarinol“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 27. Februar 2020, 20:31 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Falcarinol&oldid=197236885 [online 2020.04.10].

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2005.10.15
Kurz Michael: 2019.05.27
Kurz Michael: 2020.01.16
Kurz Michael: 2020.01.17
Kurz Michael: 2020.01.27
Kurz Michael: 2020.02.18
Kurz Michael: 2020.04.10
Kurz Michael: 2020.04.26
Kurz Michael: 2020.07.17
nicht begutachtet

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