Hedera helix Linné

(botanische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Hedera helix Linné, 1753: 202.
Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Die Wertung der folgenden Taxa als eigenständige Arten, Unterarten oder Synonyme wird kontrovers diskutiert:

Hedera caucasigena Pokark.
Hedera chrysocarpa Walsh
Hedera helix f. arborescens (Lodd.ex Loudon) C. K. Schneid.
Hedera helix var. conglomerata (Haage & Schmidt) G. Nicholson
Hedera helix var. crenata Hibberd
Hedera helix var. minima Hibberd
Hedera taurica Hibberd

Ivy
Efeu, gewöhnlicher Efeu, gemeiner Efeu

Habitus:

     
Salzburg, Thalgau, 550 m, 1983.04.17, leg. Marion Kurz, coll. Michael Kurz      
Bild von: Kurz Michael
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Beschreibung (nach wikipedia 2020): Höhe: 0,1-30 m; kriechender bis niederliegender, später kletternder Halbstrauch; junge Sprosse dicht mit sternförmigen Trichomen bedeckt; Sprossachsen entwickeln Adventivwurzeln, mit deren Hilfe sie sich an Unebenheiten der Unterlage festklammern; Sprosse später verholzend; Laubblätter wechselständig, ledrig, kahl, perennierend; Blattspreiten 4-10 (25) cm lang, handförmig gelappt, mit 3-5 dreieckigen, ganzrandigen Blattlappen; bei Altersformen Blattspreiten auch 6-10 cm lang, eiförmig bis rhombisch und ungelappt; Blattoberseite dunkelgrün mit helleren Blattadern, Unterseite heller; junge Blätter hellgrün, weich; Blütenstände zu 3-6 in rispigen Gesamtblütenständen; diese halbkugelig bis kugelig mit bis zu 20 gestielten, unscheinbaren Blüten; Blütenstiele und Blütenstandsschäfte ebenfalls mit Sternhaaren bedeckt.

Verbreitung:

Der Efeu ist durch ganz Europa bis Südskandinavien und im Osten bis zur Türkei und zum Kaukasus verbreitet. Die Höhenverbreitung erstreckt sich von nahe Meeresniveau bis rund 850, vereinzelt bis 1100 m Höhe (Kurz & Kurz 2020).

"Im Rahmen der europäischen Kolonisation wurde der Gemeine Efeu über große Teile der Welt verbreitet. In vielen gemäßigten Klimaten (Nordamerika, Australien, Neuseeland) tritt er daher als Neophyt auf und wird zum Teil als invasive Pflanze bekämpft. Beispielsweise ist im Bundesstaat Oregon der Verkauf und Import von Efeu verboten. Im kanadischen Vancouver wird er als invasive Art bekämpft. In Australien wird er als invasive Pflanze angesehen, die beseitigt werden sollte. Auch in Neuseeland gilt Efeu als invasive Pflanze, deren Ausbreitung gehemmt werden sollte" (wikipedia 2020).

Lebensweise:

   
H. helix auf einem Baum: Salzburg, Osterhorngruppe, Elsbethen, Nähe Vorderfager, 2002.03.31 Salzburg, Stadt Salzburg, Aigen, Schloss Aigen Umgebung, 2003.04.21    
Bild von: Kurz Michael
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Die Art ist ausgesprochen euryök (Shannon-Wiener-Index: 3,22). Sie bewohnt laubdominierte Gehölze, Waldränder, lichte Nadelwälder, Macchie, Schlagfluren, Schluchtwald, Galeriewald, Auwald, Einzelbäume und Baumgruppen, Felsen, Gemäuer, Parks, Hecken und wird auch gerne als "lebender Zaun" in Gärten angepflanzt (Kurz & Kurz 2020).

Der Gemeine Efeu entstammt den Tropenwäldern des Tertiärs. Daran erinnern die Träufelspitzen seiner Blätter, die das Wasser rasch ableiten (wikipedia 2020).

"Der Gemeine Efeu ist ein Chamaephyt, Phanerophyt oder Liane. Im Schatten oder bei reichlich Lichteinfall sehen die Laubblätter (Schatten- und Sonnenblätter) unterschiedlich aus. Laubblätter werden während der ganzen Vegetationszeit von März bis Oktober gebildet, aber zwischen April und Mai entwickeln sich besonders viele. Ein einzelnes, immergrünes Laubblatt überdauert etwa drei bis vier Jahre, die Hauptzeit des Laubfalles liegt im späten Frühling" (wikipedia 2020). Die Blütezeit fällt in die Monate September und Oktober, die Früchte reifen im Spätwinter und Frühjahr (Kurz & Kurz 2020).

Zahlreichen Insekten besuchen den Gemeinen Efeu, um Nektar aufzunehmen. "Beim Gemeinen Efeu liegt Protandrie vor. Er ist selbstinkompatibel (Selbstbefruchtung und Samenansatz ist genetisch verhindert), es ist Fremdbestäubung erforderlich, die durch eine Vielzahl von Insektenarten sichergestellt wird" (wikipedia 2020). Neben zahlreichen Honigbienen (Apis mellifera), Wespenarten und verschiedensten Schwebfliegen sind dies vor allem auch einige Tagfalterarten, wie z.B. Admiral (Vanessa atalanta), Distelfalter (Vanessa cardui), Ochsenauge (Maniola jurtina), aber gelegentlich auch der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) (Kurz & Kurz 2020). Besonders spezialisiert auf Efeublüten ist die Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae), die ausschließlich die Blüten des Efeu aufsucht (Monolektie) und ihre Generationsfolge daran angepasst hat.
Die Früchte des Efeu werden von verschiedenen Vögeln, wie z.B. Amsel (Turdus merula), Star (Sturnus vulgaris), Gartenrotschwanz (Phoenicurus ochruros), Rotkehlchen (Erithacus rubecula) oder Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) gefressen, die die unverdauten Samen wieder ausscheiden und damit zur Verbreitung beitragen (wikipedia 2020). Seit wenigen Jahren hat sich in Mitteleuropa Clepsis dumicolana etabliert, ein Wickler, der aus Südeuropa stammt und dessen Raupen ausschließlich von Efeu-Blättern leben. Ansonsten hat die Pfalnze kaum nenneswerte Fressfeinde (Kurz & Kurz 2020).

"Dem Efeu werden im Volksglauben, bisweilen auch im Waldbau, zahlreiche schädigende Wirkungen auf Bäume nachgesagt. So soll er Bäume mit seinen Wurzeln "aussaugen", die Baumkrone überwuchern und dem Baum das Licht nehmen, die Baumrinde vom Zugang zu Luft und Licht abschneiden, den Stamm "erdrosseln", den Baum durch sein Gewicht schwächen und die Gefahr von Wind- oder Schneebruch steigern, und mit dem Baum um Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Zu der Möglichkeit, dass der Efeu seine Trägerbäume schädigen könnte, liegen in der Fachliteratur unterschiedliche Angaben vor. Mehrheitlich wird die Auffassung vertreten, dass der Efeu für große Baumarten unschädlich ist, aber kleinere Bäume wie z. B. Apfelbäume oder Großsträucher wie z. B. Weißdorn durch Überwachsen zum Absterben bringen kann.
Die Haftwurzeln des Efeu können keine Nährstoffe aufnehmen, ein Schmarotzen an Bäumen mit Hilfe der Luftwurzeln findet nicht statt. Junge Haftwurzeln können sich aber in einem geeigneten feuchten Milieu zu Nährwurzeln umbilden. In einem Fall ist berichtet worden, dass eine solche Nährwurzel sich mehrere Zentimeter unter die Borke einer Tanne geschoben hat. Der Eindruck, ein Efeu wachse aus einem Baum heraus, kann in sehr seltenen Fällen dadurch entstehen, dass ein heranwachsender Baum mit seinem Stamm einen Efeu umschließt.
Efeu wächst vorrangig am Stamm und an den starken Ästen der Bäume. Die für die Photosynthese wichtigen Blätter der Bäume befinden sich im Wald im oberen Teil der Baumkrone, bei freistehenden Bäumen in den Randbereichen. Eine schädliche Lichtkonkurrenz ist daher nur bei einem sehr starken Bewuchs möglich. Bei Weißdorn und Obstbäumen konnte ein derart starker Bewuchs mit Efeu beobachtet werden. Es wird angenommen, dass Bäume mit einer maximalen Wuchshöhe von deutlich weniger als 20 Metern durch die Lichtkonkurrenz des Efeu gefährdet werden können, insbesondere Birken und andere Bäume mit schmalen Kronen. Für die großen einheimischen Baumarten wie Eiche und Esche wird eine Gefährdung nicht erwartet.
Ein "Erdrosseln" des Stützgehölzes, indem die wachsenden Efeutriebe den umschlungenen Baum am Dickenwachstum hindern, wurde in der Vergangenheit von mehreren Autoren als Tatsache dargestellt. Sie machten jedoch keine Angaben dazu, wie dieser Vorgang nachgewiesen worden ist. Untersuchungen der Jahresringe von Bäumen mit Efeubewuchs haben die Behauptung nicht bestätigt.
Die Behauptung, Efeu könne dadurch Schäden verursachen, dass er die Baumrinde von Licht und Luft abschneidet, ist nicht belegt. Es besteht jedoch bei mehreren einheimischen Harthölzern die Gefahr, dass im Schatten gebildete Rinde durch Sonnenbrand geschädigt wird, wenn der Schatten entfällt. Dies kann durch das Fällen von Bäumen in der Umgebung bedingt sein, oder durch das Entfernen von Efeu. Die Frage, inwieweit ein Efeubewuchs Schutz vor Frostrissen bieten kann, ist noch nicht untersucht worden. Auch die Hypothese, eine Stützpflanze könne durch das Gewicht des Efeu Schaden nehmen, ist nicht belegt worden. Die Gefahr des Bruchs durch Wind und Schnee, bedingt durch die vergrößerte Angriffsfläche, konnte nur für Sträucher und junge Bäume in der Strauchschicht bestätigt werden, alte gesunde Bäume sind dadurch nicht gefährdet.
Die Schädigung eines Baums durch Nahrungskonkurrenz im Wurzelbereich ist nicht belegt. Durch seinen Laubabwurf im Frühjahr verbessert der Efeu das Bodenleben so deutlich, dass seine Anwesenheit für die Stützbäume weniger eine Konkurrenz als eine Förderung darstellt.
Dem Efeu im konkreten Einzelfall zugeschriebene Schadwirkungen sind fast immer eine Schädigung des Stützbaums durch andere Ursachen, die im Vergleich zu dem Bewuchs mit Efeu nicht so offensichtlich sind. Der Efeu geht fast immer mit seinem Stützbaum unter, ein erneutes Aufsteigen an einem zweiten Baum findet sehr selten statt. Somit wäre die unterstellte schädigende Wirkung regelmäßig auch eine Selbstschädigung" (wikipedia 2020).

Entwicklungsstadien:

 
Blüten: Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2018.10.06 Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2018.10.06 Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2018.10.06  
Bild von: Kurz Michael
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Blüte. Blüten zwittrig, klein, gelbgrün, radiärsymmetrisch, fünfzählig; Kelchblätter klein, dreieckig; Kronblätter 5 (6), frei, 3-4 mm lang, dreieckig-eiförmig, am oberen Ende etwas kapuzenförmig; Staubblätter 5; Fruchtknoten unterständig, fünfkammerig; Griffel 5, zusammen stehend; Nektarsekretion an einem gewölbten Diskus, der den Fruchtknoten umgibt (wikipedia 2020).

Frucht. Früchte im Fruchtstand dicht zusammen stehend; Beerenfrüchte zunächst grün, bei Reife bläulich oder grünlich-schwarz, selten gelb oder weiß, kugelig, 5-9 mm lang, Durchmesser 6-9 mm; Fruchtfleisch purpurfarbig; Samen 1-5, rund 5,7 mm lang, 3,7 mm im Durchmesser; Samenschale weißlich, runzelig; Endosperm ruminat (wikipedia 2020).

Genetik:

Chromosomenzahl (2n = 48); ausgehend von der Chromosomengrundzahl der Gattung Hedera von n = 12 liegt Tetraploidie vor (wikipedia 2020).

Wissenswertes:

Quellen:

Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2020. Naturkundliches Informationssystem. URL: https://www.nkis.info [online 2020.01.16].
Linné, C.v. 1753. Species plantarum, exhibentes plantas rite cognitas, ad genera relatas, cum differentiis specificis, nominibus trivialibus, synonymis selectis, locis natalibus, secundum systema sexuale digestas. Verlag L. Salvius, Stockholm.
Seite „Gemeiner Efeu“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. Februar 2020, 14:43 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gemeiner_Efeu&oldid=196811136 [online 2020.02.18]

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2005.10.15
Kurz Michael: 2019.05.27
Kurz Michael: 2020.01.16
Kurz Michael: 2020.01.17
Kurz Michael: 2020.01.27
Kurz Michael: 2020.02.18
nicht begutachtet

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