Valeriana officinalis Linné, 1753

(botanische Nomenklatur: gültiger Name, verfügbar)

Allgemeine Angaben:

Valeriana officinalis Linné, 1753: 31.
Typenfundort: Nicht genannt, vermutlich Schweden
Synonyme, falsche Schreibweisen, Fehlbestimmungen, etc.:
Valeriana alternifolia Bunge
Valeriana baltica Pleijel
Valeriana chinensis Kreyer ex Komarov
Valeriana coreana Briqu.
Valeriana dageletiana Nakai ex F.Maek.
Valeriana dubia Bunge
Valeriana exaltata J.C.Mikan
Valeriana fauriei Briqu.
Valeriana leiocarpa Kitag.
Valeriana nipponica Nakai ex Kitag.
Valeriana pseudofficinalis C.Y.Cheng & H.B.Chen
Valeriana stubendorfii Kreyer ex Kom.
Valeriana subbipinnatifolia A.I.Baranov
Valeriana tianschanica (Kreyer) ex Hand.-Mazz.

garden valerian, all heal, cat´s valerian, garden heliotrope
Herbe à la Femme Meurtrie, Herbe aux Chats, Herbe de Saint-Georges, Valériane à petites feuilles, Valériane des collines, Valeriane officinale, Valériane sauvage
Augenwurtzel, Augenwurz, Echter Baldrian, Elfenkraut, Hexenkraut, Katzenkraut, Katzenwurtzel, Mondwurz, Theriackkraut, Tollerjan, Augenwurz, Bertram, Dreifuss, Hexenkraut, Katzenkraut, Katzenwurz, Marienwurzel, Mondwurz, Theriakwurzel, Viehkraut, Wendwurzel
Erba dei Gatti, Valeriana Comune
alfeñique, hierba o yerba de los gatos, valeriana común, valeriana de las boticas, valeriana medicinal

Habitus:

   
Getrocknetes Exemplar einzelnes Blatt    
Bild von: wikimedia commons: Neuchâtel Herbarium (CC-BY-SA-3.0)
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Beschreibung nach Adler et al. (1994): Höhe: (50) 70-150 (190) cm; Pflanze ohne Ausläufer; Stängel meist kahl; mittlere Stängelblätter mit 6-9 (11) Blättchenpaaren; Seitenblättchen gezähnt; maximale Zahnzahl pro Seitenblättchenhälfte 2-10; Seitenblättchen 2,3-7,7 x so lang wie breit; Kronröhre 2-6 mm lang; Frucht meist kahl, 2-4,2 mm lang.

Verbreitung:

V. officinalis kommt in weiten Teilen Europas außer Portugal, in Westasien und durch Sibirien bis in Russlands Fernem Osten, Korea, China, Taiwan und Japan vor (wikipedia 2018). Im Osten Nordamerikas dürfte die Art eingeschleppt worden sein. Die Höhenverbreitung ist gering und reicht von der collinen bis zur submontanen Stufe (bis rund 600 m nach Kurz & Kurz 2018).

Lebensweise:

   
Niederösterreich, Korneuburg, Bisamberg, 2007.06.02 Deutschland, Saarbrücken, am Staden, 2017.06.17    
Bild von: Kurz Michael
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Die Pflanze wächst in Auwäldern, Hochstaudenfluren, Flachmoorwiesen, an Gräben und Ufern (Adler et al. 1994), aber auch an Waldrändern und in Gebüschen (Kurz & Kurz 2018). Die Blütezeit reicht von (Mai) Juni-Juli (August) (Adler et al. 1994, Kurz & Kurz 2018, wikipedia 2018). Der Echte Baldrian tritt gelegentlich bestandsbildend auf. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Zweiflügler oder größere Tagfalter wie Kaisermantel, Zitronenfalter oder Rapsweißling. Die Pflanze ist selbststeril. (wikipedia 2018, Kurz & Kurz 2018).

Entwicklungsstadien:

Keimling junge Pflanze Blüten: Deutschland, Naturschutzgebiet Bachwiesen/Leopoldswiesen, Hockenheimer Rheinbogen Unreife Frucht: Schweiz, Waadt, Mont Tendre
Bild von: wikimedia commons: Salicyna (CC-BY-SA-4.0)
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Samen. Die nüsschenähnlichen Samen besitzen einen federigen, hygroskopischen, hinfälligen Pappus (wikipedia 2018).

Diagnose:

Von den ähnlichen Valeriana pratensis und Valeriana wallrothi unterscheidet sich die Art durch das Fehlen von Ausläufern, ebenso wie von Valeriana procurrens und Valeriana sambucifolia.

Genetik:

Chromosomenzahl (diploid): 12 oder 14 (wikipedia 2018).

Biochemische Leistungen:

Baldrian enthält ein ätherisches Öl (u. a. mit Bornylacetat und Bornylisovalerianat, sowie Valeranon, Caryophyllen, Camphen und weiteren Mono- und Sesquiterpenen und Sesquiterpencarbonsäuren wie die Valerensäuren), Valepotriate (Valtrat und Isovaltrat) und Alkaloide (Actinidin), sowie das Flavonoid Linarin, das hauptsächlich für die sedierende Wirkung verantwortlich sein soll (wikipedia 2018). Die Wirkstoffe sind hauptsächlich in der Wurzel konzentriert.

Bedeutung für den Menschen:

 
Valerianae radix Valerianae radix, geschnitten Tinctura Valerianae  
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Als pharmazeutische Droge dient die getrocknete Wurzel (Valerianae radix, meist als Trockenextrakt), welches eines der meist benutzten pflanzlichen Beruhigungsmittel ist, vor allem bei Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlafstörungen, nervös bedingten Herzbeschwerden (soweit deren Diagnose gesichert ist) und krampfartigen Beschwerden im Magen-Darmbereich. Die Tagesdosis beträgt 400–600 mg. Die Baldrianwurzel wirkt auch als Badezusatz beruhigend (wikipedia 2018).

"Bei den nordischen Völkern wurde Baldrian als stark aromatisch riechende Pflanze zum Schutz vor bösen Geistern über die Tür gehängt. Wer Baldrian bei sich trug, galt als unempfindlich gegen Hexenzauber und geschützt vor dem Teufel. Man war auch der Überzeugung, dass sich ein im Zimmer aufgehängtes Baldrianbüschel bewegen würde, sobald eine Hexe das Zimmer beträte. Baldrian in den Bienenkorb gelegt, sollte das Schwärmen der Bienen verhindern und weitere anlocken." (wikipedia 2018). Zusammen mit der Bibernella sollte Baldrian auch vor der Pest schützen. Weiters stand Baldrian in dem Ruf, Zorn zu erzeugen, wenn er gekaut würde (wikipedia 2018).

Wissenswertes:

Quellen:

Adler, W., K. Oswald & R. Fischer 1994. Exkursionsflora von Österreich, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart und Wien, 1180 pp.
Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2018. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2018.03.21].
Linné, C.v. 1753. Species plantarum, exhibentes plantas rite cognitas, ad genera relatas, cum differentiis specificis, nominibus trivialibus, synonymis selectis, locis natalibus, secundum systema sexuale digestas. Verlag L. Salvius, Stockholm.
Seite „Echter Baldrian“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. Februar 2018, 21:48 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Echter_Baldrian&oldid=173870015 [online 2018.03.21].

Publikationsdaten:

Historie:
Kurz Michael: 2011.09.26
Kurz Michael: 2018.03.21
Kurz Michael: 2018.05.07
nicht begutachtet

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