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European Moth Nights August 01-05 2019
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Notes of the Natural History Society:

Faunistics:
by Kurz Michael, on 2019.05.12
Etainia sericopeza (Zeller, 1839), a new country record for Salzburg found during National Moth Week 2018 (Lepidoptera: Nepticulidae)

Abstract:
The Nepticulid Etainia sericopeza (Zeller, 1839) has been searched for several times in the vicinity of the city of Salzburg, but without success. During National Moth Week 2018, which has been held between July 21st and 29th, two of the characteristic mines in the keys of Acer platanoides have been found finally on the Mönchsberg.

Results:
The larvae of E. sericopeza mine exclusively on Acer platanoides. Like in the related species of Etainia, the larvae of the first generation mine the unripe keys, whereas those of the second generation mine in the buds and overwinter. In Salzburg, only mines in the keys of Acer campestre have been found so far, which have been attributed to Etainia louisella (Sircom, 1849). Despite several investigations on the other two nativeAcer sp. In Salzburg, Acer pseudoplatanus and A. platanoides, no such mines could be found up to now. During National Moth Week from July 21st to 29th, 2018, another attempt has been made, this time on the Mönchsberg in the centre of the city of Salzburg. On two different trees of Acer platanoides with unripe keys, one mine each of Etainia sericopeza could finally be found on July 25th and 26th, raising the number of recognized species for Salzburg to 73 (see also Kurz & Embacher 2018).


Mine of Etaina sericopeza in key of Acer platanoides: Salzburg, city of Salzburg, Mönchsberg, 2018.07.25

Literature:

  • Kurz, M. A. & G. Embacher 2018. Die Nepticulidae (Lepidoptera) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik 19: 21-34.

Michael Kurz
Josef-Waach-Str. 13/1
A-5023 Salzburg
Naturkundliche Gesellschaft

 

Faunistics:
by Kurz Michael, on 2019.05.16
Erster Nachweis des Papierfischchens (Ctenolepisma longicaudata Escherich, 1905) im Bundesland Salzburg (Zygentoma, Lepismatidae)

Michael Kurz

Zusammenfassung:
Ctenolepisma longicaudata Escherich, 1905 war aus Österreich bisher nur durch einen Einzelfund aus einem Wiener Museum aus dem Jahr 2002 bekannt (wikipedia 2019). Nun wurden weitere Funde aus dem Bundesland Salzburg bekannt, die darauf hindeuten, dass das Tier bereits weiter verbreitet ist und bisher nur übersehen wurde.

Ergebnisse:
C. longicaudata, das Papierfischchen, ist mittlerweile fast weltweit verschleppt und auch in Europa, besonders in Westeuropa, bereits weit verbreitet (GBIF 2019). Der Ursprung dieses Neozoons ist allerdings unbekannt. Aus Österreich wurde bisher nur ein einziger Fund aus dem Depot eines Wiener Museums gemeldet (wikipedia 2019). Am Abend des 28.3.2019 wurde dann erstmals ein erwachsenes Tier in der Stadt Salzburg im Stadtteil Gnigl im Bad fotografiert. Ein weiterer Fund an derselben Stelle folgte am 12.5.2019, diesmal ein noch nicht völlig ausgewachsenes Tier. Und schließlich konnte die Art am 13.5.2019 auch in Hallein und am 15.5.2019 in Grödig nachgewiesen werden. Dies legt nahe, dass die Art in Salzburg in Wohnungen bereits weiter verbreitet ist und bisher nur übersehen wurde. Da in der Wohnung in Salzburg-Gnigl auch das Silberfischchen Lepisma saccharina Linné, 1758 und das Kammfischchen Ctenolepisma lineata (Fabricius, 1775) (erstmals 2002 für Salzburg nachgewiesen) vorkommen, wird es interessant sein zu beobachten, ob sich alle drei Fischchen-Arten nebeneinander behaupten werden, oder ob es zur Verdrängung der einen oder anderen Art kommen wird. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der mögliche Fund von Ctenolepsima calva (Ritter, 1910), des Geisterfischchens in derselben Wohnung, der allerdings noch der Bestätigung bedarf, da kein fotografischer Beleg vorliegt.


Erster Nachweis des Papierfischchens in Salzburg: Stadt Salzburg, Gnigl, 28.3.2019.

Danksagung:
Mein besonderer Dank gilt Frau Katharina Schlager, die im Rahmen eines kurzfristig angesetzten „citizen science“-Monitorings zu den Funden aus Hallen und Grödig beitragen konnte.

Literatur:

  • Seite „Papierfischchen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. Oktober 2018, 15:03 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Papierfischchen&oldid=181607403 (Abgerufen: 15. Mai 2019, 13:44 UTC)
  • GBIF Secretariat: GBIF Backbone Taxonomy. https://doi.org/10.15468/39omei Accessed via https://www.gbif.org/species/1421100 am 16.5.2019.

Michael Kurz
Josef-Waach-Str. 13/1
A-5023 Salzburg
Naturkundliche Gesellschaft

 

Faunistics:
by Kurz Michael, on 2018.12.24
Eine „Invasion“ der Gemeinen Sichelschrecke (Phaneroptera falcata (Poda, 1761)) in einem Garten der Vorstadt von Salzburg (Orthoptera: Tettigoniidae)

Michael Kurz

Zusammenfassung:
Phaneroptera falcata (Poda, 1761), die Gemeine Sichelschrecke, ist eine besonders im Mittelmeerraum verbreitete Langfühlerschrecke, die in den letzten Jahren ihr Verbreitungsgebiet kontinuierlich erweitert hat und im Jahre 2010 erstmals auch in Salzburg festgestellt wurde (Stöhr & Illich 2011). Seither wurde sie mehrfach besonders in der Stadt Salzburg nachgewiesen. Im Jahr 2018 konnte nun festgestellt werden, dass die Art hier auch überwintern und ihre Larvenentwicklung durchmachen kann und, auf Grund einer beobachteten Kopula, auch versucht sich dauerhaft hier zu etablieren.

Ergebnisse:
P. falcata ist eine wärmeliebende Langfühlerschrecke, die in weiten Teilen des Alpenvorlandes und der Nordalpen bisher nicht dauerhaft vorkam. Auf Grund ihrer guten Flugfähigkeit ist sie aber in der Lage, rasch neue Lebensräume zu besiedeln (orthoptera.ch). Ein erster Fund der Gemeinen Sichelschrecke wurde im Jahr 2010 dann auch aus Salzburg aus dem Weidmoos bei Lamprechtshausen bekannt (Stöhr & Illich 2011). Seit 2015 konnte die Art dann jedes Jahr auch zumindest einmal in der Stadt Salzburg nachgewiesen werden, seit 2016 auch im Stadtteil Gnigl in einem kleinen Garten im Siedlungsgebiet. Im Mai 2018 fand der Autor dann in diesem Garten erstmals auch kleine Larven auf den Blüten einer Gartenrose. In der Folge konnten die Larven an dieser Rose regelmäßig beobachtet werden und zwar bis zu 10 Individuen auf einmal. Die Tiere fraßen an den Rosenblättern, später dann auch an den Blättern einer Goji-Beere (Lycium barbarum) und eine zur Absicherung der Bestimmung in Zucht genommene Larve gerne auch an den Blättern des Pfeifenstrauches (Philadelphus coronarius). Zwei Larven wurden überdies auch an blühendem Mädesüß (Filipendula vulmaria) aufgefunden, allerdings ohne Nachweis eines Fraßes an dieser Pflanze. Nach fast zwei Monaten war die in Zucht genommene Larve erwachsen und zu diesem Zeitpunkt wurden an den Abenden im Garten auch weitere erwachsene Tiere nachgewiesen. Am Abend des 31.7.2018, um 19.48 Uhr MEZ, konnte dann auch eine Kopula festgestellt werden, die allerdings nur 1-2 Minuten dauerte (Kurz & Kurz 2018)

Larve von P. falcata auf einer Rosen-Blüte: Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2018.06.30

Nachdem bei P. falcata die Eier überwintern und die Larven erst im Mai schlüpfen (orthoptera.ch), kann davon ausgegangen werden, dass auch die Salzburger Larven aus im Vorjahr abgelegten Eiern hervorgegangen und erst im Mai ausgeschlüpft sind. Der Winter 2017/2018 gehörte zwar zu den wärmsten der letzten Jahrzehnte, doch brachte die letzte Februar-Woche noch einige Eistage mit Rekordkälte, sodass der Mittelwert der Lufttemperatur für Februar in Salzburg (Flughafen) nur bei -2,3 °C lag (zamg.ac.at). Die Eier können kurze Kälteeinbrüche also offenbar gut verkraften und P. falcata kann somit als Bestandteil der Salzburger Fauna betrachtet werden, zumal auch die Funde seit 2015 darauf hinweisen, dass sich die Art hier fortgepflanzt hat und nicht jedes Mal neu zugeflogen ist.

Weibchen von P. falcata unmittelbar nach der Kopula: Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, 2018.07.31

Literatur:

  • Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2018. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 01 August 2018].
  • Stöhr, O. & I. Illich. 2011. Gemeine Sichelschrecke Phaneroptera falcata (Poda, 1761) – neu für das Bundesland Salzburg. Mitteilungen aus dem Haus der Natur 19: 90-94.
  • Seite Phaneroptera falcata auf Orthoptera.ch. URL: http://www.orthoptera.ch [online 01 August 2018]
  • Klima Monitoring Station Salzburg-Flughafen. URL: https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/klima-aktuell/klimamonitoring/?station=6300&param=t&period=period-ymd-2018-02-28&ref=3 [online 01 August 2018).

Michael Kurz
Josef-Waach-Str. 13/1
A-5023 Salzburg
Naturkundliche Gesellschaft

 

Meterology:
by Kurz Michael, on 2018.08.02
Kältewelle im Februar 2018

Michael Kurz

Der Jänner 2018 ging noch als drittwärmster seit Beginn der Aufzeichnungen in die Geschichte ein. Im Februar kehrte aber der Winter zurück. Überdurchschnittliche Schneefälle und winterliche Temperaturen kennzeichneten diesen Monat, wobei gegen Ende des Monats der Winter mit einer Kältewelle seinen Höhepunkt fand. Ein Adria-Tief schaufelte polare Kaltluft aus dem Nordosten bis weit in den Süden, sodass es selbst in Rom und Barcelona frostige Temperaturen mit Schneefall gab. In Salzburg erreichte die Kältewelle am 27. und 28.2. ihren Höhenpunkt. So wurden am 27.2. am Sonnblick unter -30°C gemessen und am 28.2. hatte es um 8 Uhr früh selbst in der Landeshauptstadt am Flughafen -17,1 °C (ZAMG 2018). Zwei Tage später war der Spuck aber schon wieder vorbei und am 2.3 2018 erreichten die Temperaturen tagsüber schon wieder bis zu 12 °C.

Literatur:
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik 2018. Wetterwerte-Analysen, Salzburg. - URL: https://www.zamg.ac.at/cms/de/wetter/wetterwerte-analysen/salzburg [online 2018.02.28].

 

Faunistics:
by Kurz Michael, on 2018.01.31
Antispila petryi Martini, [1899] in Salzburg (Lepidoptera, Heliozelidae)

Michael Kurz

Einleitung:
Bereits 2012 wurden am Alterbach in der Stadt Salzburg, im Stadtteil Gnigl, erste Minen einer Antispila-Art gefunden, die auf Grund ihrer Morphologie und der Nahrungspflanze als zu Antispila petryi Martini, [1899] gehörig bestimmt wurden. Trotz mancher Zweifel wurde dieses Taxon damals aber noch als Synonym von Antispila treitschkiella (Fischer von Röslerstamm, 1843) geführt. Neueste Untersuchungen haben nun aber gezeigt, dass A. petryi eine valide Art ist (Nieukerken et al. 2018), die somit in die Faunenliste für Salzburg aufgenommen werden kann.

Ergebnis:
Antispila petryi wurde von Martini (1899) beschrieben und gegenüber der sehr ähnlichen Antispila treitschkiella (Fischer von Röslerstamm, 1843) sowohl morphologisch als auch phänologisch abgegrenzt. So fliegt A. treitschkiella, zumindest in Salzburg, in zwei Generationen im Jahr und die Raupen minieren Anfang Juli und Ende September ausschließlich an Cornus mas, der Kornellkirsche. Angaben für Cornus sanguinea konnten bisher nicht bestätigt werden. Demgegenüber wurde A. petryi in Salzburg bisher nur einbrütig festgestellt, mit Raupen im Hochsommer (Ende Juli/Anfang August). Im Lepiforum (2018) allerdings werden Raupenfunde auch von Ende September und aus dem Oktober gemeldet. Eine Raupe aus Kroatien (Kurz & Kurz 2018) wiederum, die bereits Anfang Juni ebenfalls an Cornus sanguinea gefunden wurde, könnte ebenfalls zu dieser Art gehören.
Ende August 2012 wurden am Alterbach im Stadtteil Gnigl der Stadt Salzburg erstmals leere Minen an Cornus sanguinea australis gefunden, die auf Grund ihrer Erscheinungszeit und der Nahrungspflanze vorläufig als A. petryi bestimmt wurden. Dieses Taxon galt zu damaligen Zeitpunkt allerdings noch als jüngeres subjektives Synonym von A. treitschkiella. Im Jahr 2015 wurde dann Ende Juli, Anfang August die Suche nach den Raupen durchgeführt. Und tatsächlich konnten am 30.7. und am 1.8.2015 erste Raupen der Art gefunden werden, deren Zucht aber misslang. Gleichzeitig wurden auch bereits leere Minen an Cornus sanguinea australis, vereinzelt aber auch an Cornus sanguinea sanguinea gefunden, die zu dieser Art gezählt werden müssen, da sie sich deutlich von der ebenfalls an dieser Nahrungspflanze lebenden Antispila metallella ([Denis & Schiffermüller], 1775) unterscheiden. Dabei wurden die Minen von A. metallella in Salzburg bisher sowohl an der typischen Cornus sanguinea sanguinea, als auch an Cornus sanguinea hungarica festgestellt. Bei A. metallella ist nicht nur der Ausschnitt für den Blattsack größer, die Mine besitzt auch einen kurzen Anfangsgang, dem einige „Versuchsschlitze“ vorausgehen. Diese fehlen sowohl bei den Minen von A. petryi, als auch bei jenen von A. treitschkiella.
Im Jahr 2018 wurde schließlich von Nieukerken et al. gezeigt, dass es sich bei Antispila petryi und A. treitschkiella um zwei getrennte Arten handelt. Somit kann A. petryi als neue Art in die Salzburger Faunenliste aufgenommen werden.

Mine von A. petryi an Cornus sanguinea australis: Salzburg, Stadt Salzburg, Gnigl, Alterbach, 30.7.2015

Literatur:

  • Antispila petryi. Lepiforum e.V. 2002-2018. Lepiforum: Bestimmung von Schmetterlingen (Lepidoptera) und ihren Präimaginalstadien. http://www.lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl [online 30.Jänner 2018].
  • Martini, W. 1899. Antispila Petryi, nov. spec.. Entomologische Zeitung 59: 398-405.
  • Nieukerken, E.J. van, Lees, D.C., Doorenwerd, C., Koster, S. (J.C.), Bryner, R., Schreurs, A., Timmermans, M.J.T.N. & K. Sattler 2018. Two European Cornus L. feeding leafmining moths, Antispila petryi Martini, 1899, sp. rev. and A. treitschkiella (Fischer von Röslerstamm, 1843) (Lepidoptera, Heliozelidae): an unjustified synonymy and overlooked range expansion. Nota Lepidopterologica 41(1): 39-86.

Michael Kurz
Josef-Waach-Str. 13/1
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